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Uetze Naturschützer fordern: Brand bei Hänigsen soll wieder Wasser bekommen
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Uetze: Naturschützer wollen den Brand bei Hänigsen wieder vernässen

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12:00 16.08.2019
Wolfgang Tannenberg (links) und Erhard Zander schauen sich im Brand einen ausgetrockneten Bachlauf an. Quelle: Privat
Uetze

Heiner Lammers vom Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), der Naturschutzbeauftragte Erhard Zander und Wolfgang Tannenberg, der wie Zander Mitglied des Naturschutzbunds (Nabu) ist, bezeichnen die Grundwasserverhältnisse im Brand als „katastrophal schlecht“. Der Brand ist ein Auwald, der seit 1985 unter Naturschutz steht und der Europäischen Union als besonders schützenswertes Fauna-Flora-Habitat (FFH-Gebiet) gemeldet worden ist.

Nach Zanders Ansicht hat die Flurbereinigung die Grundwassersituation negativ verändert. Er fordert, „die natürlichen Wasserverhältnisse“ wieder herzustellen. „Das schreiben die Naturschutzverordnung und der Bewirtschaftungsplan aus dem Jahr 2008 vor“, sagt Zander. Aber seit Jahren passiere nichts. „Kein Wunder, dass die Bachläufe im Brand im Sommer trockenfallen und selbst im Winter wenig Wasser führen“, fügt Tannenberg hinzu. Die früher üblichen Überschwemmungen blieben aus. Die Folge: Die Natur im Wald leide unter Wassermangel. Das wirke sich nicht nur auf die Bäume, sondern auch auf die Krautschicht am Boden negativ aus.

BUND hat Konzept aufstellen lassen

Lammers erinnert daran, dass die BUND-Kreisgruppe Celle vor zwei Jahren auf eigene Kosten von einem Wasserbauingenieur ein Konzept zur Wiedervernässung des Brands habe erarbeiten lassen. Dieses Konzept berücksichtige auch die Interessen der Landwirtschaft, die auch auf Wasser angewiesen sei, sagt Lammers.

Laut Tannenberg lautet ein Vorschlag, dort, wo die Alte Thöse auf die Neue Thöse trifft, eine Schwelle in das Bachbett der Alten Thöse einzubauen. Dann könne Hochwasser über die Schwelle in die Alte Thöse fließen. Wenn der Wasserstand wieder falle, bleibe Wasser in dem alten Bachbett zurück, erläutert der Hänigser. Außerdem habe der Wasserbauingenieur empfohlen, Wasser aus der Thöse oberhalb des Brands über ein vorhandenes Grabensystem in den Brand zu leiten.

Keine stauenden Schichten im Aller-Urstromtal

Lammers Vorwurf, dass es die Landesforsten abgelehnt hätten, „über die Ideen auch nur nachzudenken“, weist Hans-Martin Roese, Leiter des Forstamts Fuhrberg, entschieden zurück. Das Forstamt Fuhrberg habe ein eigenes Gutachten anfertigen lassen. Ein Ergebnis sei, dass die Lage des Brands im Aller-Urstromtal eine großräumige Betrachtung erfordere. Im Aller-Urstomtal existierten keine stauenden Schichten. Auch einzelne Lehm-/Ton- und Schluffbänder hätte keine stauende Wirkung, weil sie viel zu klein seien. „Wiedervernässungsüberlegungen können daher nur in einem großräumigen Kontext erfolgen“, sagt Roese. Eine bloße Betrachtung des Brands führe nicht zum gewünschten Erfolg.

Roese gibt außerdem zu bedenken, dass das Wasser, das die Naturschützer in das FFH-Gebiet leiten wollen, wegen der Landwirtschaft belastet sei. Darauf wiesen dessen hohe Werte für die elektrische Leitfähigkeit hin. Würde man dieses Wasser in den Brand leiten, würde sich dort die Versauerung des Bodens beschleunigen.

Roese macht auch darauf aufmerksam, dass der Mensch die jetzigen Verhältnisse über Jahrhunderte hergestellt habe. „Daran haben sich alle Bäume angepasst“, sagt der Forstamtsleiter. Insbesondere ältere Bäume könnten sich auf eine dauerhafte Vernässung nicht einstellen.

Von Friedrich-Wilhelm Schiller

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