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Wedemark Gemeindebrandmeister Plischke: „Wir brauchen mehr Führungsausbildung“
Umland Wedemark

Gemeindebrandmeister Plischke: „Wir brauchen mehr Führungsausbildung“

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00:20 24.05.2019
Maik Plischke (Mitte) ist erneut zum Gemeindebrandmeister ernannt worden. Bürgermeister Helge Zychlinksi (rechts) und Gemeindekämmerer Joachim Rose (links) überreichen die Ernennungsurkunde. Quelle: Julia Gödde-Polley
Wedemark

Maik Plischke ist seit dem 17. Juni 2013 Gemeindebrandmeister in der Wedemark und hat das Kommando über die Feuerwehren. Der Rat hat den 44-Jährigen am Montagabend für weitere sechs Jahre ernannt. „Das ist ein herausforderndes, großes Amt, das du bekleidest“, sagte Bürgermeister Helge Zychlinski. Ein Gespräch über das Erreichte, die aktuelle Situation der Feuerwehr und die Ziele für die kommenden sechs Jahre.

Herr Plischke, was waren bislang die größten Herausforderungen für die Feuerwehr und für Sie als Gemeindebrandmeister?

Die Herausforderungen waren zu Beginn der ersten Amtszeit vielfältig. Das Zusammenspiel zwischen Politik, Verwaltung und Feuerwehr hat nicht so reibungslos funktioniert, wie es derzeit der Fall ist. Ein gemeinsames Verständnis zu entwickeln und in die Umsetzung zu bringen, hat wohl die meiste Energie benötigt.

Wie fühlen Sie und Ihre Mitstreiter sich von der Gemeinde Wedemark unterstützt?

Ich bin mit dem Zusammenspiel zwischen Feuerwehr, Verwaltung und Politik sehr zufrieden. Die Zusammenarbeit und das gegenseitige Verständnis hat sich in den letzten sechs Jahren sehr gut entwickelt.

Was fehlt der Gemeindefeuerwehr?

Die Anforderungen an die ehrenamtlichen Führungskräfte werden immer größer und die Aufgaben komplexer. Wir werden gut ausgebildet, was feuerwehrtechnische Aspekte angeht. Wenn man sich aber dann überlegt, dass Ortsbrandmeister zwischen 20 und 70 Menschen führen dürfen, hilft die feuerwehrtechnische Ausbildung nicht immer. Hier benötigen wir mehr Führungskräfteausbildung. Das sind Aufgaben, der sich aber primär das Land annehmen muss.

Wie viele Alarmierungen gab es im Jahr 2018?

Insgesamt wurden die Ehrenamtlichen 467-mal alarmiert. Davon waren 118 Brandeinsätze. Das ist eine erhebliche Steigerung zum Vorjahr: 2017 waren es lediglich 65 Brände. Die Einsatzkräfte sind zu 103 Hilfeleistungseinsätzen gerufen worden, und es gab 15 Sonderlagen. Dazu zählen unter anderem Flächenbrände und Sturmeinsätze. Das Wetter schlägt sich bei den Einsatzzahlen nieder. Der größte Einsatz war der Flächen- und Waldbrand in Schadehop im letzten Sommer, der uns sehr gefordert hat. Und: Das meiste passiert nicht nachts, sondern tagsüber zwischen 8 und 18 Uhr. Die Tagesbereitschaft sicherzustellen ist immer wieder eine Herausforderung.

Wie viele Mitglieder zählt die Gemeindefeuerwehr?

Zum Stichtag 31. Dezember 2018 hatte die Feuerwehr 575 Aktive. Zudem sind 141 Jugendliche dabei, und wir haben 56 Mitglieder in den Kinderfeuerwehren. Wir sind damit eine der größten Wehren in der Region Hannover.

Wie sieht es mit dem Nachwuchs aus?

Im Großen und Ganzen können wir sehr zufrieden sein, wenn man sich mit anderen Kommunen vergleicht. Vereinzelt haben wir in den Orten Schwierigkeiten, Jugendliche in die Jugendfeuerwehren zu bekommen. Hier wollen wir nachsteuern und mit neuen Ideen und Formaten Heranwachsende für die Feuerwehr begeistern.

