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Uetze Teermuseum Hänigsen zeigt seltenes medizinisches Gerät
Umland Uetze Teermuseum Hänigsen zeigt seltenes medizinisches Gerät
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13:08 15.04.2019
Dieter Sieber zeigt das historische Desinfektionsgerät. Quelle: Friedrich-Wilhelm Schiller
Hänigsen

Was haben das Teermuseum in Hänigsen und ein Museum für Medizintechnik in Australien gemeinsam? Nach Recherchen des ehrenamtlichen Hänigser Museumsmitarbeiters Dieter Sieber können sich Besucher nur in diesen beiden Museen ein mit Petroleum betriebenes Desinfektionsgerät ansehen.

Das Gerät im Hänigser Museum hat Heinrich Reneke – der Hänigser lebt jetzt in Benrode – zufällig auf einem Flohmarkt aufgetrieben. „Wir haben zuerst gedacht, das ist eine Art Petroleumlampe“, sagt Sieber. Die Teerkerle, so nennen sich die ehrenamtlichen Hänigser Museumsmitarbeiter, hätten sich jedoch gewundert, wie das Licht der Lampe einen Raum erhellen sollte. Denn die Flamme, die das Licht erzeugt ist, von einem Zylinder aus Metall umgeben.

Daher hat Sieber im Internet recherchiert. Er fand heraus, dass es sich um ein Desinfektionsgerät handelt, das um 1930 in Krankenhäusern verwendet wurde und dass ein zweites Exemplar im australischen Museum für Medizintechnik ausgestellt wird. „Es funktioniert tatsächlich wie eine Petroleumlampe“, sagt Sieber. Unten ist ein Behälter, in den man Petroleum füllt. Darüber befindet sich ein metallischer Zylinder, an dem unten an der Seite ein Rädchen angebracht ist, mit dem man die Länge des Dochts einstellt. In den Zylinder kommt ein kleines Gefäß mit einem Desinfektionsmittel. Die Flamme erhitze das Desinfektionsmittel, sodass es verdampfe, erläutert Sieber. „Damit wurden quasi in den Krankenhäusern die Zimmer ausgeräuchert, in denen Patienten mit hoch ansteckenden Krankheiten gelegen hatten.“

Schwerpunktthema des Hanser Teeermuseums ist die Erdölförderung. „Damit hat das Gerät nur entfernt etwas zu tun“, sagt Sieber. Nur in soweit, dass dessen Energiequelle Petroleum und damit ein Erdölprodukt ist. Die Teerkerle hätte es deshalb zuerst aus der Ausstellung nehmen wollen. „Weil es ein seltenes Stück ist, haben wir es in der Sammlung gelassen“, berichtet der Hänigser. Zudem könne man Besuchern zu dem Exponat eine schöne Geschichte erzählen.

Von Friedrich-Wilhelm Schiller

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