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Uetze Ortspolitiker kritisieren Abbaupläne von Holcim
Umland Uetze

Uetze: Ortspolitiker kritisieren Abbaupläne von Holcim

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17:35 13.11.2019
Diese Baumreihe soll dem Kiesabbau weichen. Quelle: Friedrich-Wilhelm Schiller
Uetze

Die Region Hannover soll die Genehmigung des Erweiterungs- und Änderungsantrags der Firma Holcim für den Kiesabbau im Südwesten Uetzes an bestimmte Bedingungen knüpfen. Das fordert der Umwelt- und Planungsausschuss des Uetzer Rats. Eine Lärmbelastung der Wohnhäuser am Katenser Weg müsse man vermeiden. Deshalb müsse man dort die Arbeiten für den Trockenabbau auf acht Stunden pro Tag begrenzen. Zudem müssten die Arbeitsstunden in die Zeit von 7 bis 20 Uhr fallen.

Außerdem müsse die Regionsverwaltung die Belange des Naturschutzes so umfassend wie möglich berücksichtigen, verlangt der Ausschuss. Die Kiesgrube auf der Westseite des Haarschlagwegs müsse nach der Rekultivierung einen geschwungenen Uferverlauf erhalten, wie es in der Genehmigung von 2004 vorgesehen ist.

Beu: „Unzulässige Vorratsplanung“

Insbesondere sparte Grünen-Fraktionschef Georg Beu in der Ausschusssitzung am Dienstagabend nicht mit Kritik an den Plänen, die Abbautiefe auf 15,80 Meter zu vergrößern, die Jahresfördermenge auf 300.000 Tonnen zu erhöhen und zusätzlich zu den beiden bereits genehmigten Kiesgruben zwischen Haarschlag- und Katenser Weg dort noch eine dritte auszubeuten. „Ich halte das für eine unzulässige Vorratsplanung“, sagte der Grünen-Fraktionschef.

Beu befürchtete auch, dass die Quelle, die den Irenensee speist, wegen der Grundwasserabsenkung versiegen wird. Mit den neu entstehenden Wasserflächen nehme die Verdunstung zu. Ferner bemängelte er, dass in den Kiesteichen zwischen Schafstall- und Haarschlagweg kaum noch Flachwasserzonen vorgesehen sind und das Abbaugebiet zu dicht an die Häuser am Katenser Weg heranrücke. „Die Ausgleichsmaßnahmen sind schöngerechnet“, kritisierte der Naturschutzbeauftragte Erhard Zander. Auf keinen Fall dürfe die Baumreihe, die an der Kiesgrube westlich des Haarschlagwegs wächst, gefällt werden.

Planer: Nur geringe Grundwasserabsenkung

Holcim strebe eine Erhöhung der genehmigten Jahresabbaumenge an, um besser auf Nachfrageschwankungen eingehen zu können, erwiderte Oliver Simon, Regionalverantwortlicher des Unternehmens. „Die Verdunstung ist zu vernachlässigen“, sagte Jens Steffahn, Geologe des Ingenieurbüros PKE. Im Übrigen verdunste weniger Wasser, wenn man beim Abbau in die Tiefe gehe, statt einen neuen Kiessee auszubaggern. Die Gefahr, dass die Quelle des Irenensees austrocknet, sah Steffahn nicht. Die Grundwasserabsenkung falle gering aus.

Statt der ursprünglich geplanten Flachwasserzonen in den Gruben zwischen Schafstall- und Haarschlagweg sollen laut dem Landschaftsplaner Peter Mix flache Uferbereiche in den neuen Kiesgruben am Katenser Weg entstehen. Steffahn wies drauf hin, dass das nördliche Abbaufeld Am Katenser Weg seit 2004 genehmigt ist. Daher werde der Kiesabbau nicht näher, als bisher geplant, an die dortige Bebauung heranrücken.

Nach Mix’ Ansicht kann von unzureichenden Ausgleichsmaßnahmen keine Rede sein. „Wir kommen sogar zu einer Überkompensation“, sagte der Landschaftsplaner. Die Kiesseen führten zu einer Erweiterung des Artenspektrums und verbesserten die ökologische Gesamtsituation.

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