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Uetze Millionenschaden nach Brand auf Prakla-Gelände
Umland Uetze

Uetze: Flammen zerstören Hallenkomplex auf Prakla-Gelände

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16:04 10.07.2019
Der Großbrand auf dem früheren Prakla-Gelände hat in der Werkstatt der Firma ASE-Wohnmobile Totalschaden angerichtet. Quelle: Friedrich-Wilhelm Schiller
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Uetze

Am Mittwochmorgen ist das ganze Ausmaß des Großbrandes auf dem ehemaligen Prakla-Gelände in Uetze deutlich zu sehen. Das Feuer hat in der Nacht zu Mittwoch den größten Teil des riesigen Hallenkomplexes auf dem Gewerbegrundstück zerstört. Genutzt werden die Hallen von den Firmen LVB-Steinbrink, Linneweh und ASE Wohnmobile sowie einem Stockcar-Team. Die rund 160 Feuerwehrleute, die im Einsatz waren, konnten lediglich den nördlichen Teil des Gebäudekomplexes retten. Der entstandene Schaden dürfte in die Millionen gehen. Menschen kamen bei dem Großbrand nicht zu Schaden.

Drehleitern aus Burgdorf und Hämelerwald im Einsatz

Gegen 1.50 Uhr hatten mehrere Nachbarn Rauch auf dem früheren Prakla-Gelände bemerkt. Über den Notruf alarmierten sie die Feuerwehr. „Als wir eintrafen, schlugen die Flammen bereits durch das Dach in der Mitte des Hallenkomplexes“, sagt Gemeindebrandmeister Tobias Jacob. Die Einsatzleitung habe daraufhin alle Ortsfeuerwehren der Gemeinde und die Drehleitern aus Burgdorf und Hämelerwald angefordert. Der Einsatz der Drehleitern sei notwendig gewesen, um das Feuer von oben bekämpfen zu können. „Das ist ein Stahlhallenkomplex, den man während der Löscharbeiten wegen der Hitze nicht betreten kann“, erläuterte Jacob am Mittwochmorgen.

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In der Werkstatt der Firma LVB-Steinbrink hat das Feuer seine Spuren hinterlassen. Quelle: Friedrich-Wilhelm Schiller

Firmenmitarbeiter fährt Trecker ins Freie

Ein Mitarbeiter der Firma LVB-Steinbrink, der zugleich aktives Mitglied der Ortsfeuerwehr Uetze ist, konnte laut Jacob noch mehrere Fahrzeuge, hauptsächlich Trecker, aus der LVB-Steinbrink-Werkstatt ins Freie fahren. Die Firma ist Vertriebspartner des Landmaschinenherstellers John Deere. Hingegen zerstörten die Flammen alle Fahrzeuge des landwirtschaftlichen Lohnunternehmens Linneweh und die Wohnmobile, die in der ASE-Werkstatt standen, sowie die Autos des Stockcar-Teams. Der nördliche Teil des Hallenkomplexes, den die Feuerwehr retten konnte, stand nach Jacobs Angaben leer.

Mehrfach zündeten die Rauchgase in der Halle durch. Deshalb mussten sich die Feuerwehrleute immer wieder zurückziehen und aus größerer Distanz das Feuer bekämpfen. „Da lagerten auch mehrere Gasflaschen“, berichtete Jacob. Die Gasflaschen seien nach und nach mit einer Stichflamme abgebrannt. Dabei kam es nach den Worten des Pressewarts der Gemeindefeuerwehr Uetze, Uwe Richter, zu mehreren kleinen Explosionen. „Verletzt wurde dabei zum Glück niemand“, sagte Richter.

Ein Bild der Verwüstung bietet auch der Bereich, den das landwirtschaftliche Lohnunternehmen Linneweh gepachtet hat. Quelle: Friedrich-Wilhelm Schiller

Feuerwehr benötigt große Menge Wasser

Die Wasserversorgung für die Löscharbeiten stellte die Feuerwehr vor eine Herausforderung. „Wir brauchten eine große Menge Wasser“, erläuterte der Gemeindebrandmeister. Damit die Feuerwehrleute an der Einsatzstelle genügend Wasser zur Verfügung hatten, mussten sie auch weiter entfernt gelegene Löschwasserbrunnen anzapfen. Zudem setzten die hohen Nachttemperaturen den Einsatzkräften zu, sodass viele von ihnen am Morgen erschöpft waren.

Ein Übergreifen des Feuers auf eine separate Halle, die im Süden des Grundstücks an der ehemaligen Bahnstrecke steht, verhinderte die Feuerwehr. „Wir konnten die Halle mit einer Riegelstellung halten“, erklärte Uetzes stellvertretender Ortsbrandmeister Florian Schernich. Das einstige Prakla-Verwaltungsgebäude, in dem das Rote Kreuz und Pro Regio Räume gemietet haben, nahm ebenfalls keinen Schaden.

Brand ist um 5.15 Uhr unter Kontrolle

Etwa um 5.15 Uhr hatten Einsatzkräfte das Feuer unter Kontrolle. Bis kurz nach 8 Uhr löschten sie einzelne Brandnester, die immer wieder aufflammten. Die meisten Ortsfeuerwehren konnten danach wieder einrücken. Bis zur Mittagszeit hielten Mitglieder der Ortsfeuerwehr Uetze noch Brandwache.

Feuerwehrleute bleiben auch noch nach Ende der Löscharbeiten am Brandort. Quelle: Friedrich-Wilhelm Schiller

Im Einsatz waren auch die Polizei, ein Notarzt, der vorsorglich verständigt worden war, der DRK-Rettungsdienst und Mitarbeiter des Wasserverbands Peine. Der Rettungsdienst hat nach Schernichs Worten die Feuerwehrleute verpflegt. Der Wasserverband habe Regen- und Abwasserschächte an der Praklastraße abgedichtet, damit kein kontaminiertes Löschwasser in die Kanalisation gelangte. Laut Schernich ist Löschwasser in der Regel mit Brandpartikeln belastet.

Brandursache und Schadenshöhe stehen noch nicht fest. Weil die Brandermittler der Polizei die Halle noch nicht betreten können, werden sie erst in den nächsten Tagen den Brandort untersuchen. Die Hallen müssten erst abkühlen, zudem müsse geprüft werden, ob Einsturzgefahr besteht, sagte ein Sprecher der Polizei Hannover.

Vor zwei Wochen brannte die Halle eines Recyclingbetriebs

Erst vor eineinhalb Wochen musste die Feuerwehr Uetze einen Großbrand bei einem Entsorgungsbetrieb löschen. In dem Recyclingunternehmen an der Rudolf-Diesel-Straße waren am 17. Juni ebenfalls in einer Halle ölhaltige Abfälle in Brand geraten. Ein Feuerwehrmann kam damals mit Kreislaufproblemen ins Krankenhaus. Bei ihren anschließenden Ermittlungen fand die Polizei heraus, dass der Brand auf Selbstentzündung des Abfalls zurückzuführen war. Der Schaden wird auf 200.000 Euro geschätzt.

Die aktuellsten Polizeinachrichten aus Uetze lesen Sie hier in unserem Ticker.

Von Friedrich-Wilhelm Schiller

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