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Wedemark Amtsgericht verurteilt mehrfach vorbestraften Mann
Umland Wedemark Amtsgericht verurteilt mehrfach vorbestraften Mann
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00:16 06.01.2019
Im Amtsgericht erhält ein Angeklagter eine letzte Warnung. Quelle: Sven Warnecke (Archiv)
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Mellendorf/Großburgwedel

Ein mehrfach – teils einschlägig vorbestrafter Mann – hat im Amtsgericht Burgwedel eine letzte Warnung erhalten. Amtsrichter Michael Siebrecht ließ in der Verhandlung keinen Zweifel daran, dass es bei einem weiteren Fehlverhalten in den nächsten Jahren für den heute 29 Jahre alten Mann auf eine Gefängnisstrafe hinauslaufen wird.

„Das kann so nicht weiter gehen“ begründete Siebrecht das Urteil. Schließlich sei der aus Polen stammende Angeklagte nur vier Monate vor der nun verhandelten Tat ebenfalls für Gewaltätigkeiten rechtskräftig verurteilt worden. Zudem habe es Verurteilungen wegen Trunkenheit im Verkehr sowie Körperverletzung und Sachbeschädigung gegeben. „Ihre Schlagzahl wird immer höher“, betonte der Strafrichter. Eine Geldstrafe scheint nicht mehr ausreichend. Es ist an der Zeit, eine Freiheitsstrafe zu verhängen, stellte der Amtsrichter dem Angeklagten unmissverständlich in Aussicht.

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Was war passiert? Im April war der Angeklagte gewaltsam in die Wohnung seiner ehemaligen Lebensgefährtin und Mutter des gemeinsamen kleinen Kindes in Mellendorf eingedrungen. Dort hatte er wohl auch aus Eifersucht seinen „Nachfolger“ vermutet und sofort auf den 23 Jahre alten und auch aus Polen stammenden Mann eingeschlagen. Mit diversen Faustschlägen verletzte er seinen Kontrahenten nicht unerheblich im Gesicht. Die Verletzungen – unter anderem Hämatome unterhalb der Augen – waren erst nach etwa drei Wochen auskuriert. Gleichwohl: Die ehemalige Lebensgefährtin beschrieb das Opfer indes lediglich als „Freund der Familie“ und eben nicht als neuen Partner.

Nächste Auseinandersetzung einen Monat später

Nur einen Monat später gab es wieder eine Auseinandersetzung – dieses mal aber vor dem Haus, in dem die junge, 24 Jahre alte Mutter lebt. Auch in diesem Fall kam es zu Schlägen – wieder war der 23-Jährige das Opfer. Allerdings hatte das sich nunmehr mit einem Elektroschocker bewaffnet, wie der als Zeuge geladene Mann vor Gericht freimütig gestand.

Markus Matuschczyk versuchte als Verteidiger des heute in Hannover lebenden Angeklagten, die Aussagen von Opfer und ehemaliger Lebensgefährtin unter anderen durch zwei Beweisanträge zu wiederlegen. Zumal auch ärztliche Atteste ob der erlittenen Verletzungen fehlten. Doch damit scheiterte er nicht nur bei dem Amtsrichter, sondern auch bei der Staatsanwältin. Beide hegten keinerlei Zweifel an der Richtigkeit der Aussagen. Mehr noch: Bei ihren Einlassungen gebe es weder bei der Ex-Partnerin noch bei dem Opfer nur einen Hauch an tendenziöser Belastung, argumentierte Siebrecht.

Nun sei eine Geldstrafe nicht mehr angebracht. Aus diesem Grund verhängte der Amtsrichter eine Strafe von vier Monaten Gefängnis, ausgesetzt auf drei Jahren Bewährung. Zudem muss der Angeklagte eine Geldstrafe in Höhe von 1000 Euro an eine soziale Einrichtung zahlen. Dem Mann wurde wegen einer drohenden Rückfall-Tendenz vom Gericht ein Bewährungshelfer zur Seite gestellt.

Von Sven Warnecke

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