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Wedemark Holiday on Ice: So war der Auftritt für Alena
Umland Wedemark Holiday on Ice: So war der Auftritt für Alena
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00:16 06.01.2019
Alena Sophie Jorgus vom ESC Wedemark läuft ihre Kür bei Holiday on Ice in Hannover. Quelle: Fotografie Klaus Constabel
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Mellendorf

Die riesige TUI-Arena: 10.500 Plätze. Noch menschenleer, aber daher nicht weniger imposant, dort auf der Eisfläche zu laufen. Und dann auch noch ein Training mit den Olympiasiegern – das erlebt man auch nicht alle Tage. Die Mellendorferin Alena Sophie Jorgus kam in diesen Genuss. Aber nicht nur das. Die Zehnjährige erhielt sogar Tipps von Aljona Savchenko und Bruno Massot, im Vorjahr Goldmedaillen-Gewinner im Eiskunstlauf. „Sie haben mir gesagt, dass ich mehr lächeln und öfters ins Publikum schauen soll“, sagt Alena.

Anlass war die Show „Holiday on Ice“ in der TUI-Arena in Hannover. Eine für die Veranstaltung gegründete Akademie hatte über das Internet zu einem Wettbewerb aufgerufen. Wer in der Show mitmachen will, sollte sich mit einem Video bewerben – Savchenko und Massot waren natürlich ohnehin gebucht, aber viele weitere Plätze auf dem Eis waren noch zu vergeben. Alexander Jorgus, Vater von Alena, erinnerte sich an das Sommer-Training in Braunlage. „Damals hat alles sehr gut geklappt. Und wir haben dabei viele Videos gedreht. Das habe ich dann zusammengeschnitten und eingeschickt“, sagt er. Jorgus leitet zusammen mit Doris Heinze die Sparte Eiskunstlauf des ESC Wedemark.

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Wedemärker Eiskunstlauftalent Alena Jorgus hatte in der TUI-Arena einen tollen Auftritt.

Anfang Dezember kam dann die erfreuliche Nachricht: Alena ist dabei. In kurzer Zeit musste Trainerin Katja Bögelsack zu dem Popmusik-Stück „Fun“ eine Kür erstellen. Stressig, aber machbar. „Das ist ja meine Aufgabe als Trainerin. Wir haben bei uns 35 aktive Kinder und Jugendliche, da ändern sich ständig die Elemente des Programms auf dem Eis“, sagt Bögelsack mit einem Augenzwinkern.

Und? Wie war’s? „Gut, hat Spaß gemacht“, sagt Alena, deren Kür genau 2.59 Minuten dauerte. Das Erlebnis war aber auch anstrengend, erinnert sie sich. „Die Kabinen waren oben offen. Man hat die ganze Zeit überall Leute reden gehört.“ Hinzu kam, dass das Umziehen schneller ging als gedacht. „Wir waren 20 Minuten zu früh fertig und mussten dann noch warten, bis wir aufs Eis durften.“

Alles aber kein Problem. Denn vor 2000 Zuschauern auf dem Eis zu stehen, ist und bleibt ein Erlebnis. Hinzu kam ein kleiner Fanblock, 60 Mitglieder des ESC Wedemark drückten in der Arena die Daumen. „Das habe ich gar nicht mitbekommen“, sagt Alena und lacht. Auch heute hat sich die Zehnjährige wieder die Kufen untergeschnallt, sie dreht ihre Runden und Pirouetten im Mellendorfer Eisstadion. Jede Einheit dauert 90 Minuten – kürzer als ihr Auftritt in der TUI-Arena, aber eben vor weitaus weniger Zuschauer. Ein paar Eltern stehen an der Bande und hinter dem Plexiglas und schauen dem Treiben auf dem Eis zu.

Im Alter von vier Jahren bekam Alena zu Ostern Inliner geschenkt, es folgte ein Sommerkurs in Mellendorf. „Da habe ich bereits gesehen, dass sie Talent hat und sie angesprochen“, sagt Bögelsack. Anschließend besuchte das Mädchen die Eislaufschule und bekam, natürlich, Schlittschuhe als nächstes Geschenk. Sechs Mal pro Woche steht die Zehnjährige auf dem Eis, zudem nimmt sie ein Mal pro Woche Ballett-Unterricht. Bögelsack traut ihr zu, in diesem Jahr auch bei Wettkämpfen auf nationaler Ebene mitzumischen – und wie bei ihren gewaltigen Sprüngen gilt: Ende nach oben offen.

Nochmal zurück zu Holiday on Ice: Hat beim Auftritt eigentlich alles gut geklappt? Katja Bögelsack hebt den Daumen. „Als wenn sie nie etwas anderes gemacht hätte.“ Und gelächelt und mehr ins Publikum geschaut, erinnert sich Alena, hat sie sowieso.

Von Stephan Hartung

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