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Wedemark Lebensberatungsstelle: Schwangere und Paare können sich im MGH beraten lassen
Umland Wedemark

Lebensberatungsstelle Burgwedel Isernhagen Wedemark: Schwangere und Paare können sich im MGH beraten lassen

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17:26 03.01.2020
Sie freuen sich auf den Zuwachs an Beratung: Ingrid Pohl (von links) und Ingun Kiklas-Volkmann aus der Lebensberatungsstelle für Burgwedel, Isernhagen und Wedemark, die Wedemärker Gleichstellungsbeauftragte Silke Steffen-Beck und Anne Kracke vom MGH Mellendorf. Quelle: Ursula Kallenbach
Mellendorf

Mitten in Mellendorf, im Mehrgenerationenhaus (MGH) am Gilborn 6, steht an jedem ersten und dritten Dienstag im Monat allen werdenden Müttern und Vätern eine Schwangerschaftsberatung offen – anonym, kostenfrei und ohne Anmeldung. Zwei Mitarbeiterinnen aus der Lebensberatungsstelle für Burgwedel, Isernhagen und Wedemark starten das neue Angebot am Dienstag, 7. Januar.

Von 13 bis 14 Uhr beraten im Wechsel die beiden Fachfrauen Ingun Kiklas-Volkmann und Ingrid Pohl aus der Lebensberatungsstelle mit Sitz in Isernhagen F.B. zu allen Fragen, die rund um Schwangerschaft, Geburt und erste Jahre von null bis drei sowohl Mütter als auch Väter und Paare beschäftigen. Ein Beratungsraum und ein Wartebereich mit Kinderspielzeug stehen im MGH zur Verfügung. Der Eingang, rechts vom Haupteingang der im Sommer 2020 auslaufenden Berthold-Otto-Schule (BOS), wird noch ausgeschildert und erhält eine eigene Funkklingel.

Bei Bedarf wird Zeit ausgeweitet

In Isernhagen gibt es das Angebot bereits seit einem Jahr. Dort gebe es eine zunehmende Nachfrage“, berichtet Kiklas-Volkmann. Bei einem Gespräch im MGH kündigte die Geschäftsführerin der Lebensberatungsstelle, die von der Gemeinde Wedemark mit einem Betrag von 60.000 Euro jährlich mitfinanziert wird, eine einjährige Startphase in Mellendorf an. „Wir wollen es hier anschieben. Bei Bedarf erweitern wir die Zeiten.“ Bei örtlichen Ärzten habe die neue offene Beratungsstelle sich schon bekannt gemacht. Auch im Netzwerk Frühe Hilfen in der Gemeinde Wedemark ist Kiklas-Volkmann aktiv.

Das Land Niedersachsen garantiert, gesetzlich verankert, die kostenfreie Beratung; nur ein Teil ist die Schwangerschaftskonfliktberatung werdender Mütter. Aber auch Väter können sich beraten lassen, betonen die Mitarbeiterinnen, die unter Schweigepflicht über alle Informationen aus den Gesprächen stehen.

Fragen zu Geld oder Ausbildung

Die Fragen, die rund um Schwangerschaften bedeutsam werden, ergeben sich aus den Lebenssituationen der Betroffenen. Bei minderjährigen Schwangeren oder ungeplant Schwangeren, wenn sie allein im Leben stehen, stehen oft Fragen der Ausbildung, der Berufstätigkeit, der finanziellen Absicherung erst einmal im Vordergrund. „Wir können viele Wege aufzeigen. Zum Beispiel gibt es eine Stiftung, die Spendengelder in solchen Fällen ausgibt“, erläutert Pohl.

Aus der bisherigen Arbeit in Isernhagen wissen die Beraterinnen auch, dass vor allem Frauen im Alter um 30 Jahre die Beratung suchen. „Das sind Frauen und Paare, die schon Kinder haben und nicht wissen, ob sie das mit einem dritten oder vierten Kind auch noch schaffen.“ Da nicht alles in einem Gespräch zu klären ist, können Mütter und Väter sich auch mehrfach beraten lassen.

Ein Kind verändert Beziehung

Die Probleme, die zur Sprache kommen, seien vielfältig, beschreiben die Beraterinnen. „In einer Beziehung möchte ein Partner das Kind, vielleicht der andere nicht. Auch verändert sich die Beziehung zwischen den Partnern während der Schwangerschaft und nach der Geburt“, sagt Kiklas-Volkmann. „Das Verlassenwerden trifft viele Frauen in der Schwangerschaft. Ein Problem sind auch Fehlgeburten und die Trauer danach.“

Über das neue Angebot freut sich mit den Beraterinnen die Gleichstellungsbeauftragte der Gemeinde Wedemark, Silke Steffen-Beck. „Wir haben schon das Elterncafé im MGH und ein besonderes Angebot für Väter. Das funktioniert bisher schon gut und wird jetzt professionell bereichert“, betont sie. „Ich finde es total gut, wenn man kompetente Beratung vor Ort hat. Die Wedemark ist eine Flächengemeinde, und bevor sich jemand aus Rodenbostel auf den Weg macht nach Isernhagen F.B. – das ist doch eine Hürde.“

Alleinerziehende leben oft isoliert

Einig ist sie sich mit den beiden Beraterinnen, dass auch der Hebammenmangel viele Frauen mit Fragen rund um die Geburt und das Danach alleine lässt. „Als Familie mit Kleinkind lebt man häufig sehr verunsichert und allein“, sagt Pohl. „Das Isoliertsein nimmt deutlich zu, Großeltern sind häufig nicht mehr vor Ort.“

„Es gibt erschreckende Vereinsamungsstrukturen, besonders bei Alleinerziehenden. Das ist ein echtes Problem in einer ländlichen Flächengemeinde. Die Armutsfalle bei Alleinerziehenden ist riesig. Sie können meist nur Teilzeitarbeit annehmen und müssen dafür vielfach zusätzlich für Kinderbetreuung bezahlen“, stellt Steffen-Beck fest. Man könne durchaus von einer Drittel-Gemeinde sprechen: „ein Drittel gut Verdienende, ein Drittel Mittelsektor, ein Drittel darunter“.

Zu den Beratungsstunden in Mellendorf ist keine vorherige Anmeldung erforderlich. Für Fragen steht die Beratungsstelle aber darüber hinaus telefonisch unter (05139) 892828 zur Verfügung.

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Von Ursula Kallenbach

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