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Wedemark Appell: Frauen fehlen in der Kommunalpolitik
Umland Wedemark Appell: Frauen fehlen in der Kommunalpolitik
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08:00 09.04.2019
Im Rathaus in Mellendorf können interessierte Frauen die Gleichstellungsbeauftragte Silke Steffen-Beck ansprechen. Quelle: Ursula Kallenbach
Wedemark

50 Prozent der Bevölkerung in der Wedemark sind Frauen – also Bundesdurchschnitt. Aber im Gemeinderat stellen sie nur ein Drittel der Mitglieder. Immerhin liegt dies noch über dem Landesschnitt. „In den niedersächsischen Kommunalparlamenten sind nur 24 Prozent der Mitglieder weiblich. Das ist kein wirklich guter Wert“, sagt Wedemarks Bürgermeister Helge Zychlinski und setzt sich für die nunmehr sechste Auflage des Mentoring-Programms auch vor Ort ein. Das Ziel ist, den Frauenanteil in der Kommunalpolitik zu erhöhen. Bewerbungen sind nur bis zum 15. Mai möglich, macht der Verwaltungschef jetzt deutlich.

Frauen, die schon kommunalpolitische Erfahrungen haben, werden dazu ebenso gesucht wie Einsteigerinnen. Damit beide Seiten im Tandem lernen können. Deshalb würden eben auch beide Seiten angesprochen, erläutert Silke Steffen-Beck, Gleichstellungsbeauftragte der Gemeinde. Dabei seien als Mentoren, die das Politik- und Parteiengeschäft vermitteln können, sowohl Frauen wie Männer willkommen. Als sogenannte Mentees sind dagegen ausschließlich Frauen angesprochen, die sich einen Einstieg in die Materie wünschen. Sie sollen bereit sein, sich in einem Politikfeld oder einer Partei zu engagieren, heißt es von der Verwaltung weiter.

Mehr Frauen in der Politik erwünscht

„Bis zum 15. Mai müssen die Tandems gebildet sein“, verdeutlicht Steffen-Beck. Die kurze Frist habe nicht die Kommune zu verantworten; die weitergehenden Informationen seien bei ihr erst in der letzten Märzwoche angekommen. In einer Ratssitzung sei aber das Programm zuvor schon angekündigt worden.

Auf der Seite der Mentees ist durchaus eine politische Orientierung schon gewünscht, erläutert Steffen-Beck, jedoch sei eine Parteizugehörigkeit nicht Voraussetzung. Andererseits hätten die SPD und die Grünen der Wedemark bereits Mentorinnen gestellt. Für Mentoren ist gefordert, dass sie politische Mandatsträger sein müssen – ab Ortsrat aufwärts, erläutert sie. Für diese Einsteigerinnen gilt einzig nur die Altersvorgabe, dass sie am Wahltag der nächsten Kommunalwahlen im September 2021 das 16. Lebensjahr vollendet haben müssen.

Frauen steigern Qualität in der Politik

Es ist das sechste Programm seit 1996 – was hat sich verändert? „Die Kommunalpolitik ist lange deutlich männlich geprägt. Früher konnte man die Frauen an einer Hand abzählen, das wirkt noch fort“, macht Zychlinski deutlich. „Die weibliche Sicht fehlt.“ Die Sitzungsverläufe und die Themen seien männlich geprägt. „Aber gerade in Kommunalparlamenten würde die Qualität deutlich verbessert, wenn der Frauenanteil angemessen wäre“, hält er fest.

In der Wedemark gibt es über die Jahre mehrere Beispiele für gelungenes Mentoring. So gehörte die heutige SPD-Bundestagsabgeordnete und Staatssekretärin Caren Marks aus der Wedemark zu den ersten Mentees, die sich erfolgreich in die Politik einarbeiteten.

Die Gleichstellungsbeauftragte nimmt Bewerbungen von künftigen Mentees und Mentoren entgegen unter Telefon (05130) 581248 und per E-Mail an gleichstellung@wedemark.de. Sie wird die Politik-Tandems dann begleiten.

Für Mentees ist Programm kostenlos

Das Mentoring-Programm des Niedersächsischen Ministeriums für Soziales, Gesundheit und Gleichstellung läuft über ein Jahr bis August 2020 und wird mit einer zentralen Auftaktveranstaltung in Hannover am 30. August eingeleitet. Drei weitere Veranstaltungen sowie fachliche Angebote an regionalen Standorten folgen. Außerdem treffen sich die Teilnehmer regional sowie örtlich und tauschen ihre Erfahrungen aus. Zusätzlich gestalten die jeweiligen Mentoren der Parteien das Programm unterschiedlich mit persönlicher Betreuung, Fahrten und Besichtigungen aus.

Ziel ist immer, dass mehr Frauen den Alltag in Kommunalpolitik und Parteiarbeit kennenlernen und sich dann in der Politik engagieren. Persönliche Kosten kommen auf die Mentees nicht zu. Auf Regionsebene betreut die Gleichstellungsbeauftragte Petra Mundt das Programm. Die Abschlussveranstaltung in Hannover ist für Spätsommer 2020 geplant.

Von Ursula Kallenbach

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