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Uetze Ortsrat will 2021 das 1000-jährige Bestehen feiern
Umland Uetze Ortsrat will 2021 das 1000-jährige Bestehen feiern
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09:41 27.03.2019
Das Herrenhaus des Junkernhofes ist eines der ältesten Gebäude des Ortes. Es war einst das Herrenhaus des Uetzer Gutes. Quelle: Friedrich-Wilhelm Schiller
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Uetze

Der Uetzer Ortsrat will 2021 mit einem Aktionsjahr das 1000-jährige Bestehen der Ortschaft feiern. Zwei Veranstaltungen will der Ortsrat nach Auskunft des Ortsbürgermeisters Klaus Finger selbst ausrichten. Die Ortsvertretung plant einen Festakt mit Reden und einem historischen Rückblick in der Agora sowie ein Fest, bei dem alle Einwohner des Ortes mitfeiern können. Die Termine stehen noch nicht fest.

Laut Finger lässt sich die Idee des Aktionsjahres nur verwirklichen, wenn auch möglichst viele örtliche Vereine und Verbände mitziehen und eigene Aktionen auf die Beine stellen. Der Ortsrat regt an, typische Vereinsveranstaltungen unter das Motto „1000 Jahre Uetze“ zu stellen. „Wir sind als Ortsrat bereit, uns, falls es notwendig ist, im angemessenen Rahmen an den Kosten zu beteiligen“, sagt der Ortsbürgermeister. Die Ortsvertretung lädt Vertreter der Vereine und Verbände für Dienstag, 16. April, 19 Uhr, zu einem ersten Vorbereitungstreffen im Hotel Deutscher Kaiser, Kaiserstraße 24, ein.

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975-Jahr-Feier fand im Jahr 1996 statt

Allerdings ist umstritten, ob die erste urkundliche Erwähnung Uetzes tatsächlich aus dem Jahr 1021 stammt. Oft wird das Jahr 1022 genannt. Auch das stimmt offenbar nicht. Für Finger ist das ein wissenschaftlicher Streit unter Historikern. Er erinnert daran, dass Uetze 1996 sein 975-jähriges Bestehen gefeiert hat. Deshalb wolle der Ortsrat 25 Jahre später, also 2021, das nächste Jubiläum feiern.

Eine Urkunde beweise, dass Uetze zu den Gütern des Michaelsklosters in Hildesheim gehört habe und Kaiser Heinrich II. dieses Kloster samt seinen Gütern unter seinen Schutz gestellt habe, hat Dorothea Radtke in der 1996 erschienen Ortschronik geschrieben. Dieses Schriftstück ist 1943 bei einem Luftangriff auf das Staatsarchiv in Hannover vernichtet worden. Laut Radtke war die Urkunde mehrmals abgeschrieben worden. Sehr wahrscheinlich sei, dass Heinrich II. sie nicht 1022, sondern 1021 auf der Pfalz Werla ausgestellt habe, kann man in der Ortschronik nachlesen.

Urkunde ist eine Fälschung

Dem widerspricht der Historiker Ralf Bierod in seiner Broschüre „1000 Jahre Uetze?!“: „Uetze wird erstmals im Güterverzeichnis einer kaiserlichen Urkunde genannt, die seit mehr als 120 Jahren als Fälschung des zwölften Jahrhunderts bekannt ist. Die Datierung im Jahr 1022 war ebenso vorgetäuscht wie der Ausstellungsort.“ Ein Schreiber des Michaelisklosters habe die Urkunde gefälscht. Mit der Fälschung habe das Kloster seinen umfangreichen Besitz absichern wollen, vermutet Bierod.

Trotzdem geht der Historiker davon aus, dass Uetze mindestens 1000 Jahre alt ist: „An den eigentlichen, erfundenen Inhalt der Urkunde hatte der Schreiber ein Güterverzeichnis angehängt, das nach aller Abwägung im Zeitrum von 1013 bis 1019 aufgestellt worden sein muss.“ Spätestens sei es 1022 angefertigt worden. Der Inhalt dieses Verzeichnisse habe immer als authentisch gegolten.

Von Friedrich-Wilhelm Schiller