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Uetze Autofahrer sind auf südlicher Bahnhofstraße zu schnell unterwegs – Verkehrsberuhigung geplant
Umland Uetze

Uetze-Dollbergen: Verkehrsberuhigung für Bahnhofstraße geplant

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17:39 19.11.2021
Auf der südlichen Bahnhofstraße fahren die Verkehrsteilnehmer zu schnell. Das ist das Ergebnis einer Tempomessung.
Auf der südlichen Bahnhofstraße fahren die Verkehrsteilnehmer zu schnell. Das ist das Ergebnis einer Tempomessung. Quelle: Friedrich-Wilhelm Schiller
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Dollbergen

Seit rund 20 Jahren fordern Anwohner der südlichen Bahnhofstraße in Dollbergen Tempo 30 auf dem Straßenabschnitt. Dass das rechtlich nicht möglich ist, hat Maik Theunert, für Verkehrsfragen im Uetzer Rathaus zuständig, in der jüngsten Ortsratssitzung noch einmal bekräftigt. Der Ortsrat folgte seinem Vorschlag, auf der Fahrbahn einen Schutzstreifen für Fahrradfahrer zu markieren und eine Mittelinsel in Höhe des Masurenwegs anzulegen.

Laut Theunert haben zwei achttägige Geschwindigkeitsmessungen bestätigt, dass auf der südlichen Bahnhofstraße gerast wird. Bei der ersten Messung lag die sogenannte V85 bei 60 Stundenkilometer. Das heißt, dass 85 Prozent der Fahrzeuge bis zu 60 Kilometer in der Stunde schnell fuhren. „Alles über 55 ist jenseits von Gut und Böse“, sagte Theunert. 104 Stundenkilometer seien die Spitzengeschwindigkeit gewesen.

Gemeinde: Pendler fahren zu schnell

57 Kilometer in der Stunde habe die V85 bei der zweiten Messung betragen, berichtete Theunert. Als Höchstgeschwindigkeit seien da 94 Stundenkilometer gemessen worden. Die Messwerte deuteten darauf hin, dass hauptsächlich Pendler zu schnell unterwegs seien. Nach Theunerts Angaben reicht die Zahl der Unfälle nicht aus, um die erlaubte Höchstgeschwindigkeit auf 30 Stundenkilometer zu reduzieren.

Tempo 30 sei auch nicht möglich, weil die südliche Bahnhofsstraße mit der Alten Dorf- und der Fuhsestraße im Verkehrskonzept für Dollbergen als innerörtliche Hauptverkehrsstraße ausgewiesen ist. Die drei genannten Straßen bilden einen Ring. Wenn das Verkehrskonzept geändert werde, müsse die Gemeinde die Förderung für den Ausbau der Fuhsestraße zurückzahlen und bekäme keinen Zuschuss für die Erneuerung der Alten Dorfstraße, sagte Theunert. Auch eine Einbahnstraßenregelung sei nicht mit den Förderrichtlinien vereinbar.

Sperrung der Bahnhofstraße war „Schnapsidee“

Nach Theunerts Einschätzung bringt es nichts, die südliche Bahnhofstraße zur Sackgasse zu machen. Die einwöchige Sperrung der Ortseinfahrt aus Richtung Oelerse habe im Sommer nicht zum gewünschten Erfolg geführt. Theunert bezeichnete sie als „Schnapsidee“.

Um die Verkehrssicherheit zu erhöhen, schlug er vor, in Höhe des Masurenwegs auf der Fahrbahn eine aus zwei Modulen bestehende Mittelinsel als Überweg zu installieren. Dort kreuzten häufig Kinder die Straße, um vom Wohngebiet Heesters ins Wohngebiet Claes Garten zu kommen. „Die Anwohner haben Angst, dass da irgendetwas passiert“, sagte Theunert. Außerdem könnten dort Schilder, die auf die Gefahrenstelle aufmerksam machen, Autofahrer veranlassen, den Fuß vom Gaspedal zu nehmen.

Darüber hinaus kann nach Theunerts Meinung ein Schutzstreifen für Radler den Verkehr beruhigen. „Er hat eine psychologische Wirkung“, sagte er. Es sei erwiesen, dass langsamer gefahren werde, wenn ein solcher Schutzstreifen markiert sei. Da keiner auf dem Streifen parken dürfe, müsse man ihn an der Bushaltestelle, am Kiosk und am Imbiss unterbrechen.

Von Friedrich-Wilhelm Schiller