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Umland Radwandern: Die Nordhannoversche Moorroute
Umland

Unser Tipp: Die Nordhannoversche Moorwanderroute von Altwarmbüchen nach Bissendorf

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11:24 25.05.2020
Die Moorwanderung führt einmal gegen den Uhrzeigersinn um den Altwarmbüchener See. Quelle: Elke Becker
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Altwarmbüchen/Bissendorf

Radwandern liegt in Corona-Zeiten schwer im Trend. Unser Tipp: Die vier Wanderrouten durch die Nordhannoversche Moorgeest. Um den besonderen Wert dieser empfindlichen Gebiete mit sieben Moorlandschaften erlebbar zu machen, wurde die Nordhannoversche Moorroute entwickelt. Sie ist etwa 100 Kilometer lang. Das Team Naherholung der Region Hannover, namentlich Martin Wolf, Burkhard Wetekam und das Königsworth Medienbüro, hat die vier Etappen beschrieben. Wir stellen Ihnen die Routen in loser Folge vor. Heute: Wanderung eins von Altwarmbüchen nach Bissendorf. Die GPS-Daten stellt die Region zum Herunterladen bereit.

Der Einstieg in die Moorroute

Vom Startpunkt an der Stadtbahnhaltestelle Altwarmbüchen/Opelstraße geht es auf dem kürzesten Weg zum Altwarmbüchener See. Der knapp 50 Hektar große und bis zu zwölf Meter tiefe See liegt so selbstverständlich zwischen Birkenwäldern und parkähnlichen Uferzonen, dass man ihm seine künstliche Entstehung gar nicht anmerkt. Und doch ist es so: Sandaufspülungen für die um 1980 gebaute Moorautobahn hinterließen eine Senke, die sich mit Wasser gefüllt hat. Heute hat der See einen verbindenden Charakter: als Brücke zwischen Stadtlandschaft und Altwarmbüchener Moor, einem Freizeitgewässer, das zugleich den Bedürfnissen des Naturschutzes entgegenkommt. Die künstlich angelegte Vogelinsel bietet Ruhe zum Brüten und darf nicht betreten werden.

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Etappe 1: Ein Blick ins Oldhorster Moor. Quelle: Ursula Schoenwiese

Hier beginnt der Schiffgraben

Die Moorroute führt gegen den Uhrzeigersinn um den See herum und berührt auf der Südostseite den Rand des Altwarmbüchener Moores. Dieses 15 Quadratkilometer große Moor entwickelte sich etwa 10 000 vor Christus aus einem versandeten See. Schon im 14. Jahrhundert wurde im Moor Torf abgebaut. Auf dem Schiffgraben (von dem noch Reste im Stadtwald Eilenriede zu sehen sind) wurde der Brennstoff in die nahe gelegene Stadt Hannover transportiert. Im 20. Jahrhundert haben die Errichtung der Laher Mülldeponie und der Straßenbau zu großflächigen Landschaftsveränderungen geführt. Gleich drei Autobahnen durchschneiden oder berühren das Moorgebiet. Seit Ende der Neunzigerjahre wurden die Entwässerungsgräben verschlossen oder mit Spundwänden versehen. Seitdem führt das Moor wieder Wasser bis unter die Mooskante. Eine 40 Hektar große Fläche steht unter Naturschutz. Das Moor ist so zu einem Ort der Kontraste geworden: massive Eingriffe auf der einen Seite, wertvolle biologische Vielfalt nur wenige Meter weiter.

Marlise Grimm ist die Chefin auf dem Basselthof. Quelle: Frank Walter (Archiv)

Stop am Islandpferdegestüt

Ein u-förmiger Abstecher an der Südwestspitze des Seerundweges will etwas Moor-Feeling vermitteln. Dort zeigen sich die typischen Birkenbruchwälder mit Wasserlöchern und verrottenden Baumstümpfen. Am Gelände des Wassersportvereins verlässt man den Seerundweg und folgt der Radwegbeschilderung Richtung Altwarmbüchen.

Die Nordhannoversche Moorroute geht weiter auf dem Rad- und Wanderweg Der Grüne Ring und führt über die idyllisch gelegene Flemmingsche Tonkuhle zum Basselthof, einem bekannten Islandpferdegestüt. Es liegt am „Alte Postweg“, der früher eine Hauptverkehrsachse zwischen Hannover und Celle war. Vom historischen Kopfsteinpflaster, auf dem einst die Postkutschen rumpelten, ist ein kleiner Abschnitt erhalten geblieben, auf dem die Moorroute nun quer durch den Wald über die Autobahn in Richtung Golfplatz und von dort zur Kreuzung Heisterholzmühle verläuft.

Die magentafarbene Kalmia beginnt Ende Mai zu blühen. Quelle: Horst Hagenberg/Nabu (Archiv)

Abstecher zum Oldhorster Moor

Wer einen Abstecher zum Oldhorster Moor einplanen will, biegt nach rechts in Richtung Neuwarmbüchen ab. Auf dem Areal zeigen gegen Ende Mai Wollgras und Moosbeere ihre ganze Pracht. Links geht es weiter nach Isernhagen F.B. Dort auf der K 115 und dann auf der K 113 immer in westlicher Richtung weiterfahren und dabei erneut die Autobahn überqueren. Etwa 500 Meter hinter dem Veranstaltungszentrum Isernhagenhof nach rechts in die Tiefe Trift einbiegen und der Beschilderung nach Isernhagen H.B. folgen.

Zum Schluss durchs alte Weserbett

In Isernhagen H.B. besteht Anschluss an den Schienennahverkehr – die Moorroute führt aber noch weiter nach Bissendorf. Auf dem Weg dorthin passiert man die Wietzeniederung, eine breite Talebene, in der ursprünglich die Weser und später die Leine flossen. Gleich hinter dem Ortsschild von Bissendorf/Wietze geht es nach links in den Wald; folgen Sie dem Hinweis „Eichenkreuzburg“. Nach der Überquerung der Autobahn gelangt man nach Bissendorf. Die Moorroute führt auf der Burgwedeler Straße/Am Markt durchs Ortszentrum. Über die Bahnhofstraße geht es dann zum Bahnhof Bissendorf.

Etappe 1 berührt zwei Moore

Die erste Etappe von Altwarmbüchen nach Bissendorf hat eine Länge von etwa 30 Kilometern und führt vorbei an Altwarmbüchener Moor und Oldhorster Moor. Startpunkt ist die Stadtbahnhaltestelle Altwarmbüchen/Opelstraße; Ziel ist der Bahnhof Bissendorf. Besichtigungspunkte sind Altwarmbüchener See, Altwarmbüchener Moor und Islandgestüt Basselthof. Die Region Hannover stellt im Internet einen GPS-Track zum Herunterladen zur Verfügung.

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Von Markus Holz