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Uetze „Wo kommst du her?“: Bundeszentrale fördert Mitmachausstellung in Dedenhausen
Umland Uetze

Uetze: Bundeszentrale fördert Ausstellungsprojekt „Wo kommst du her?“ in Dedenhausen mit 5000 Euro

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18:22 12.09.2019
Beim Ausstellungsprojekt „Daheim in Dedenhausen“ geht es auch darum, Wissen über das Dorf zu vermitteln. Deshalb bietet Hans-Heinrich Bolten - hier vor der früheren Dorfbäckerei - beim Mitmachfest Führungen durch den Ort an. Quelle: Friedrich-Wilhelm Schiller
Dedenhausen

Für Februar 2020 plant die Zukunftswerkstatt aus Uetze-Dedenhausen eine Ausstellung zum Thema „Daheim in Dedenhausen – Aber wo kommst du her?“. Die Bundeszentrale für politische Bildung fördert das Vorhaben mit knapp 5000 Euro. Es ist eines von 100 innovativen Dialogprojekten, die die Bundeszentrale in ihr neues Bildungsprogramm „Miteinander reden: Gespräche gestalten und gemeinsam handeln (2018-2020)“ aufgenommen hat. Mehr als 300 Bewerbungen waren für das zweistufige Wettbewerbsverfahren eingesandt worden.

Bei „Miteinander reden“ geht es unter anderem um die Fragen, wie ein wertschätzendes Miteinander auf dem Lande gelingen kann, wie man Zugang zu unterschiedlichen gesellschaftlichen Gruppen findet und wie die Rahmenbedingungen aussehen müssen, um viele Menschen zu einem Dialog zu bringen.

„Daheim in Dedenhausen“ soll Wissen über den Ort sammeln

Eine Arbeitsgruppe der Zukunftswerkstatt will für die Ausstellung „Daheim in Dedenhausen“ Informationen zusammentragen, wie Flüchtlinge nach dem Zweiten Weltkrieg aufgenommen worden sind und wie heutige Einwohner einst als Gastarbeiter bei VW oder einem anderen Unternehmen Arbeit gefunden haben. Die Macher suchen Einwohner, die früher als Saisonarbeiter in der Landwirtschaft gearbeitet haben – und solche, die der Liebe wegen nach Dedenhausen gezogen sind. Nach dem Motto „Schaut, früher wurde hier gespielt, eingekauft, spaziert, gearbeitet“ will die Gruppe aber auch Erinnerungen der alteingesessenen Bevölkerung sammeln. Sie will so Wissen über den Ort erhalten und weitergeben.

Einwohner werden interviewt

Dazu will die Arbeitsgruppe Interviews führen. „Die wollen wir in der Ausstellung präsentieren“, kündigt Yvonne Sommer an, die federführend bei dem Projekt mitarbeitet. Während der Ausstellung wolle die Projektgruppe nicht nur Fotos und Texte zeigen: So sollen die Besucher etwa auch Interviewausschnitte sehen und hören.

Ausstellung soll Lebenswege nachzeichnen

„Wir möchten eine Ausstellung gestalten, die dazu einlädt, verschiedene Lebenswege unterschiedlicher Generationen nachzuzeichnen und zu visualisieren, um so miteinander ins Gespräch zu kommen, Vorurteile zu überwinden und Gemeinsamkeiten zu entdecken“, sagt Sommer. Ziel sei, die oft negativ besetzten Begriffe Flucht und Migration zu überwinden. Die Ausstellung soll das Augenmerk darauf richten, dass es in vielen Familien, deren Heimat heute Dedenhausen ist, Wanderungen gegeben hat.

Mitmachfest auf dem Festplatz am 22. September

Der Vorbereitung der Ausstellung dient das Mitmachfest für Familien, das die Zukunftswerkstatt am Sonntag, 22. September, von 15 bis 18 Uhr auf dem Festplatz vor der Turnhalle ausrichtet. „Die Familien wollen wir bei dem Fest mit ins Boot holen“, sagt Sommer. „Bei einer Kaffee- und Kuchentafel wollen wir unser Freundebuch Dedenhausen vorstellen“, kündigt sie an. Die Besucher sollen in dem Buch Fragen wie „Viele Wege führen nach Dedenhausen, welcher war deiner?“ oder „Wie würdest du das Dorf einem Fremden beschreiben?“ beantworten.

Auf dem Festplatz richtet die Zukunftswerkstatt das Mitmachfest aus. Quelle: Friedrich-Wilhelm Schiller

Laut Sommer haben in dem Buch auch Anekdoten, die sich in Dedenhausen zugetragen haben, ihren Platz. Erläuterungen zu den Hausnamen könnten ebenfalls hineingeschrieben werden. „Viele Häuser in Dedenhausen haben einen Namen. Sie sind nach ihrem Erbauer benannt. Ich selbst wohne zum Beispiel im Sünnemann-Haus“, sagt Sommer.

Dorfführungen für zugezogene Familien

Damit zugezogene Familien etwas über die Geschichte des Dorfes erfahren, wird der Pressewart der Zukunftswerkstatt, der frühere Ortsbürgermeister Hans-Heinrich Bolten, während des Mitmachfests Dorfführungen unter der Überschrift „Früher und heute“ anbieten. Er wird zum Beispiel zeigen, in welchen Läden die Einwohner früher einkaufen konnten. „Es gab sogar eine Weberei in Dedenhausen“, weiß Bolten.

Einwohner können bei Kreativwettbewerb mitmachen

Außerdem will die Arbeitsgruppe dazu aufrufen, sich an dem Kreativwettbewerb „Mein Lieblingsort in Dedenhausen“ zu beteiligen. Einwohner können dazu bis zum 31. Januar 2020 Fotos, gemalte Bilder, Basteleien oder Videoaufnahmen einreichen. Die Beiträge sollen während derAusstellung im Februar prämiert werden. Zum Programm des Mitmachfests gehört auch ein Mitmachparcours mit alten Spielen wie Sackhüpfen.

Besucher markieren auf Landkarten ihren Herkunftsort

Von den fast 5000 Euro Preisgeld will die Zukunftswerkstatt nach Sommers Worten Materialien bezahlen, die sie für die Ausstellung und deren Vorbereitung benötigt. So werden beim Mitmachfest drei Landkarten aufgehängt, auf denen die Besucher markieren sollen, wo sie ursprünglich herstammen.

Die Zukunftswerkstatt plant zu ihrem Ausstellungsprojekt noch eine Auftaktveranstaltung. Diese soll am 24. November im Gasthaus Zum Bahnhof stattfinden.

Von Friedrich-Wilhelm Schiller

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