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Uetze Distelfalter sind Langstreckenflieger
Umland Uetze Distelfalter sind Langstreckenflieger
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15:00 28.06.2018
Ein herrlich gemusterter Distelfalter labt sich an den Blüten eines Sommerfliederbusches. Quelle: Bernd Moßmann
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Uetze/Burgdorf

Bernd Moßmann, dessen Hobby Makroaufnahmen in Wald und Flur sind, hat diesen Distelfalter auf einer Blütendolde eines Sommerflieders entdeckt. Der Strauch sei eine sehr beliebte Futterpflanzen der erwachsenen Schmetterlinge, sagt Ernst Schmidt vom Naturschutzbund Burgdorf, Lehrte, Uetze. Er stünde in vielen Gärten, doch zum Erhalt der Schmetterlinge trage dieser Busch wenig bei. Denn die Raupen der Falter seien auf andere Pflanzen angewiesen: An Brennesseln und anderen Wildkräuter, an verschiedenen Kleesorten sowie an den Blättern der Bäumen legen die Schmetterlinge ihre Eier ab, damit die Raupe, sobald sie geschlüpft ist, mit dem Fressen beginnen kann.

„Während der Kohlweißling sehr robust ist und viele Pflanzenarten für die Reproduktion nutzen kann, gibt es auch Schmetterlingsarten, deren Nachwuchs auf eine einzige Pflanze angewiesen ist“, sagt Schmidt. Seit Jahren beobachtet er, ähnlich wie bei den Wildbienen, einen Rückgang der Schmetterlingspopulation. „Es ist längt nicht mehr das, was es mal war. Solange sich außerhalb der Siedlungsgebiete, also in der Landwirtschaft, nichts ändert, werden die Schmetterlinge sich nicht erholen können“, prognostiziert er. Es gibt schlicht und einfach zu wenig Lebensraum mit Blühpflanzen.

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Der Distelfalter ist ein Wanderschmetterling aus dem Mittelmeerraum. Im Frühjahr lassen sich die filigranen Flugkünstler vom Wind über die Alpen tragen. Im frühen Herbst versuchen sie, auf demselben Weg zurückzukehren, um im Süden ihre Eier zu legen – bevorzugt an Disteln und Brennesseln. Allerdings überwinterten Wanderschmetterlinge infolge der Wetterumstellung zunehmend hierzulande.

Von Anette Wulf-Dettmer