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Uetze Gemeinde verfehlt ihre Klimaschutzziele
Umland Uetze Gemeinde verfehlt ihre Klimaschutzziele
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15:20 20.02.2019
Klimaschutznanager Johannes Leßmann wirbt beim Umwelttag 2018 für die kostenlose Ausleihe des Lastenfahrrads Hannah. Quelle: Friedrich-Wilhelm Schiller (Archiv)
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Uetze

Die Gemeinde bezieht für ihre Gebäude Ökostrom und will sich ein neues Elektroauto anschaffen. Biogasanlagen versorgen Schulen und Rathaus mit Wärme. Trotz dieser und anderer Anstrengungen ist es fraglich, ob die Ziele ihres Klimaschutzaktionsprogramms aus dem Jahr 2010 erreicht. Danach soll der jährliche Kohlendioxidausstoß pro Einwohner bis 2020 um 25 Prozent und bis 2050 um 70 Prozent gegenüber 2005 sinken. Damals lag er bei 6,9 Tonnen je Einwohner.

„Die Ziele sind sehr ambitioniert“, gibt Johannes Leßmann zu bedenken, der seit anderthalb Jahren mit halber Stelle im Rathaus für den Klimaschutz zuständig ist. Der Bund fördert die Klimschutzmanagerstelle drei Jahre lang. Lessmann hat jetzt seine Halbzeitbilanz vorgelegt.

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Johannes Leßmann ist seit anderthalb Jahren Klimamanager der Gemeinde Uetze. Quelle: Friedrich-Wilhelm Schiller

„Öffentlichkeitsarbeit war mein Schwerpunkt“, sagt Leßmann. Das Aktionsprogramm fordert, die Einwohner für den Klimawandel zu sensibilisieren. Daher hat Lessmann beim Umwelttag 2018 das Thema Klimaschutz in den Vordergrund gerückt. Dieses Konzept will er beim Umwelttag 2019 beibehalten, der am 27. April auf dem Hoopt stattfindet. Für Privathaushalte hat Lessmann kostenlose Solarchecks und Heizungsvisiten organisiert und mit dem Seniorenbeirat eine Informationsveranstaltung ausgerichtet.

„Ganz wichtig sind die Energiesparprojekte in Schulen und Kitas“, sagt der Klimaschutzmanager. Das sei die Generation, die mit den Folgen des Klimawandels leben müsse und eventuell noch etwas ändern könne, wenn sie sich anstrenge, erläutert Leßmann. Zum Beispiel war Baldur, der Energiezauberer, in der Kindertagesstätte Haus Kunterbunt.

Nach Lessmans Ansicht muss die Gemeinde eine Vorbildfunktion übernehmen. Daher freut er sich darüber, dass die Gemeinde seit Januar 2018 Ökostrom für ihre Gebäude bezieht. Möglicherweise wird die Gemeinde demnächst auch ihre Straßenbeleuchtung mit Ökostrom betreiben. Anders als andere Kommunen hat Uetze die Straßenlampen erst zu einem Drittel auf stromsparende LED-Technik umgestellt.

Im März bekommt die Gemeinde ein neues Elektroauto. Den Akku kann man an der Ladesäule unter dem Solarcarport am Rathaus aufladen. Die Gemeindebetriebe wollen ein E-Bike anschaffen, das nach Auskunft des Geschäftsführers Andreas Fitz auch Verwaltungsmitarbeiter für Dienstfahrten in der Ortschaft Uetze nutzen können.

Letztmals hat die Gemeinde 2010 eine Energieberatung für Unternehmen angeboten. Diesem Thema will sich Leßmann demnächst widmen. „Das ist eine Stellschraube, an der man drehen kann“, sagt er. Er betont, dass Uetze schon vor seinem Dienstantritt viel für den Klimaschutz getan habe. So beziehe die Gemeinde fast die Hälfte des Wärmebedarfs ihrer Gebäude aus Biogasanlagen und habe den Bau von Windparks gefördert: „Das Repowering der Windkraftanlagen ist aus meiner Sicht ein Selbstläufer.“

Von Friedrich-Wilhelm Schiller