Uetze: Jugendtraum bleibt für einstigen Rathauschef unerreichbar
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Uetze Jugendtraum USA bleibt für einstigen Rathauschef erst mal unerreichbar
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Uetze: Jugendtraum bleibt für einstigen Rathauschef unerreichbar

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15:10 21.03.2020
Hans Steding zeigt eine Landkarte, auf der er seine geplante Reiseroute durch Texas eingezeichnet hat.
Hans Steding zeigt eine Landkarte, auf der er seine geplante Reiseroute durch Texas eingezeichnet hat. Quelle: Friedrich-Wilhelm Schiller
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Uetze/Bröckel

Einen Jugendtraum wollte sich Uetzes ehemaliger Gemeindedirektor Hans Steding endlich erfüllen. Der heutige Bröckeler hatte vor, am Sonnabend, 21. März, von Hannover aus für sechs Wochen in die USA zu fliegen. Die Corona-Pandemie hat dem 73-Jährigen einen Strich durch die Rechnung gemacht. Er musste die Reise absagen.

Am Mittwoch, 11. März, hatte der amerikanische Präsident Donald Trump wegen des Corona-Virus’ eine Einreisesperre für Bürger aus der Europäischen Union verhängt. „Die Absage ist ob der langen Vorbereitungszeit eine große Enttäuschung für mich“, sagt Steding. Andererseits könne er Trumps Entscheidung verstehen.

Inzwischen ist die Situation weltweit eskaliert: Es fliegen fast keine Flugzeuge mehr. Am Freitag hat der Bundesstaat Kalifornien eine Ausgangssperre verhängt, weitere Staaten in den USA werden sicherlich folgen. Die Bundesregierung setzt unzählige Charterflüge ein, um deutsche Touristen von überall auf der Welt nach Deutschland zurückzuholen.

Steding hat Reiseprogramm genau ausgearbeitet

Steding hatte bereits Anfang Juni 2019 mit den Reisevorbereitungen begonnen. Er hat sich für seinen sechswöchigen Aufenthalt einen Mietwagen besorgt. Damit wollte er zu einer Rundreise durch Texas aufbrechen. Die Route und das Reiseprogramm hat er genau ausgearbeitet. „Die reine Fahrstrecke von Ort zu Ort ist rund 4200 Kilometer lang“, sagt der 73-Jährige. Mit Abstechern zu Ausflugszielen wären wohl 6000 Kilometer zusammengekommen.

In Houston wollte er sich das Space Center der Nasa anschauen. „Schon früh habe ich mich für Raumfahrt interessiert“, erzählt Steding. In der früheren deutschen Siedlung Fredericksburg war die Besichtigung der Skulturengruppe Comanchen-Vertrag geplant. „Deutsche Siedler schlossen mit den Comanchen einen Vertrag über ein friedliches Miteinander, der nie gebrochen wurde.“ Weitere Stationen wären unter anderem Corpus Christi, Brownsville, Amarillo, Austin und Oklahoma City gewesen.

Hans Steding wollte schon 1975 in die USA reisen

Die geplante Reise hat eine Vorgeschichte. Von 1960 bis 1974 hatte Steding eine Brieffreundin namens Mary Ethel Hickey, die in Merkham in Texas wohnte. Sie und ihr Bruder Melvin hatten ihn 1966 in Kleve besucht, wo Steding damals wohnte. Der für 1975 geplante Gegenbesuch kam nicht zustande. „Sie war 1974 plötzlich im Alter von 30 Jahren gestorben“. Jahre später erfuhr Steding auch vom Tod der Geschwister und der Mutter seiner Brieffreundin. Mit einer ihrer Verwandten steht Steding heute in Kontakt. Er wollte sie während der Rundfahrt durch Texas besuchen.

Die Absage der USA-Reise hat für Steding zumindest keinen finanziellen Verlust zur Folge. Die Buchung des Mietwagens sei sofort storniert worden. „Das Geld ist schon auf dem Weg zurück“, sagt Steding. Auch den Preis für den Flug bekomme er erstattet. Das werde etwa vier bis sechs Wochen dauern. Hotels habe er sich zwar entlang der Strecke ausgesucht, aber noch nicht gebucht gehabt.

Die sechswöchige Reise will Steding im nächsten Jahr nachholen. Der Termin steht schon fest: vom 20. März bis zum 2. Mai.

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Von Friedrich-Wilhelm Schiller