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Uetze Mit Hündin Layla wird der Schultag für die Schüler zum Erlebnis
Umland Uetze

Uetze: Hündin Layla macht jeden Schultag für die Schüler zum Erlebnis

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18:01 28.11.2019
Layla und die Schüler in der Löwenzahnschule Dollbergen Quelle: Anette Wulf-Dettmer
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Dollbergen

In der Löwenzahnschule in Uetze-Dollbergen gehört seit Kurzem ein Hund zum Kollegium: die zweijährige Layla von Lehrerin Dana Tiedau-Smolny. Das Tier ist ein ausgebildeter Schulhund. Wenn Tiedau-Smolny in ihrer Klasse unterrichtet, ist Layla immer dabei. „In die anderen Klassen nehmen ich sie nur mit, wenn es dort im Sachkundeunterricht um Hunde geht.“

Wenn der Berner Sennmischling an der Seite von Tiedau-Smolny durch die Gänge und über den Schulhof geht, hat jeder ein gutes Wort oder ein Lächeln für die Hündin übrig. Sie ist längst der Liebling aller Schüler. Im Klassenzimmer darf Layla sich frei bewegen. Sie wählt aus, zu wem sie sich setzt. „Layla merkt, welche Kinder ihre Gegenwart brauchen“, sagt Tiedau-Smolny. Sie gehe aber auch zu den Schülern, vor allem Mädchen, die besonders lieb zu ihr sind.

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Layla sitzt nahe bei Magdalena, die die Hündin am Rücken krault. Quelle: Anette Wulf-Dettmer

Für den Umgang mit Layla gelten klare regeln

Doch Layla ist kein Schmusehund. Die Schüler müssen sich im Umgang mit der Hündin an klare Regeln halten. Sie dürfen sie beispielsweise nur mit Erlaubnis streicheln und füttern. Sie dürfen ihr nicht hinterherlaufen, sie nicht bestürmen und nicht festhalten. In ihrer Gegenwart darf nicht geschrien werden. Und nach jedem direkten Kontakt mit dem Hund müssen die Schüler ihre Hände waschen.

Schüler reißen sich um den Hundedienst

Die Schüler in Tiedau-Smolnys vierter Klasse sind auch dafür verantwortlich, dass für Layla Trinkwasser bereitsteht, auf dem Boden des Klassenraums kein Müll liegt, Frühstücksbrote von den Tischen verschwunden und die Schultaschen geschlossen sind. Für diese Aufgaben gibt es einen Hundedienst, der wöchentlich wechselt. „Es ist mit Abstand der beliebteste Dienst bei den Schülern“, sagt Tiedau-Smolny lächelnd.

Im Umgang mit dem Hund lernen die Kinder, ihre eigenen Bedürfnisse mit denen des Tieres in Einklang zu bringen. „Die Kinder müssen lernen, was das Tier möchte und was ihm gut tut“, erklärt die Lehrerin. So lernen sie, Rücksicht zu nehmen und sich um ein anderes Lebewesen verantwortungsvoll zu kümmern. „Layla beeinflusst das Lernklima und das Sozialverhalten in der Klasse unheimlich positiv“, sagt eine Kollegin von Tiedau-Smolny.

„Kinder lernen, was dem Tier gut tut“

Die Liste der positiven Auswirkungen eines Hundes auf die Entwicklung von Kinder ist lang. Tiedau-Smolny hat sie in ihrem pädagogischen Konzept zum Einsatz des Schulhundes aufgeführt: Demnach fördern Hunde – was wissenschaftliche Studien belegen – das Selbstwertgefühl, die Persönlichkeitsentwicklung, die emotionale Stabilität, das Sozialverhalten und das Zusammengehörigkeitsgefühl einer Klasse, die Konzentrationsfähigkeit und sogar die Lesefähigkeit.

Mit Layla verfliegt die Unterrichtsstunde im Nu

Eine Schulstunde mit Layla ist ein überraschendes Erlebnis. Die Gegenwart der Hündin schafft im Klassenraum eine entspannte Atmosphäre – fast wie zu Hause im Wohnzimmer. Layla geht erst einmal von Kind zu Kind, um sich ein paar Streicheleinheiten abzuholen. Inzwischen erläutert Tiedau-Smolny die Unterrichtsaufgabe: Die Schüler sollen den Umgang mit dem Wörterbuch üben. Dabei hat Layla ihren großen Auftritt.

Layla bringt den Lederbeutel, den sie im Klassenraum schnell aufgespürt hat, zurück zu Dana Tiedau-Smolny (links). Quelle: Anette Wulf-Dettmer

Ein Schüler oder eine Schülerin darf einen Lederbeutel – in ihm befinden sich der Zettel mit dem Wort, das im Wörterbuch gesucht werden soll, und Leckerlis für Layla – im Klassenraum verstecken. Dann wird Layla losgeschickt, um ihn zu suchen und zu apportieren. Schwanzwedelnd kehrt sie mit ihrer Beute zu ihrem Frauchen und dem Schüler zurück. Wer das gesuchte Wort, das Tiedau-Smolny aus dem Beutel fischt, zuerst im Wörterbuch findet, darf den Beutel als Nächster verstecken. Auf diese Weise verfliegt die Unterrichtsstunde nicht nur im Nu, alle sind auch konzentriert bei der Sache. Denn jeder möchte einmal mit Layla spielen.

Die zweijährige Berner-Sennhündin fühlt sich sichtlich wohl bei den Viertklässlern der Löwenzahnschule in Dollbergen.

Ein Schulhund beherrscht viele Tricks

„Layla lernt bei ihrer Ausbildung viele Tricks, die man gut im Unterricht einsetzen kann“, berichtet ihre Besitzerin. Dazu gehöre nicht nur das Apportieren, sondern auch das Kartenziehen und Würfeln. Doch bevor es an die praktische Ausbildung eines Schulhundes geht, werden dessen physische und charakterliche Eigenschaften getestet. Tiedau-Smolny, die Layla als Welpen bekommen hat, zählt die wichtigsten Anforderungen auf: Er muss ein freundliches Wesen und eine hohe Toleranz- und Reizschwelle haben. Er darf nicht schreckhaft und scheu sein, sondern zutraulich, ausgeglichen, gelassen und ruhig.

Als der Wesenstest bestanden war, begann die Ausbildung – und zwar nicht die von Layla, sondern auch die von Tiedau-Smolny. „Ich habe beispielsweise gelernt, wie eine Unterrichtsstunde sinnvoll mit einem Hund aufgebaut werden kann“, berichtet sie. Die Kurse fanden an Wochenenden statt und endeten mit einer Prüfung. Der dritte Schritt war dann die praktische Ausbildung, die beide gemeinsam absolvierten.

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Von Anette Wulf-Dettmer

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