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Wedemark Bauarbeiten auf der Ortsdurchfahrt: Sanierung der K 107 in Wennebostel startet am Montag
Umland Wedemark

Bauarbeiten auf der Ortsdurchfahrt in der Wedemark: Sanierung der K 107 in Wennebostel startet am Montag

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17:22 11.09.2019
Fahrradfahrer sollen auch künftig auf der Straße fahren. Der Weg ist nur für Fußgänger. Quelle: Julia Gödde-Polley
Wennebostel

Ab Montag, 16. September, müssen sich die Anwohner der Kreisstraße 107 in Wennebostel auf eine große Baustelle vor ihrer Haustür einstellen. Voraussichtlich 18 Monate – bis März 2021 – wird auf der Ortsdurchfahrt gebuddelt. Doch wie gelangen die Bewohner zu ihren Grundstücken? Darüber haben die Gemeinde Wedemark und die Region Hannover die Betroffenen am Dienstagabend im Gasthaus Bludau informiert. Das Interesse war groß: Circa 80 Menschen kamen und hatten einige Fragen auf dem Herzen.

Voraussichtlich bis März 2021 soll die Sanierung der Kreisstraße 107 in Wennebostel dauern. Kurz vor dem Start informieren die Region Hannover und die Gemeinde Wedemark die Anwohner über die Arbeiten.

„Dem Start steht nichts mehr im Wege“, sagte Roman Machmer aus dem Fachbereich Infrastruktur und Straße der Region Hannover. Ab Montag wollen die Verantwortlichen die Baustelle einrichten und die Umleitung ausschildern. Zuvor hatte sich das Verfahren sehr lange hingezogen und der Baubeginn verzögert. Der überörtliche Verkehr wird fortan bis zum Ende der Arbeiten über Mellendorf und Gailhof geleitet.

Arbeiten beginnen am Ortsende

In vier Abschnitten, beginnend an der Kreuzung der Straßen Im Wennebostel, Zur Wietze und Hugo-Riechers-Straße, rückt die Baustelle langsam bis zur Lindenstraße (L 383) vor. Bis zum Mai 2020 wird der 280 Meter lange Abschnitt bis zum Wennebosteler Kirchweg saniert. Dort werden der Gehweg erneuert und die Fahrbahn verengt. Damit soll erreicht werden, dass Autos und Lastwagen langsamer durch den Ort fahren. Auf dem Grünstreifen nördlich der Fahrbahn werden Machmers Angaben zufolge Holzpoller installiert, damit dort keine Fahrzeuge mehr abgestellt werden. Das sorgte für reges Gemurmel unter den Anwohnern, und nicht alle waren damit zufrieden. „Das ist natürlich richtig schlecht“, kommentierte eine Teilnehmerin. An der Kreuzung zum Wennebosteler Kirchweg soll ein Überweg für Fußgänger angelegt werden, kündigte der Regionsmitarbeiter an.

Am zweiten Bauabschnitt bis zur Kurve sind die Arbeiter voraussichtlich von Juni bis August kommenden Jahres beschäftigt. Der Abschnitt bis zur Einmündung Alter Postweg soll bis Dezember 2020 fertig sein. An der Einmündung zur Lindenstraße wird im vierten Bauabschnitt der Gehweg verlegt. Insgesamt soll der Bereich für Fußgänger entlang der gesamten Ortsdurchfahrt verbreitert werden – auf maximal 2,50 Meter. „Da wo es geht“, sagte Machmer. Diese Breite könne stellenweise nicht erreicht werden, „weil kein Platz da ist“. Zudem erhält der gesamte Straßenabschnitt eine neue Beleuchtung. An der Einmündung Alter Postweg ist ein kleiner neuer Dorfplatz geplant.

Anlieger können auf K 107 abbiegen

Die Anlieger könnten weiterhin von der Lindenstraße auf die K 107 abfahren und zu ihren Grundstücken gelangen – teilweise hinten herum, sagte Machmer. Doch dies könne sich im Verlauf der Arbeiten verschieben. „Das kann sich täglich ändern.“ Er versprach jedoch, die Anwohner jeweils rechtzeitig zu informieren.

Bauleiter Stephan Meinicke von der Firma Uwe Scharnhorst Tief- und Straßenbau appellierte an die Anlieger, auf der Baustelle das Gespräch zu suchen. „Wir wollen nicht gegen die Anwohner arbeiten, sondern mit den Anwohnern“, sagte er. Bei Problemen sei er zuversichtlich, Lösungen zu finden.

Neuer Regenwasserkanal soll Überschwemmungen verhindern

Parallel zur Sanierung der 800 Meter langen Fahrbahn erneuert die Gemeinde Wedemark den Regenwasserkanal unter der Straße auf der gesamten Länge. Dieser soll nach Auskunft von Wennebostels Ortsbürgermeister Achim von Einem helfen, bei Starkregen Überschwemmungen in den Gebäuden künftig zu verhindern. Der neue Kanal diene überwiegend der Entwässerung der Grundstücke, sagte Hartmut Meißner von der Gemeinde. Der bereits vorhandene Kanal bleibe bestehen. Die Hausanschlüsse müssten nicht verändert werden.

Baumsachverständiger begleitet Bauarbeiten

Ein großes Thema für den Ortsrat und die Anwohner: der Erhalt der großen historischen Eichen entlang der Straße. Deshalb begleitet ein Baumsachverständiger die Arbeiten und dokumentiert alles. An den Stellen, an denen es nötig ist, werden Wurzelbrücken eingebaut, kündigte Meinicke an. Und auch Machmer unterstrich, dass es eine der Hauptaufgaben sei, „die Eichen zu schützen und zu erhalten“.

Für die Kanalbauarbeiten rechnet die Kommune nach Angaben von Gemeindesprecher Ewald Nagel mit Kosten von knapp 762.000 Euro. Zudem saniert die Region im Auftrag der Kommune den Fußweg entlang der Ortsdurchfahrt. Dafür kommen auf die Gemeinde Nagels Angaben zufolge Kosten in Höhe von circa 464.500 Euro zu. Die Region ist als Straßenbaulastträger für die Fahrbahn zuständig. Für die Grunderneuerung der Straße und der Seitenräume hat die Region circa 1,2 Millionen Euro eingeplant, schreibt Sprecher Klaus Abelmann auf Nachfrage.

Müssen die Anwohner zahlen?

Was ist mit den Kosten für die Anwohner, wollte ein Betroffener wissen. Die Anlieger selbst müssten für die Sanierung des Fußwegs zahlen. Doch ob die Straßenausbaubeitragssatzung in der derzeit geltenden Fassung zum Abschluss der Sanierung noch rechtskräftig ist und welche Kosten genau auf Anlieger zukommen, ist derzeit noch unklar. Nach derzeitiger Rechtslage sei die Verwaltung verpflichtet, diese Arbeiten den Grundstückseigentümern in Rechnung zu stellen, sagt Nagel. Doch aktuell arbeitet die Kommune nach einem Auftrag des Rates des Gemeinde an Alternativvorschlägen für die Finanzierung von Straßensanierungen. Der Ausgang ist noch offen. „Wenn die Baumaßnahme fertig ist, wird die dann geltende Rechtsnorm angewendet“, sagt der Gemeindesprecher.

„Ich bin froh, dass es jetzt endlich losgeht“, sagte von Einem. Er sprach von einem „wahnsinnigen Unternehmen“, das sicherlich nicht ohne Stress ablaufen werde. Doch: „Wenn 2021 alles fertig ist, dann ist das ein echter Gewinn für den Ort“.

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Von Julia Gödde-Polley

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