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Uetze Bohrungsschild erinnert an die glorreiche Zeit des schwarzen Goldes
Umland Uetze

Uetze: Bohrungsschild erinnert an die glorreiche Zeit des schwarzen Goldes

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14:00 11.09.2019
Klaus-Wilhelm Brandes hat das Namensschild "Si. 32" der Bohrung Siegfried 32 vor der Verschrottung gerettet und jetzt dem Teermuseum überlassen. Quelle: Friedrich-Wilhelm Schiller
Hänigsen

Die Straße Am Ölfeld im Gewerbegebiet an der Altmerdingser Straße erinnert daran, dass Ölbohrtürme viele Jahre das Landschaftsbild im Süden und Osten Uetze-Hänigsens geprägt haben. Eine der erfolgreichsten Bohrungen war die Siegfried 32, kurz Si. 32. Ihr Namenschild hängt seit Kurzem im Ausstellungsgebäude des Hänser Teermuseums. Klaus-Wilhelm Brandes, ehrenamtlicher Mitarbeiter des Museums, hatte es vor Jahren vor der Verschrottung gerettet, dann zu Hause aufbewahrt und jetzt dem Museum überlassen.

„Die Deutsche Vakuum Oel AG ist im März 1940 südlich von Hänigsen fündig geworden“, sagt Brandes. „Am Hänigser Bahnhof entstand 1942 eine Füllstation für Kesselwagen. Dorthin baute die Vakuum eine Pipeline und legte der Gemeinde den Plan für ein neues Betriebsgelände am Schilfkampweg vor“, schreibt Historiker Ralf Bierod in der Hänigser Ortschronik. Die Vakuum wurde zu einem der wichtigsten Arbeitgeber in Hänigsen. Laut Brandes hieß es auch noch nach der Umwandlung der Vakuum in den Fünfzigerjahren in Mobil Oil weiter in Hänigsen: „Er arbeitet auf der Vakuum.“

1960 ist der Stahlturm der Siegfried 32 (in der linken Bildhälfte) oben mit Birkengrün geschmückt worden. Quelle: Friedrich-Wilhelm Schiller (Repro)

Bohrung wurde 1943 niedergebracht

1943 hatte die Erdölgesellschaft auf der Ostseite ihres Betriebsgeländes die Bohrung Siegfried 32 mit einer Endteufe von 957 Metern niedergebracht. „1956 hat die Siegfried 32 innerhalb der Mobil Oil Deutschland einen einmaligen Förderrekord aufgestellt: die einhunderttausendste Tonne Rohöl in nur 13 Betriebsjahren“, sagt Brandes.

Nachdem die Gesamtproduktion in dem Ölfeld gesunken war, wollte Mobil Oil die Produktion wieder steigern, indem das Unternehmen Salzwasser in die Lagerstätte presste. „1957 ist man bei einer Einpressbohrung unverhofft auf eine jungfräuliche ölführende Scholle gestoßen“, berichtet Thomas Degro, der ebenfalls im Teermuseum mitarbeitet. Das habe zur Folge gehabt, dass die Mobil Oil wieder bei Hänigsen verstärkt nach Erdöl gebohrt habe. Bis 1960 brachte das Unternehmen 64 Bohrungen nieder. „Mehr als 20 Bohrungen in einem Jahr – das war enorm“, sagt Degro. „Die letzte war die Siegfried 121 und dann war Schluss“, ergänzt Brandes.

1960 wird die einmillionste Tonne Rohöl gefördert

Die neuen Bohrungen zogen einen Förderboom nach sich. Die Mobil Oil erweiterte ihr Betriebsgelände nach Brandes’ Angaben um zwei Öltanks. Im August 1960 feierte der Hänigser Betrieb des Erdölkonzerns ein Jubiläum: Er förderte im Hänigser Südfeld die einmillionste Tonne Rohöl seit 1940. „Man hat aus diesem Anlass oben am 24 Meter hohen Stahlturm der Siegfried 32 Birkengrün angebracht“, sagt Brandes. Fotos vom geschmückten Turm gehören zum Fundus des Museums. 

Auch wenn Gestängetiefpumpen, sogenannte Pferdeköpfe, das schwarze Gold an die Erdöberfläche holten, bestimmten die Bohrtürme das Landschaftsbild. Mobil Oil benötigte sie für Wartungsarbeiten an den Bohrlöchern. Sie wurden überflüssig, als man für diese Arbeiten mobile, teleskopartig ausfahrbare Türme nutzte, die auf Lastwagen montiert waren.

1997 stellte Mobil Oil die Erdölförderung im Südfeld ein. Da habe bereits die Siegfried 32 seit mehreren Jahren geruht, sagte Brandes. 1998 begann Mobil Oil, die Anlagen abzubauen, die Bohrstellen zu verfüllen und das Betriebsgelände zu rekultivieren. Brandes: „Von der Siegfried 32 ist nur das Namensschild übrig geblieben.“

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