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Uetze Hat der Bauhof den Fuhse-Park unsachgemäß gepflegt?
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Uetze: Hat der Bauhof den Fuhse-Park unsachgemäß gepflegt?

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19:02 27.10.2019
Hans-Volker Nordmann bei einem der Arbeitseinsätze im Fuhse-Park, wo er und zahlreiche Freiwillige unter anderem Osterglocken gepflanzt haben. Quelle: Friedrich-Wilhelm Schiller (Archiv)
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„Unser Fuhse-Park wird im Frühjahr nicht mehr blühen“, sagt Hans-Volker Nordmann aus Uetze. In einem offenen Brief an Bürgermeister Werner Backeberg und an den Uetzer Ortsrat wirft er dem Bauhof vor, die Frühjahrsblüher in der Grünanlage am Junkernhof zerstört zu haben. Nordmann hat mit Anwohnern des Parks und weiteren Uetzer Einwohnern seit 2011 in der Grünanlage drei Linden und 14.000 Blumenzwiebeln gepflanzt sowie einen Baumlehrpfad angelegt.

Mehrfach habe er den Bauhofleiter in den vergangenen Jahren gebeten, im Fuhse-Park nicht vor Ende Mai zu mähen, weil sonst unweigerlich sämtliche gepflanzten Frühjahrsblüher abgetötet würden, schreibt Nordmann. Trotzdem sei in jedem Jahr der Rasen zu früh gekürzt worden, 2019 bereits am 29. April. „Damit wurden wieder Hunderte Frühblüher sicher zerstört und vielen Insekten wurde die erste Nahrungsquelle genommen“, kritisiert der Uetzer. Er befürchtet, dass der Bauhof in diesem Jahr die letzten noch verbliebenen Frühjahrsblumen vernichtet hat.

Frühjahrsblumen haben bisher Farbtupfer im Fuhse-Park gesetzt. Quelle: Friedrich-Wilhelm Schiller (Archiv)

Nordmann: Keine Pflanzaktion in diesem Herbst

Nordmann, der am Fuhse-Park wohnt, schließt eine erneute Pflanzaktion in diesem Herbst aus. Weil der Bauhof so viel kaputtgemacht habe, sei kein Bürger mehr bereit, auch nur noch einen Cent für Blumenzwiebeln zu spenden oder seine Freizeit für Pflanz- und Müllsammelaktionen zu opfern.

Auch der Baumlehrpfad werde nach und nach zerstört. Nordmann selbst hatte für dessen Beschilderung 1100 Euro gespendet. „Gesunde Bäume, zum Beispiel Hainbuche und Traubenkirsche, werden ohne die geringste Sachkenntnis beschnitten, gefällt oder sinnlos bis in 5,5 Meter Höhe total entastet“, klagt der Uetzer. Ärgerlich sei auch, dass er nur zwei der teuren Lehrpfadschilder zurückbekommen habe, die an Bäumen befestigt waren, die abgeholzt oder bei Sturm umgeweht worden seien.

Ein Bild aus vergangenenJahren: Hans-Volker Nordmann (rechts) pflanzt mit Einwohnern im Fuhse-Park einen Baum. Quelle: Friedrich-Wilhelm Schiller (Archiv)

Bürger haben ein Vorzeigeobjekt geschaffen

Ohne zwingende Notwendigkeit entferne der Bauhof Totholz, das für Insekten und Kleinsäuger wichtig sei. Auf dem ehemaligen Bouleplatz im Fuhse-Park hätten sich Zauneidechsen gesonnt, berichtet der engagierte Uetzer. In diesem Sommer seien dort keine mehr zu beobachten gewesen. Nordmann macht dafür den Bauhof verantwortlich, der rund um die alte Boulebahn großflächig den Rasen gemäht hat. „Die Eidechsen haben jetzt keine Deckung mehr.“

Der waldähnliche Park müsse nicht nur für kleine Tiere, sondern auch für die Einwohner erhalten bleiben. Er produziere Sauerstoff, binde Kohlendioxid und filtere Staub aus der Luft. „Wenn in Uetze auch nur ein Baum sinnlos gefällt oder sinnlos entastet wird, dann ist das genauso verwerflich, als wenn in Brasilien ein Hektar Regenwald vernichtet wird“, sagt Nordmann.

Nach seinen Angaben haben bis zum 29. April dieses Jahres, dem Tag der zu frühen Rasenmahd, täglich Freiwillige im Park Müll eingesammelt und einmal in der Woche den Hundekot beseitigt. „Durch die Bürgerinitiative ist ein Vorzeigeobjekt entstanden, das im weiten Umkreis seinesgleichen suchte“, schreibt Nordmann. Mittlerweile mache sich bemerkbar, dass die Helfer ihr Engagement eingestellt haben:„So ungepflegt, vermüllt und verwahrlost hat dieses sonst so schöne Stückchen Erde noch nie ausgesehen.“

Bürgermeister will mit Verantwortlichen reden

Nach Auskunft des Gemeindesprechers Andreas Fitz wird Bürgermeister Werner Backeberg am Dienstagnachmittag mit den zuständigen Fachbereichsleitern über den Beschwerdebrief sprechen. Erst danach werde die Verwaltung dazu Stellung nehmen.

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Von Friedrich-Wilhelm Schiller

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