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Uetze Für die 1000-Jahr-Feier sprudeln die Ideen
Umland Uetze Für die 1000-Jahr-Feier sprudeln die Ideen
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00:17 20.04.2019
Der Ortsrat Uetze diskutiert im Hotel Deutscher Kaiser mit Vertretern der Vereine und anderer Institutionen über Veranstaltungen zum 1000-jährigen Bestehen des Ortes. Quelle: Friedrich-Wilhelm Schiller
Uetze

Im Jahr 2021 will der Uetzer Ortsrat mit den Einwohnern, den Vereinen und Institutionen das 1000-jährige Bestehen der Ortschaft Uetze groß feiern. An Ideen dazu mangelt es nicht. Die Teilnehmer des ersten Vorbereitungstreffens machten reichlich Vorschläge. Trotzdem zeichnet sich noch kein Programm ab. Das Treffen diente, wie Ortsratsmitglied Klaus Finger betonte, zunächst einmal dazu, Ideen zu sammeln.

Das frühere Vogteigebäude ist eines der ältesten Uetzer Gebäude. Quelle: Friedrich-Wilhelm Schiller

Finger skizzierte anfangs die Vorstellungen des Ortsrats. „Wir wollen ein Feierjahr daraus machen“, sagte er. Der Ortsrat wolle zu einem Festakt und außerdem noch zu einer großen Feier einladen. Als Ort für den Festakt biete sich die Agora an. Außerdem sollen die Vereine eigene Veranstaltungen unter das Motto „1000 Jahre Uetze“ stellen. Finger regte zum Beispiel an, dass die Teilnehmer des Festumzugs während des Schützenfests historische Uniformen tragen sollen. „Aber es ist noch nichts in trockenen Tüchern“, stellte Finger klar.

Pflanzaktion vorgeschlagen

„Mit Blumen lässt sich viel machen“, meinte Cordula Schumacher von den Landfrauen. Zum Beispiel könne man an den Ortseingängen mit Stiefmütterchen die Zahl 1000 pflanzen. Der Schützenvereinsvorsitzende Donald Albrecht plädierte für eine Pflanzaktion mit Bäumen. Das wäre etwas Nachhaltiges. Andrea Hennigs, Regisseurin des Amateurtheaters Spielerei regte an, T-Shirts mit dem Jahresmotto zu bedrucken. Die Gymnasiallehrerin Maren Bädke schlug vor, dass die Teilnehmer eines 24-Stunden-Schwimmens im Freibad 1000 Kilometer zurücklegen oder Schüler 1000 Kilometer laufen sollen.

 

Der Junkernhof ist eng mit der Geschichte des Ortes verbunden. Quelle: Friedrich-Wilhelm Schiller

„Ich könnte mir vorstellen, dass wir etwas Mittelalterliches auf der Wiese am Zweiständerhaus in Wackerwinkel machen“, sagte Heimatbund-Chef Peter Doms. Kirsten Westphal vom Liederkranz Concordia riet davon ab, Händler für einen Mittelaltermarkt über eine Agentur einzukaufen. Sie brachte einen Erlebnistag ins Spiel, bei dem die Besucher etwas selber machen können. Diesen Vorschlag griff der Uetzer-Ring-Vorsitzende Ernst Schmidt auf. Er empfahl, einen Handwerkermarkt nach Vorbild des Tags des alten Handwerks im Landgestüts Celle auszurichten, bei dem sich die Besucher an den Ständen ausprobieren könnten. An einem solchen Markt könnten sich Uetzer Handwerker beteiligen.

„Kein Tanz in den Mai mehr“

„In Uetze gibt es keinen Tanz in den Mai mehr“, stellte Schmidt fest. Vielleicht könne man den Gastronomen Benjamin Koch dafür gewinnen, sein Veranstaltungszelt auf dem Hoopt aufzuschlagen und darin ein Tanzvergnügen zu veranstalten. Das Zelt könne dann der Ortsrat für den Festakt und die geplante Feier für das ganze Dorf nutzen. „Das ist eine gute Idee, die wir weiter verfolgen“, sagte Finger.

Ein Rittergut für die Kinder der schönen Ilse

Wann Uetze erstmals urkundlich erwähnt worden ist, ist strittig. Aber: „Es ist sicher, dass Uetze älter als 1000 Jahre ist“, sagte der Heimatforscher Hartwig Schumacher beim Vorbereitungstreffen des Ortsjubiläums. Die Quellenlage aus dem Mittelalter sei dünn. Sie werde besser, je mehr man sich der Gegenwart nähere, berichtete Schumacher. Der DRK-Vorsitzende und Heimatforscher Egbert Kobbe empfahl den Teilnehmern des Treffen „als Pflichtlektüre“ die Ortschronik und die Broschüre „1000 Jahre Uetze?!“ des Historikers Ralf Bierod.

„Von Anfang an hat ein Kirchengebäude in Uetze gestanden“, sagte Pastor Andreas Kiebeler. Laut der Ortschronik lässt sich erstmals für das Jahr 1215 ein Priester und für 1289 eine Kapelle im Dorf nachweisen.

1218 gehörte ein Hervicus de Uttessem dem Gefolge des Kaisers Otto IV. an. Uttessem war eine alte Schreibweise für Uetze. 1503 starb Jasper von Uetze, der letzte Vertreter der gleichnamigen Adelsfamilie. Das Uetzer Rittergut fiel zunächst an die Familie von Saldern. 1624 erwarb es Herzog Ernst August von Braunschweig-Lüneburg für seine Kinder, die er mit der Amtmannstocher Ilse Schmiedichen, der schönen Ilse, hatte. Zehn Jahre später ließ er das Herrenhaus des heutigen Junkernhofes neu bauen. 1635 wurde der Neubau fertig.

Schon früh hatte Uetze als Sitz eines Amtsvogts, eines herrschaftlichen Beamten, eine zentrale Bedeutung für die umliegenden Dörfer. Nachweisen lässt sich die Vogtei in Uetze ab 1552. 1695 erhielt Uetze das Marktrecht. Bis in die 1970-er Jahre fanden Jahrmärkte statt.

Die größten Katastrophen erlebte der Ort 1626 und 1863. 1626 wütete die Pest in Uetze. An ihr starben 366 Einwohner. Beim großen Brand 1863 wurden 84 Wohnhäuser, die beiden Schulen, die Kirche und die Mühle ein Opfer der Flammen. Zwei Frauen kamen ums Leben. 555 Einwohner wurden obdachlos. Zu den wenigen Gebäude, die verschont blieben, gehörte der Junkernhof. fs

Von Friedrich-Wilhelm Schiller

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