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Uetze Südlink-Entscheidung überrascht Schwüblingser Bauern
Umland Uetze Südlink-Entscheidung überrascht Schwüblingser Bauern
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00:22 24.02.2019
Seit Monaten kämpfen die Bauern entlang des bislang von Tennet favorisierten Südlink-Trassenkorridors im Osten Hannovers für faire Entschädigung für die Nutzung ihrer Ackerflächen. Quelle: Anette Wulf-Dettmer
Uetze/Schwüblingsen

 Die Landwirte in Schwüblingsen sind am Donnerstagvormittag von der Entscheidung des Netzbetreibers Tennets überrascht worden. Die Stromautobahn Südlink soll nicht, wie von ihnen befürchtet, im Osten Hannovers und damit in ihren Feldern verlegt werden, sondern westlich der Landeshauptstadt verlaufen. „Wir sind froh, dass der Südlink offenbar nicht kommt“, sagt Hartmut Hasberg. „Abgehakt ist die Sache für mich aber nicht.“ Und sein Vater Helmut Hasberg ergänzt: „Dem Frieden trauen wir noch nicht.“

Ist der Kampf gegen die Stromtrasse vorbei?

Seit Monaten haben die Landwirte entlang des östlichen Trassenkorridors zwar nicht gegen die Verlegung der Südlink-Erdkabel protestiert, aber für eine faire Entschädigung gekämpft. Sie wollen keine einmalige, sondern regelmäßige Zahlungen ähnlich den Konzessionsabgaben für die Nutzung öffentlicher Flächen. Denn die Grundeigentümer sollen Tennet eine sogenannte Grunddienstbarkeit einräumen, die auf dem Grundbuchblatt beim Katasteramt eingetragen wird. Die Dienstbarkeit beinhaltet nicht nur die Bereitstellung der Fläche, sondern auch die Erlaubnis, diese jederzeit zu betreten, um die Anlage zu warten oder bei Bedarf zu reparieren oder zu erneuern – und das für „immer und ewig“, sagt Hasberg.

Vor diesem Problem stünden jetzt die Kollegen im Westen der Region. „Wir werden sie natürlich unterstützen“, kündigt Hasberg an. „Auch für sie müssen die von uns aufgestellten Forderungen gelten, wie eine intensive Bauüberwachung und wiederkehrende Entschädigungszahlungen“, sagt er. Landwirte aus dem Westen hätten übrigens die Aktion „Schwüblingsen leuchtet“ unterstützt.

Sorge um Qualität der Böden

„Das hätte ich so nicht erwartet“, sagt auch Schwüblingsens Ortsbürgermeister Eike Dralle. Ein bisschen Freude sei auch dabei, wenn der Südlink tatsächlich nicht kommen sollte. Denn bei aller Sorgfalt beim Verlegen der Erdkabel, „der Boden bleibt gestört“, erklärt Dralle, der als Baufachmann in der Landesbehörde für Straßenbau beschäftigt ist. Noch heute sehe man an der Vegetation, wo vor Jahrzehnten Gasleitungen verlegt wurden, und dafür wurden nur 1,50 Meter breite Gräben ausgehoben. Für die Stromautobahn wird hingegen eine rund 30 Meter breite Schneise für die Bauarbeiten benötigt, die Kabel selbst benötigen eine Breite von circa zehn Metern.

Diese Luftaufnahme zeigt eine Baustelle im Norden Niedersachsens. Hier werden 320-Kilovolt-Gleichstromleitungen gezogen. Quelle: Tennet

Die endgültige Entscheidung über den Korridorverlauf des Südlinks wird die Bundesnetzagentur voraussichtlich Ende 2019 treffen. Bis dahin können sich alle möglicherweise betroffenen Grundeigentümer und Behörden, auch die im Osten, erneut im offiziellen Beteiligungsverfahren äußern, sagt Tennet-Pressesprecher Mathias Fischer. Öffentliche Infomärkte plant Tennet für den 21. Mai in Celle und den 28. Mai in Peine. Die Kommunen und Landkreise werden am heutigen Donnerstagabend in Hildesheim von Tennet detailliert informiert. Gemeindebürgermeister Werner Backeberg will sich am Freitag öffentlich äußern.

Von Anette Wulf-Dettmer

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