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Uetze K+S beantragt vorzeitigen Bau des Recyclingplatzes
Umland Uetze K+S beantragt vorzeitigen Bau des Recyclingplatzes
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15:11 06.05.2019
Am Steigerring im Südosten des Kalibergs will K+S den Recyclingplatz bauen. Quelle: Friedrich-Wilhelm Schiller
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Wathlingen/Hänigsen

Der Konzern K+S hat es eilig. Er will das Ergebnis des laufenden Planfeststellungsverfahrens zur Abdeckung des Wathlinger Kalibergs gar nicht erst abwarten, sondern offenbar so schnell wie möglich Tatsachen schaffen. Das Unternehmen hat jetzt beim Landesamt für Bergbau, Energie und Geologie (LBEG) den Antrag gestellt, schon jetzt den Recyclingplatz bauen zu dürfen. K+S hofft nach eigenen Angaben auf eine Genehmigung im Sommer.

Auf einer rund zwei Hektar großen Fläche im Südosten der Rückstandshalde des stillgelegten Wathlinger und Hänigser Bergwerks Niedersachsen-Riedel will das Unternehmen eine Anlage für die Annahme und die Verarbeitung von Baustoffen und Bodenaushub errichten, die für die Haldenabdeckung benötigt werden. Zudem soll auf diesem Recyclingplatz Bauschutt zerkleinert sowie das angelieferte Material kontrolliert, aufbereitet, sortiert und zwischenlagert werden.

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K+S hat beantragt, auf dem Gelände den Mutterboden abtragen, das Areal planieren, Ver- und Entsorgungsanschlüsse herstellen und den Platz asphaltieren zu dürfen. An der Zufahrt sollen Fahrzeugwaagen installiert werden, um die vollen und leeren Lastwagen wiegen zu können. Außerdem sind Werkstätten, Sozialräume, eine Tankanlage und ein Sammelbecken für Regenwasser geplant. „Die Anlieferung von Abdeckmaterial ist nicht Bestandteil des Antrags“, teilt das LBEG mit.

Nach den Worten des K+S-Sprechers Ulrich Göbel haben Gutachten den Nachweis erbracht, „dass von der geplanten Anlage keine unzulässigen Emissionen ausgehen werden“. Trotzdem wolle K+S den abgetragenen Mutterboden zu einem Lärmschutzwall aufschütten, der die Siedlung Kolonie vor Arbeitsgeräuschen abschirmen soll. Für Kritiker der Haldenabdeckung ist der Arbeitslärm eine Sache, mindestens genauso problematisch ist in ihren Augen die Staubentwicklung beim Entladen, Sortieren, Zerkleinern und wieder Aufladen vor allem des mit umwelt- und gesundheitsgefährdenden Substanzen belasteten Bauschutts der Kategorie Z2.

Insgesamt ist die Abdeckung des Kalibergs mit Bodenaushub und Bauschutt ist umstritten. Die Gemeinde Uetze sowie die Bürgerinitiativen Umwelt Uetze und Wathlingen fordern, die jetzige Abraumhalde wieder ins Bergwerk zu bringen. Einwohner aus Hänigsen, Dachtmissen und Sorgensen befürchten wegen der Materialtransporte zum Recyclingplatz eine zusätzliche Verkehrsbelastung.

Nach Angaben des LBEG hat K+S aufgrund der Stellungnahmen von Behörden und Naturschutzverbänden einige Antragsunterlagen zum Gesamtprojekt geändert und ergänzt. Diese Unterlagen wird das LBEG den Behörden und Verbänden zusenden, damit sie dazu Stellung nehmen können. Eine Entscheidung über den vorzeitigen Baubeginn des Recyclingplatzes will das Landesamt frühestens nach Auswertung dieser Stellungnahmen treffen. Bei der Prüfung des Antrags auf einen vorzeitigen Baubeginn des Recyclingplatzes spielt laut LBEG die Prognose eine Rolle, ob das Unternehmen mit einer Genehmigung des Gesamtvorhabens rechnen kann.

Von Friedrich-Wilhelm Schiller

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