Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Wedemark Fachkräftemangel: Stellen in der Jugendpflege bleiben unbesetzt
Umland Wedemark

Fachkräftemangel: Stellen in der Jugendpflege Wedemark bleiben unbesetzt

Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
17:36 18.07.2019
Gemeindejugendpflegerin Ellen Bruns hat in der Jugendhalle in Mellendorf das neue Halbjahresprogramm vorgestellt. Quelle: Ursula Kallenbach
Wedemark

Auch die Gemeindejugendpflege Wedemark spürt den Fachkräftemangel, er schränkt die Arbeit ein: Die ausgeschriebenen Stellen des stellvertretenden Gemeindejugendpflegers und der Leitung der Jugendhalle Mellendorf sind nach wie vor unbesetzt. „Das Angebot erweitern kann ich nur mit mehr Personal“, sagt Gemeindejugendpflegerin Ellen Bruns. Sie würde gern öfter mehrtägige Ausflüge anbieten – doch das geht aufgrund der Personallage derzeit nicht. Abends, nachts und an Wochenenden wollten viele Erzieher und Sozialpädagogen, wenn sie sich die Stellen aussuchen können, nicht mehr arbeiten. Das sei ihre Erfahrung. „Und es geht nur mit Leidenschaft.“ Mit der Leiterin sind aktuell 14 Mitarbeiter für die Jugendpflege im Einsatz. Bruns selbst übernimmt derzeit die Aufgaben der beiden unbesetzten Posten.

Treff in Resse ist rappelvoll

Aktiv sind die gemeindlichen Jugendtreffs Bissendorf, Brelingen, Negenborn, Resse und Scherenbostel sowie die Jugendhalle Mellendorf. In der Liste fehlt Abbensen. Der Bauwagen, der dort lange als Treff diente, ist geschlossen; er hatte nur eine Betriebserlaubnis für drei Jahre. „Die Kinder aus Abbensen fahren mit dem Bus nach Negenborn. Die Busverbindung ist super“, weiß die Gemeindejugendpflegerin. Auch der Treff in Resse sei immer rappelvoll – dort sammeln sich die Kinder und Jugendlichen auch aus Abbensen und Negenborn auf derselben Buslinie Richtung Nordhafen. Für den alten Bauwagen gebe es viele Ideen, möglicherweise werde er an die Jugendhalle gestellt, sagt Bruns.

Neues Programm hat Kalenderübersicht

Für das zweite Halbjahr hat die Gemeindejugendpflege nun das neue Programm vorgestellt. Wie praktisch: Die Kalenderübersicht, auf der alle Aktionen von Juli bis Dezember in den Jugendtreffs vermerkt sind, kann mit einem Magneten an die Kühlschranktür gehängt werden. Damit können auch die Eltern längerfristiger planen.

„Unser Ferienkompass zu Ostern, zu den Sommer- und Herbstferien ist ja seit Jahren bekannt und sehr gefragt“, sagt die Gemeindejugendpflegerin. „Aber auch über das ganze Jahr leisten wir in den dezentralen Jugendtreffs und in der Jugendhalle verlässlich offene Jugendarbeit.“ Das Stammpublikum in diesen Einrichtungen habe Ideen und Wünsche in das vorliegende Programm eingebracht.

Die Jugendhalle in Mellendorf ist seit Jahren auch künstlerisch gestaltet. Quelle: Ursula Kallenbach

Was zu Hause allein nicht geht

Der Kalender ist als Mittelteil in das 43-seitige Programm eingeheftet. Dies liegt ab sofort im Rathaus in Mellendorf, im Bürgerhaus in Bissendorf und an zahlreichen öffentlichen Stellen sowie in den bekannten Buchhandlungen aus. Fragen und Anmeldungen sind per E-Mail an jugendpflege@wedemark.de möglich. Das Heft gibt auch einen Überblick über die Öffnungszeiten der kommunalen Jugendtreffs, in denen Mitarbeiter der Jugendpflege Ansprech-, Spiel- und Sportpartner für die unterschiedlichen Altersgruppen sind.

Farblich unterschieden, führt das Programm zu den Aktionen in den beliebtesten Bereichen: Kochen/Backen, Basteln/Kreatives und Sport, Spiel, Aktionen. „Es sind viele neue Spiele drin“, verspricht Bruns. Anderes wie Tattoos aus Henna oder Gläser gravieren wiederholt sich. „Das sind beliebte Sachen, die Kinder zu Hause nicht so gut allein machen können.“ Außerdem sind die Jugendfilmveranstaltungen des kommunalen Kinos – bei freiem Eintritt – in der Jugendhalle Mellendorf aufgeführt.

Offene Jugendarbeit ist Beziehungsarbeit

„Dass die Angebote in den Jugendtreffs von vornherein sehr preiswert sind, war uns mehr als wichtig“, betont Bruns. Zu vielen Veranstaltungen würden Anmeldungen erbeten, „aber wir erlauben jederzeit, spontan dazuzustoßen“. Preiswert gekocht wird auch in der Jugendhalle, dreimal in der Woche abends. Dazu bringen die Jugendlichen erst eingesammelte Dosen und Flaschen weg, lösen die Pfandbons ein und kaufen für den Erlös gleich ein. Nicht vordringlich auf die Nutzerzahlen in den Treffs richtet die Jugendpflege ihr Augenmerk. Offene Jugendarbeit sei Beziehungsarbeit. „Das bedeutet, lange miteinander ins Gespräch zu kommen“, erläutert die Sozialpädagogin. Wenn Kinder schon früh die Jugendeinrichtungen kennenlernten, seien ihnen die Räume und Personen vertraut. „Dann wissen sie später als Jugendliche auch, dass jemand für sie da ist in schwierigen Situationen.“ Nicht selten helfe nach solchen Klärungen auch der Verweis an Beratungsprofis bei der Jugendhilfe.

Lesen Sie auch:

Jugendhalle stellt Programm um

Kinderfreundliche Kommune: Halbzeitbilanz fällt positiv aus

Abgeordnete Caren Marks besucht das Sommercamp in Mellendorf

Von Ursula Kallenbach

Ein Autofahrer hat am Mittwochabend beim Überqueren einer Straße in der Wedemark einen vorfahrtsberechtigten Fahrradfahrer zu spät gesehen. Der Mann wurde bei dem Unfall in Resse schwer verletzt.

18.07.2019

20 Städte und Gemeinden aus Deutschland fordern die Aufnahme der Kinderrechte ins Grundgesetz – darunter ist auch die Wedemark. „Das ist überfällig“, sagt der Bürgermeister. Die Gemeinde war 2017 als kinderfreundliche Kommune zertifiziert worden.

17.07.2019

Die Gemeinde Wedemark übernimmt eine Vorreiterrolle bei der Entwicklung des neuen Mobilfunkstandards 5G. Vodafone hat im Ortsteil Bennemühlen eine Antennenanlage für das schnelle mobile Internet freigeschaltet – als einen von bundesweit nur 25 Standorten.

17.07.2019