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Uetze Das plant Hänigsens Bürgermeister für seinen Ort
Umland Uetze

Uetze: Verkehr zum Kaliberg: Rat schickt Backeberg in erneute Verhandlung

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00:22 01.07.2019
Norbert Vanin engagiert sich auch ehrenamtlich im Hänigser Schwimmbad. Quelle: Friedrich-Wilhelm Schiller
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Hänigsen

Auf eine Amtszeit von 20 Jahren kann Hänigsens Ortsbürgermeister Norbert Vanin zurückblicken. Während dieser Zeit hat sich viel getan in seinem Heimatort. Zu einem Ortsspaziergang hat er sich mit HAZ-Mitarbeiter Friedrich-Wilhelm Schiller auf dem Pappaul, dem alten Dorfmittelpunkt, getroffen.

Norbert Vanin (links) und Friedrich-Wilhelm Schiller unterhalten sich vor dem Pflegewohnstift An der Mühle. Quelle: Privat

Auch wenn viel Neues in den vergangenen 20 Jahren hinzugekommen ist, eines ist geblieben: „Der Pappaul ist immer noch das Zentrum“, sagt Vanin. Sein heutiges Aussehen hat der Platz im Jahr 2000 erhalten. Damals hat die Gemeinde Uetze die Ortsdurchfahrt vom Friedhof bis zum Pappaul mit Geld aus dem Pro-Land-Förderprogramm der Europäischen Union neu gestaltet. „Früher führte eine Straße mit einer Bushaltestelle über den Pappaul“, erinnert sich der Ortsbürgermeister. Die Einmündung in den Steindamm sei sehr gefährlich gewesen. Die Gemeinde gab die Straße auf und baute die Fahrbahn und den Hof vor dem Haus am Pappaul zu einem Platz um, auf dem die Nutzer des Hauses am Pappaul alljährlich mit Gästen das Pappaulfest feiern. Zudem bildet der Platz mit den umliegenden Fachwerkgebäuden die Kulisse für den Weihnachtsmarkt.

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Im Hänigser Dorftreff pulsiert das Leben

Nur wenige Schritte sind es vom Pappaul bis zum Gebäude Mittelstraße 2, das einst Hänigser Rathaus und Postamt war. Über Jahre hinweg stand es zum Verkauf. „Im Nachhinein ist es gut, dass der Verkauf nicht zustande gekommen ist“, sagt Vanin. Inzwischen sei das Erdgeschoss mit Leben gefüllt. Dort betreibt der gemeinnützige Verein Kunstspirale im Auftrag der Gemeinde den Hänigser Dorftreff. Die AWO-Frauenberatungstelle, die Jugendhilfe der Region Hannover und der Seniorenbeirat der Gemeinde nutzen den Dorftreff für ihre öffentlichen Sprechstunden. Die Kunstspirale hat ihre Werkstatt im Erdgeschoss. Außerdem sind die Gemeindebücherei und die Verwaltungsnebenstelle in dem Gebäude untergebracht.

Nicht weit ist es vom Dorftreff bis zum Edeka-Markt. Dessen Bau hatte im Dorf heftige Diskussionen ausgelöst, weil 2011 für den Neubau das traditionsreiche Gasthaus Zum Sachenroß abgerissen wurde. „Das Sachsenroß war ein gutes Speiselokal. Außerdem konnte man da gut feiern“, erzählt Vanin.

Ärgernis: Stahl- statt Holzfachwerk

„Mit dem Edeka-Markt ist man im Dorf sehr zufrieden“, fügt er hinzu. Er meine damit die Einkaufsmöglichkeit mitten im Ort, nicht die Fassade des Zweckbaus. Die Firma Staacke, die den Markt errichtete, hatte dem Ortsrat eine Fachwerkfassade – passend zu den umliegenden Gebäuden – versprochen. Der Ortsrat hatte dabei an Holzbalken gedacht. Gebaut wurde dann um den Eingang herum ein Fachwerk aus Stahl.

Auf der anderen Straßenseite steht die Grundschule. Früher war sie Grund- und Hauptschule, an der Zehntklässler auch ihren Realschulabschluss machen konnten. Bei vielen Hänigsern stieß die Verlegung der Hauptschule 2006 an das Uetzer Schulzentrum auf heftige Kritik. Sie empfanden den Umzug der Hauptschule als Verlust für ihren Ort.

