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Uetze Farbiges Salz im Hänigser Teermuseum ist einzigartig
Umland Uetze Farbiges Salz im Hänigser Teermuseum ist einzigartig
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00:19 12.04.2019
Das Einweckglas schützt das Salz aus dem Bergwerk Niedersachsen-Riedel vor Feuchtigkeit. Quelle: Friedrich-Wilhelm Schiller
Hänigsen

Für die meisten Menschen gehören Salz und die Farbe Weiß zusammen. Schließlich sieht das Kochsalz so aus. Doch Salz kann auch farbig sein. Von dieser Laune der Natur können sich die Besucher des Hänser Teermuseums überzeugen.

In einem Regal des Museums steht ein Einweckglas mit dem farbigen Salzgestein. Mehrere Salzbrocken sind blau. Aber auch ein orangefarbenes und ein schwarzes Stück Salz liegen darin. „Und das üblich hellgelbe, weiße Salz“, sagt der ehrenamtliche Museumsmitarbeiter Dieter Sieber. Das hygroskopische Salzgestein müsse in einem Glas aufbewahrt werden, um es vor Feuchtigkeit zu schützen, erläutert der Hänigser.

Dieter Sieber zeigt das Glas mit dem farbigen Salz aus dem Bergwerk Niedersachsen-Riedel. Quelle: Friedrich-Wilhelm Schiller

Bergwerk wurde 1996 stillgelegt

Das Salz im Einweckglas stammt aus dem Hänigser und Wathlinger Bergwerk Niedersachsen-Riedel, das 1996 stillgelegt wurde. Inzwischen ist ein Großteil der Hohlräume unter Tage mit Wasser aus der Fuhse und Haldenwasser des Wathlinger Kalibergs geflutet worden. Derzeit leitet der Konzern K+S nur noch salziges Haldenwasser in die Schachtanlage ein, um diese zu stabilisieren. Das stillgelegte Bergwerk ist für Besucher nicht zugänglich, sodass Interessierte sich das Salzgestein nicht direkt unter Tage anschauen können. „Daher sind es einzigartige Stücke, und hier kann man sie sehen“, streicht Sieber die Bedeutung des Salzgesteins im Weckglas heraus. „Nach meinem Kenntnisstand kommt die blaue Farbe von natürlicher radioaktiver Strahlung aus dem Erdreich“, erklärt der Geophysiker Thomas Degro. Ursache der anderen Farben könnten Spurenelemente sein.

Im Hänser Teermuseum werden Exponate rund um die Erdölförderung gezeigt. Warum stellen die Teerkerle, wie sich die Museumsmitarbeiter nennen, auch das Einweckglas mit dem verschiedenfarbigen Salz aus? „Die Entstehung des Salzstocks ist die Ursache dafür, dass es hier die Teerkuhlen gibt“, erklärt Sieber. In den Teerkuhlen trat früher Erdöl an die Erdoberfläche. Einwohner des Dorfes schöpften das Öl ab und verkauften es zum Beispiel als Wagenschmiere. 1986 legte der Heimatforscher Albert Depenau mit Freunden eine Kuhle wieder frei. Außerdem restaurierten sie die Grube. Diese wurde zur Keimzelle des Hänser Teermuseums.

Von Friedrich-Wilhelm Schiller

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