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Uetze Großfeuer in Entsorgungsbetrieb für ölhaltige Abfälle
Umland Uetze

Uetze: Großfeuer im Entsorgungsbetrieb für ölhaltige Abfälle

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00:15 19.06.2019
Mit viel Schaum gelingt es den Einsatzkräften der Uetzer Feuerwehren den Brand in der Lagerhalle für ölhaltige Abfälle innerhalb einer Stunde zu löschen. Quelle: Christian Elsner
Uetze

Im Gewerbegebiet an der Rudolf-Diesel-Straße im Norden Uetze ist am späten Sonnabendabend ein Großfeuer ausgebrochen. Die Halle der Hermann Brockmann Recyling GmbH, in der ölhaltige Abfälle lagerten, brannte komplett aus. Bei den aufwendigen Löscharbeiten – die Feuerwehr konnte die Flammen nur mit Schaum ersticken – klagte ein Feuerwehrmann über Kreislaufprobleme und wurde in ein Krankenhaus gebracht.

Brandermittler untersuchen die Halle am Montag

Zur Brandursache gab es am Sonntag noch keine Erkenntnisse, ebenso wenig zur exakten Schadenshöhe, die ersten Schätzungen zufolge bei 200.000 Euro liegen könnte. „Der Kriminaldauerdienst war bereits am Brandort. Die Brandermittler kommen am Montag und schauen sich alles an“, sagte ein Polizeisprecher am Sonntag.

Schon von Weitem ließ eine schwarze Rauchwolke im Norden Uetzes die Ausmaße des Feuers erahnen. Daher hatte die Uetzer Ortsfeuerwehr, die um 21.26 Uhr alarmiert worden war, bereits bei der Anfahrt weitere Feuerwehrkräfte aus Eltze, Dedenhausen, Dollbergen und Hänigsen angefordert. Als die ersten Einsatzkräfte eintrafen, stand die 30 mal 50 Meter große und zwölf Meter hohe Halle bereits in Flammen.

Großeinsatz für die Feuerwehr in Uetze: An der Rudolf-Diesel-Straße ist am späten Sonnabendabend die Halle des Recyclingbetriebs Hermann Brockmann ausgebrannt.

Einsatzkräfte ersticken Feuer mit Schaum

Weil mit einfachem Löschwasser wenig gegen brennendes Öl auszurichten ist, musste Schaum eingesetzt werden – und zwar sehr viel. „Dafür benötigt man eine sehr große Menge Wasser, die kontinuierlich bereitstehen muss“, erklärte Gemeindebrandmeister Tobias Jacob. Entscheidend sei, dass der Löschvorgang mit dem Schaum nicht unterbrochen werde, sonst spüle man den schon aufgebrachten Schaum wieder ab. „Der Aufbau solch einer Wasserversorgung ist etwas aufwendig, aber der Löscherfolg sehr effektiv.“ Die ebenfalls benötige Lösung zur Herstellung des Schaums, die dem Wasser zugesetzt wird, hatten die nachalarmierten Ortsfeuerwehren mitgebracht.

Feuerwehr kühlt angrenzendes Wohn- und Geschäftshaus

Während dieser Vorbereitungsarbeiten hatten andere Feuerwehrleute das an die Halle angrenzende Wohn- und Geschäftshaus mit Löschwasser beregnet und gekühlt, sodass kein größerer Schaden an dem Gebäude entstand. Die Bewohner hatte sich schon vor dem Eintreffen der Brandbekämpfer unverletzt in Sicherheit gebracht.

Gasflaschen in der Halle erschweren Löscharbeiten

Laut Gemeindebrandmeister lagerten in der Halle nicht nur Fässer mit Altöl sowie Ölfilter und ölhaltige Putzlappen, sondern auch Gasflaschen. Weil eine davon bereits in der Hitze geborsten war, wurde das Feuer zunächst aus sicherer Distanz bekämpft. „Im weiteren Verlauf gingen mehrere Trupps unter Atemschutz vor, ein Wasserwerfer wurde in Stellung gebracht“, berichtete Uwe Richter, Pressesprecher der Gemeindefeuerwehr. „Durch den massiven Einsatz von Löschschaum konnte das Feuer gegen 22.42 Uhr weitestgehend gelöscht werden.“ Insgesamt waren 110 Feuerwehrleute mit 16 Fahrzeugen im Einsatz.

Zu diesem Zeitpunkt waren noch keine anderthalb Stunden seit der Alarmierung vergangen. Allerdings dauerten die Nachlöscharbeiten bis in die frühen Morgenstunden des Sonntags. „Um 1.45 Uhr waren wir fertig“, sagte Gemeindebrandmeister Jacob. Die Brandwache habe die Firma mit einigen Mitarbeitern übernommen. Wenn das Feuer erneut aufgelodert wäre, hätten sie die Feuerwehr gerufen. Am Sonntagvormittag war es jedoch nach wie vor ruhig. Wie es dem Feuerwehrmann geht, der mit Kreislaufproblemen in eine Klinik gebracht worden war, konnte Jacobs zu diesem Zeitpunkt noch nicht sagen.

Wind treibt Rauchwolke aufs offene Feld

Die Uetzer, Eltzer und Benroder Einwohner hatten Glück: Der Südostwind trieb die schwarze Rauchwolke Richtung Norden und damit von bewohnten Gebieten weg. „Andernfalls wären wir durch die Straßen gefahren und hätten per Lautsprecherdurchsage vor der Gefahr gewarnt und dazu aufgerufen, Fenster und Türen zu schließen und geschlossen zu halten“, sagte Jacobs.

Wegen der extremen Rauchentwicklung fuhren nach seinen Worten einige Feuerwehrleute die Gegend ab, um zu sehen, bis wohin die Schadstoffe geweht wurden: „Wir sind bis Ohof im Landkreis Gifhorn gefahren.“ Letztendlich sei die Wolke auf einem Feld hinuntergesunken. Mit einer Belastung der Ackerfrüchte sei aber nicht zurechnen, weil die Schadstoffe sich auflösten, erklärte der Gemeindebrandmeister.

Familienunternehmen hat zehn Standorte

Die Betriebsanlage an der Rudolf-Diesel-Straße im Norden der Ortschaft Uetze ist einer von bundesweit zehn Standorten der Hermann Brockmann Recycling GmbH (HBR). Die Firma, dessen heutiger Sitz in Thören (Winsen/Aller) liegt, wurde 1960 in Eltze gegründet. Das Familienunternehmen arbeitet mit mehreren Kooperationspartnern zusammen. Es hat sich auf Dienstleistungen rund um die Entsorgung vor allem umweltbelastender und damit potenziell problematischer Abfälle konzentriert und bietet nach eigenen Angaben „Komplettentsorgung aus einer Hand“ an. Der Standort in Uetze gehört zum Geschäftsbereich Verwertung und Beseitigung von Abfällen. Weitere Geschäftsfelder sind Umweltmanagement, Spezialbehälter und Containerdienste sowie Industrie-, Tank- und Abscheiderservice.

Weitere Meldungen von der Polizei und Feuerwehr aus der Gemeinde Uetze lesen Sie hier im Polizeiticker.

Von Anette Wulf-Dettmer

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