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Uetze Ein Leben für den Naturschutz: Erhard Zander vom Nabu ausgezeichnet
Umland Uetze

Uetze: Ein Leben für den Naturschutz: Erhard Zander vom Nabu ausgezeichnet

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20:00 19.02.2020
Erhard Zander schaut sich bei Hänigsen ein Teich an, in dem Amphibien laichen. Er wurde auf seine Initiative hin angelegt. Quelle: Friedrich-Wilhelm Schiller
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Hänigsen

Seit mehr als 40 Jahren setzt sich Erhard Zander aus Uetze-Hänigsen für den Naturschutz ein. Dieses Engagement weiß der Naturschutzbund (Nabu) Deutschland zu würdigen. Er hat den 77 Jahre alten Hänigser mit der silbernen Nabu-Ehrennadel ausgezeichnet – eine Premiere für die Nabu-Ortsgruppe Burgdorf, Lehrte, Uetze.

Schon früh hatte sich Zander für die Natur interessiert. „Als Kind war ich viel im Wald“, sagt er. Einmal sei er nachts aufgestanden, um mit seinen Brüdern die Balz der Birkhühner im Bruch bei Wettmar zu beobachten. Heute gebe es dort leider keine Birkhühner mehr.

Helfer in der Not: Eulen drohten zu verhungern

„Richtig sensibilisiert für den Naturschutz hat mich die Not der Schleiereulen im schneereichen Winter 1978/1979. Da sind bei uns in Norddeutschland fast alle Schleiereulen verhungert“, erzählt Zander. In Hänigsen habe nur ein Paar überlebt. 1979 hängte er in seinem Heimatort den ersten Schleiereulenkasten auf, um die Lebensbedingungen für die nachtaktiven Mäusejäger zu verbessern. Inzwischen hängen auf Dachböden und in Scheunen in der Gemeinde Uetze, der Stadt Burgdorf und der Stadt Lehrte 120 Kästen, in denen im Laufe der Jahre mehr als 5500 Jungeulen aufgewachsen sind.

Erhard Zander nimmt eine kleine Schleiereule aus dem Kasten in der Scheune der Familie Pahlmann, um das Alter des Jungtiers zu bestimmen. Quelle: Anette Wulf-Dettmer (Archiv)

In den Achtziger- und Neunzigerjahren hat Zander, der seit 1986 Naturschutzbeauftragter der Region Hannover für die Gemeinde Uetze ist, die Jungeulen beringt. „Eine meiner Eulen ist Weltrekord geflogen“, berichtet er. In Spanien – 1863 Kilometer von Hänigsen entfernt – habe man den von ihm beringten Greifvogel angetroffen. Bis dahin war nicht bekannt, dass sich eine Schleiereule so weit von ihrer Kinderstube entfernt.

Beschützer der Hornissen und Wespen

„Seit 1982 setze ich mich für den Schutz von Hornissen, Wespen und Hummeln ein“, sagt der Hänigser. Weil sie Schadinsekten vernichten, will er verhindern, dass deren Nester zerstört werden. Er berät Hausbesitzer, wie sie mit Hornissen und Wespen leben können, ohne gestochen zu werden. Nur in Ausnahmefällen setzt er Nester um. Um in der Region Hannover einen Stamm von Hornissenschützern aufzubauen, richtete er für Imker, Feuerwehrleute und Naturschützer Seminare aus.

1990/1991 und von 2007 bis 2009 fertigte Zander eine Amphibienkartierung für das Gemeindegebiet an. An mehr als 100 Gewässern hörte er sich die Froschkonzerte an. Die Wasserflächen sucht er nach Amphibienlaich ab. „Dazu musste ich die Gewässer von März bis Juni aufsuchen, um alle Arten zu erfassen“, erzählt er. Auf die Kartierung greift Zander oft zurück, wenn er als Naturschutzbeauftragter Stellungnahmen zu Planungen abgeben muss.

Zander stellt Krötenschutzräume auf

„Ich habe dafür gesorgt, dass in der Gemeinde Uetze mehr als 40 Amphibienlaichgewässer angelegt wurden“, sagt der 77-Jährige. Um Frösche und Kröten davor zu bewahren, dass sie überfahren werden, stellt er am Freitag, 21. Februar, wie in den Vorjahren mit Mitgliedern des Nabu und des TSV Friesen Hänigsen Krötenschutzzäune am Schafstallweg und an der Spreewaldallee in Uetze auf.

Erhard Zander (Dritter von links) will auch in diesem Jahr wieder mit Helfern am Schafstallweg in Uetze einen Krötenschutzzaun aufstellen. Quelle: Friedrich-Wilhelm Schiller (Archiv)

Mit Dieter Kleinschmidt aus Burgdorf betreut Zander zudem die Storchennester in Uetze, Burgdorf und Lehrte. Mit Helfern haben sie neue Horste in Dedenhausen, Obershagen, Schillerslage und Kolshorn aufgestellt. Andere Nester haben sie erneuert.

Aufklärer in Sachen Natur

Zu den Aufgaben eines Naturschutzbeauftragten gehört außerdem die Öffentlichkeitsarbeit. Daher hält Zander Vorträge – etwa mit dem Titel „Hornissen sind friedlicher als ihr Ruf“ – und lädt zu Exkursionen ein. Besonders beliebt seien die Ausflüge „zu den Kinderstuben der Weißstörche und der Schleiereulen“. Zander: „Die sind für Familien mit Kindern geeignet. Da kommen immer 60 bis 80 Personen.“

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