„Man hätte wegen der steigenden Schülerzahlen in Hänigsen bauen müssen“, verteidigt Vanin die damalige Entscheidung. Weil auf dem Gelände kein Platz für einen Anbau gewesen war, hätte die Gemeinde an anderer Stelle ein neues Schulgebäude und eine Turnhalle errichten müssen. Nach Vanins Ansicht hat die Grundschule von der Verlegung der Hauptschule profitiert. Sie hat mehr Platz bekommen.

Pappaul, Freibad, Dorftreff, Spielplatz und der Steindamm sind Stationen des Rundgangs durch den Ort.

Vanin fordert Tempo 30 für den Steindamm

Auf dem Weg zum Freibad überquert Vanin den Steindamm. Das Verkehrsaufkommen auf dem Steindamm wird zunehmen, sollte das Landesbergbauamt die Abdeckung der Wathlinger Kalihalde sowie die Einleitung von Laugen in das stillgelegte Bergwerk Niedersachsen-Riedel genehmigen – was zum jetzigen Zeitpunkt zumindest für die Kalibergabdeckung sehr wahrscheinlich ist. Denn die meisten Materialtransporte werden durch Hänigsen rollen. Schon jetzt ereignen sich auf dem kurvigen Steindamm immer wieder Unfälle. Deshalb und, weil der Schulweg etlicher Kinder über die Straße führt, fordert Vanin für den Steindamm Tempo 30 und Querungshilfen für Fußgänger.

„Das Freibad ist der Leuchtturm der ehrenamtlichen Arbeit in Hänigsen“, sagt Vanin. Die Genossenschaft, die das Bad betreibt, beschäftigt nur zwei Schwimmmeister und zwei Reinigungskräfte. Alle anderen laufenden Arbeiten werden unentgeltlich und ehrenamtlich geleistet. Für den alljährlichen Kaffeegarten im Bad backten zum Beispiel immer rund 50 Hänigserinnen Torten, erzählt Vanin. Er selbst leistet im Schwimmbad Kassendienst, ist Schriftführer des Fördervereins, gibt Schwimmkurse und macht, „wenn Not am Mann ist, auch Wachdienst“. Sechs Jahre lang war er DLRG-Vorsitzender. Das Amt hat er vor wenigen Wochen abgegeben.

Mit den Enkeln geht Vanin oft auf Hänigsens schönsten Spielplatz

Der Kinderspielplatz am Richtweg im Wohngebiet Böschansweg ist nach Vanins Meinung der schönste Spielplatz in Hänigsen. „Hier bin ich oft mit meinen Enkelkindern“, sagt der vierfache Großvater. Die Kinder hätten viele Spielmöglichkeiten. Gern versteckten sie sich hinter den Hecken. Den Spielplatz hat die Hannover-Region Grundstücksgesellschaft angelegt, die seinerzeit das Baugebiet mit rund 180 Grundstücken vermarktete. Vanin hofft, dass Hänigsen in den nächsten Jahren nach langer Zeit des Stillstands zwei neue Baugebiete bekommt.

Letzte Station ist das Seniorenwohnstift An der Mühle. Auch über den Bau des Pflegeheims hatte es lange Diskussionen gegeben. Die sind laut Vanin längst Vergangenheit: „Man hat gemerkt, dass Hänigsen so eine Einrichtung braucht.“ Viele ältere Hänigser hätten dort eine neue Bleibe gefunden.

Im Vereinsleben fest verwurzelt

Norbert Vanin ist nicht nur Ortsbürgermeister in Hänigsen. Der pensionierte Polizeibeamte ist auch Ratsherr der Gemeinde Uetze und stellvertretender Gemeindebürgermeister. Außer Kommunalpolitik sind Schwimmen und Gartenarbeit Vanins Hobbys. Zudem verbringt der 63-Jährige gern Zeit mit seinen vier Enkelkindern. Zum Entspannen geht er in die Sauna. Seinen Urlaub verbringt er mit seiner Familie vor allem an der Ostsee.

In Hänigsen ist Vanin im Vereinsleben fest verwurzelt. Er gehört gleich mehreren Vereinen sowie der Freibadgenossenschaft Hänigsen an. Als Schriftführer gestaltet er die Geschicke des Freibadfördervereins mit. Vorstandsämter hat er auch in der SPD-Abteilung Hänigsen und im SPD-Ortsverein Uetze inne. Den Vorsitz der DLRG-Ortsgruppe Hänigsen hat er kürzlich abgegeben.

Von Friedrich-Wilhelm Schiller