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Uetze Ohne Helfer läuft nichts im Zweiständerhaus
Umland Uetze

Uetze: Ohne Helfer läuft nichts im Zweiständerhaus in Wackerwinkel

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00:19 03.06.2019
Gisela Marwede (rechts) bedient während des Saisonauftakts im Zweiständerhaus Besucher an der Kuchentheke. Quelle: Friedrich-Wilhelm Schiller
Wackerwinkel

Seine fleißigen Helfer sind dem Heimatbund Uetze Gold wert. Ohne sie könnte er das mehr als 400 Jahre alte Zweiständerhaus in Wackerwinkel und den dazu gehörenden Bauerngarten während des Sommerhalbjahrs nicht jeden Donnerstagnachmittag für Besucher öffnen. Freiwillige kümmern sich während der Öffnungszeiten nicht nur um die Gäste. Sie hegen und pflegen auch das gepachtete Baudenkmal. „Der Verein lebt davon, dass sich die Mitglieder ehrenamtlich engagieren“, sagt Kassenwart Helmut Ries.

Donnerstags sind laut dem Vorsitzenden Peter Doms immer drei Vereinsmitglieder anwesend. Zwei seien für die Bewirtung der Gäste zuständig. Das dritte Vereinsmitglied erläutere Interessierten die Besonderheiten des 1596 errichteten Bauernhauses, das sich im Laufe der Jahrhunderte nur wenig verändert habe. Gegen eine Spende können sich Besucher mit Kaffee und Kuchen stärken. Den selbst gebackenen Kuchen bringen Helfer mit. „Wir bekommen auch Kuchenspenden. Den Spendern gilt ein herzliches Dankeschön“, sagt Ursula Bauermeister, die zum rund 20-köpfigen Freiwilligenstamm zählt.

Großeinsatz beim Saisonauftakt

Die Freiwilligen wechseln sich donnerstags ab. Beim Saisonauftakt am Himmelfahrtstag waren hingegen fast alle im Einsatz. „In zwei Schichten. Einige sind am Vormittag, die anderen am Nachmittag gekommen“, berichtet Doms. „Ich helfe immer, wenn Not am Mann ist“, sagt Waltraud Pröve. Sie packe immer da mit an, wo sie gebraucht werde. Sie wascht Besteck und Geschirr ab, kocht Kaffee und wischt Tische ab, an denen Gäste gesessen haben.

Ursula Bauermeister (von links), Waltraud Pröve und Jutta Schmidt waschen und trockenen Geschirr in der Küche des Baudenkmals ab. Quelle: Friedrich-Wilhelm Schiller

„Wir sind ein tolles Team und haben während der Arbeit Spaß“, sagt Pröve. Sie scherze oft mit anderen Helferinnen in der Küche. Die Arbeit mache auch wegen des netten Publikums Spaß, fügt Bauermeister hinzu. Nicht nur alte Menschen besichtigten das historische Gebäude, betont sie.

Gartengruppe trifft sich mittwochs

„Man muss die Natur lieben, wenn man hier draußen arbeitet“, sagt Gisela Marwede, die am Himmelfahrtstag hinter der Kuchentheke stand. Sie ist wie Doms eine von fünf Fremdenführern des Heimatbunds, die nach Terminabsprache Gruppen das Gebäude und den Bauerngarten zeigen. Gern erzähle sie Jugendlichen etwas über das mehr als 400 Jahre alte Baudenkmal. „Ich fühle mich mit dem Haus verbunden“, sagt Marwede. Daher kümmert sie sich auch um den Garten hinter dem Fachwerkgebäude. Jeden Mittwochvormittag trifft sie sich mit Werner Fuhrmann und ihrer Tochter Angela Schmidt, um zum Beispiel Unkraut zu jäten, Gemüse zu säen und verblühte Blumen abzuschneiden.

Der Heimatbund öffnet das 1596 errichtete Zweiständerhaus donnerstags für Besucher. Quelle: Friedrich-Wilhelm Schiller

Für Angela Schmidt, die stellvertretende Vorsitzende ist und den alljährlichen Kunsthandwerkermarkt im Zweiständerhaus organisiert, war es eine Selbstverständlichkeit, beim Saisonauftakt zu helfen: „Als Vorstandsmitglied muss man Vorbild sein. Bei großen Veranstaltungen bin ich immer dabei.“ Auch sie schwärmt von dem Gebäude. Ihr gefalle das Ambiente. In dem Haus könne man erfahren, mit wie wenig früher unsere Vorfahren hätten auskommen müssen.

Ehrenamtlicher Einsatz als Kontaktbörse

Thomas Heyne engagiert sich ehrenamtlich beim Heimatbund, obwohl er erst seit 2017 in Uetze wohnt. „Bei Veranstaltungen im Zweiständerhaus komme ich mit Besuchern ins Gespräch. So lerne ich neue Leute kennen“, sagt er. Gemeinsam mit Doms mäht er den Rasen rund um Gebäude und Garten. „Zu zweit brauchen wir dafür immer zwei Stunden“, erzählt Heyne.

Einige Tage vor der Saison treffen sich Heimatbund-Mitglieder zum Frühjahrsputz im Zweiständerhaus. „Da waren wir beim vorigen Mal etwa 20“, berichtet Doms. Die Helferin Jutta Schmidt erinnert daran, dass in den Neunzigerjahren Vereinsangehörige das Baudenkmal saniert haben. „Ich bin beeindruckt, wie schön es heute aussieht“, sagt die Uetzerin, die früher in Wackerwinkel gewohnt hat.

Drei besondere Veranstaltungen sind geplant

Das Zweiständerhaus in Wackerwinkel ist donnerstags von 15 bis 17.30 Uhr für Besucher geöffnet. Die Gäste sollen nicht über den Hof gehen oder fahren, sondern den Wegweisern zum Parkplatz folgen. Ansprechpartner für Gruppen, die einen Termin für Führungen vereinbaren wollen, ist Peter Doms, Telefon (05173) 7752. Für dieses Jahr plant der Heimatbund drei besondere Veranstaltungen in dem Fachwerkhaus. Für Sonntag, 30. Juni, 15 Uhr, lädt er mit dem Uetzer Seniorenbeirat zu einem Konzert mit dem Shantychor Graf Luckner ein. Einen plattdeutschen Gottesdienst will der Heimatbund am Sonntag, 18. August, ab 10 Uhr feiern. Ein Kunsthandwerkermarkt findet am Sonntag, 10. November, von 11 bis 17 Uhr statt.fs

Von Friedrich-Wilhelm Schiller

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