Was haben Sie in den vergangenen sechs Jahren geschafft?

In der ersten Amtsperiode habe ich mit meinen Stellvertretern und unterstützt durch das Gemeindekommando den Bedarfsplan der Freiwilligen Feuerwehr Wedemark erstellt. Dieser beinhaltet die zukünftige Ausrichtung unter anderem beim Personal, den Fahrzeugen und Feuerwehrhäusern. Das von uns vorgelegte Fahrzeugkonzept wird von der Verwaltung und der Politik mitgetragen und umgesetzt. Dazu gehören das beschaffte Löschgruppenfahrzeug-Logistik der Feuerwehr Wennebostel, die in der Auslieferung befindlichen Hilfeleistungslöschfahrzeuge für die Wehren Mellendorf, Bissendorf und Elze sowie das Tragkraftspritzenfahrzeug für Negenborn. Geplant für die nächsten Monate sind darüber hinaus das Löschgruppenfahrzeug Katastrophenschutz sowie eine neue Drehleiter für die Feuerwehr Mellendorf. Wir haben in den vergangenen Jahren die persönliche Schutzausrüstung der Einsatzkräfte umgestellt und neu beschafft, die Tagesverfügbarkeit verbessert und die feuerwehrtechnische Ausbildung für Führungskräfte intensiviert.

Wie sehen Ihre Ziele für die kommenden sechs Jahre aus?

Für die zweite Amtszeit liegen die Schwerpunkte in der Fortschreibung und Umsetzung des Bedarfsplans. Mit Verwaltung und Politik besprochen sind Neubauten von Feuerwehrhäusern für die Feuerwehren Berkhof und Meitze sowie die Planung eines neuen Hauses in Mellendorf. Darüber hinaus möchte ich ein größeres Augenmerk auf kommunale Schadensereignisse legen und Vorsorge für entsprechende Szenarien treffen.

Was macht die Arbeit als Gemeindebrandmeister aus?

Ich kann gestalten. Tatsächlich ist der geringste Anteil der Arbeit Einsatzdienst. Es geht vielmehr um Planung, Abstimmung, Organisation, um eine zukunftsfähige Feuerwehr aufzustellen. Man sitzt dabei immer zwischen den Stühlen, um zum einen die Interessen der einzelnen Ortsfeuerwehren zu bedienen und gleichzeitig ganzheitliche Konzepte zu entwickeln. Das ist nicht immer deckungsgleich. Aber wenn die Lösungen gefunden und umgesetzt wurden, trägt das zu einer stabilen und leistungsfähigen Feuerwehr bei. Und wenn ich sehe, höre oder lese, wie dankbar Bürger nach und während Einsätzen sind, macht mich das sehr zufrieden.

War es für Sie eine schwere Entscheidung, weitere sechs Jahre als Gemeindebrandmeister aktiv zu sein?

Nein. Auch wenn es immer mal wieder Gedankenspiele gibt, ob man sich das wirklich noch einmal antun möchte.

Seit 1986 in der Feuerwehr aktiv

Maik Plischke ist 1986 in die Jugendfeuerwehr Mellendorf eingetreten und wurde 1993 in die aktive Einsatzabteilung der Ortsfeuerwehr übernommen. Dort hat der 44-Jährige seitdem die Posten als Schriftführer, Sicherheitsbeauftragter, stellvertretender Gruppenführer und stellvertretender Zugführer bekleidet. Auf Gemeindeebene war Plischke, der beruflich Geschäftsführer des Innovationszentrums Niedersachsen ist, jahrelang als Erste-Hilfe-Ausbilder in der Grundausbildung sowie im Pressesprecherteam aktiv und unterstützte die Verantwortlichen bei der Entwicklung eines einheitlichen Konzeptes für einen Massenanfall an Verletzten in der Wedemark. Seit dem 17. Juni 2013 ist der 44-jährige Vater dreier Kinder Gemeindebrandmeister und wurde damit in das Ehrenbeamtenverhältnis berufen. Seine Freizeit widmet er der Familie und der Feuerwehr. „Für andere Hobbys bleibt wenig Zeit“, sagt Plischke.

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