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Wedemark Flucht vor der Polizei bleibt ungesühnt
Umland Wedemark Flucht vor der Polizei bleibt ungesühnt
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15:50 02.11.2018
Wen die Polizei Mellendorf da des Nachts kontrolliert hatte, blieb auch im Amtsgericht letztlich ungeklärt. Quelle: Symbolbild (Archiv)
Mellendorf

Der Angeklagte will es nicht gewesen sein. Sein Bekannter bezichtigt sich selbst als Täter, ist dabei aber wenig glaubwürdig: Mit dieser Situation sah sich jetzt das Amtsgericht Burgwedel beim Vorwurf einer Trunkenheit im Straßenverkehr samt fahrlässiger Körperverletzung konfrontiert.

Eine Polizeistreife war zu Pfingsten des Nachts in Mellendorf auf einen Fahrradfahrer aufmerksam geworden. Der Mann fuhr in Schlangenlinie, der Atemalkoholtest ergab einen Wert von 2,7 Promille. Als die Polizisten den Mann aufforderten, sein Fahrrad zu sichern und sie dann zu einer Blutprobe zu begleiten, hatte dieser anderes im Sinn: Er schwang sich aufs Rad und raste davon. Die Polizistin erhaschte noch den Gepäckträger, kam dann jedoch zu Fall und verletzte sich erheblich an den Knien und Handgelenken. „Er muss den Ruck definitiv gespürt haben“, sagte die Polizistin im Zeugenstand aus. Weil sich eine der Wunden entzündete, dauerte die Heilung rund zwei Monate.

Doch war es wirklich der angeklagte 36-Jährige gewesen, der betrunken gefahren und dann die Verletzung der Polizistin billigend in Kauf genommen hatte? Warum sich die Beamten bei der nächtlichen Kontrolle nicht als erstes den Personalausweis hatten zeigen lassen, um die Identität des Kontrollierten zu klären, das blieb im Prozess unbeantwortet.

Auf den Angeklagten gekommen war die Polizei, weil er an jener Straße wohnt, in die der Täter geflüchtet war. Im Haus des Angeklagten hatte anschließend Licht gebrannt, und beim Abklappern der Nachbarschaft mit einem Phantombild einige Tage später war den Beamten das Verhalten seiner Freundin seltsam vorgekommen. Sie schauten nach, wer noch im Haus gemeldet ist, fanden ein Foto ihres Freundes – und äußerten sich auch im Zeugenstand überzeugt, dass es der Angeklagte gewesen sei, dem sie in jener Nacht begegnet seien. Dass sie dem Flüchtenden rotblonde Haare zugeschrieben hatten, das Haar des Angeklagte jedoch dunkel ist, erklärten sie mit dem Licht der Straßenlaternen.

Doch der 36-Jährige stritt alles ab. Er sei zu Hause gewesen und habe zur fraglichen Uhrzeit längst geschlafen, sagte er aus. Seine Lebensgefährtin bestätigte dies. Und das Licht habe nur gebrannt, weil sie sich um das gemeinsame Kind gekümmert habe.

Die Schuld auf sich nehmen wollte hingegen ein Bekannter des Angeklagten. Er sei jener Radfahrer gewesen, sagte der Mann aus, den man vom Äußerlichen her tatsächlich höchstens im Halbdunkel mit dem Angeklagten verwechseln könnte. Dann machte er von seinem Zeugnisverweigerungsrecht Gebrauch.

Während die Staatsanwältin eine Geldstrafe samt Fahrverbot forderte, war Amtsrichter Michael Siebrecht die Beweislage zu dünn: Er folgte dem Ansinnen des Strafverteidigers und sprach den Angeklagten aus Mangel an Beweisen frei. Vieles spreche dafür, dass dieser gefahren sei – „aber ihre Lebensgefährtin hat auch glaubwürdig ausgesagt“. Ob sich die Staatsanwaltschaft jetzt dafür entscheidet, den geständigen Bekannten anzuklagen, bleibt abzuwarten.

Von Frank Walter

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