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Uetze Zander fordert Auflagen für Friedwald in der Herrschaft
Umland Uetze Zander fordert Auflagen für Friedwald in der Herrschaft
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15:04 11.03.2019
Eine Teilfläche der Herrschaft ist als Friedwald ausgewiesen. Quelle: Friedrich-Wilhelm Schiller
Uetze

Nicht nur die Grünen in der Regionsversammlung haben Bedenken gegen eine Erweiterung der Fläche, die bisher in der Uetzer Herrschaft als Friedwald genutzt werden. Rückendeckung erhalten sie vom Naturschutzbeauftragten für die Gemeinde Uetze, Erhard Zander aus Hänigsen. Er hat dem Umweltausschuss des Uetzer Rats seine Bedenken gegen eine Ausweitung der Fläche geschildert.

Per Satzung sind 63,6 Hektar des Waldgebiets als Friedwald ausgewiesen. Bislang sind auf einer rund 18 Hektar großen Fläche zirka 2500 Urnen unter Bäumen beigesetzt worden. Zander kritisiert, dass der Friedwald im Juni 2006 eröffnet worden ist, ohne zu prüfen, ob eine Baugenehmigung erforderlich ist. „Durch die Friedwaldnutzung wurde die Waldbiologie durch viele kleine Trampelpfade, die zu den Urnenbäumen führen, stark beeinträchtigt“, klagt Zander. Das ist nach seiner Meinung in einem Fauna-Flora-Habitat (FFH-Gebiet) und künftigem Naturschutzgebiet nicht zulässig.

Eine Informationstafel mit einem Waldplan gibt Auskunft, wo in der Herrschaft Urnenbeisetzungen erlaubt sind. Quelle: Friedrich-Wilhelm Schiller

Zander räumt ein, dass man der im hessischen Griesheim ansässigen Friedwald GmbH nicht die Betriebserlaubnis für die Begräbnissstätte in der Herrschaft entziehen könne. „Es bleibt aber die Möglichkeit, den Friedwaldbetrieb unter der Prämisse des Naturschutzvorranges mit Auflagen neu zu ordnen, die anderenorts bereits festgesetzt wurden“, fügt der Naturschutzbeauftragte hinzu. So sei der Friedwald Cuxland bei Bederkesa aus Wasserschutzgründen von ursprünglich 30 auf acht Haktar reduziert worden. Für den Friedwald Lüneburger Heide bei Bispingen, der in einem Naturschutzgebiet liegt, gelte die Auflage, dass Urnen nur an Wegen beigesetzt werden dürfen. Zander schlägt vor, es bei der bisherigen Bestattungsfläche in der Herrschaft zu lassen oder nur noch Urnenbeisetzungen an den Wegen zu erlauben.

Zander macht darauf aufmerksam, dass es inzwischen auch auf vielen Friedhöfen eine Alternative zur Waldbestattung gibt, weil dort Urnenbeisetzungen unter Bäumen möglich sind. Diese Gräber seien für viele Hinterbliebene, die nicht mehr Auto fahren könnten, leichter erreichbar, weil die Friedhöfe im Ort oder am Ortsrand liegen. „Wollen Angehörige, wenn sie nicht fahrtüchtig sind, den Friedwald erreichen, sind sie auf Angehörige oder Freunde angewiesen“, gibt Zander zu bedenken.

Im vorigen Jahr hatten Regionsabgeordneete der Grünen beanstandet, dass im Friedwald Uetzer Herrschaft Trampelpfade entstanden seien. Diese Kritik hatte damals der Leiter des Forstamts Fuhrberg, Hans-Martin Roese, entschieden zurückgewiesen: Um den Friedwald zu erschließen, habe man alte Rückegassen genutzt, dir früher für die Holzernte benötigt wurden. Nach seiner Meinung ermögliche die Nutzung der Herrschaft als Friedwald, Naherholung und Naturschutz unter einen Hut zu bringen.

Von Friedrich-Wilhelm Schiller

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