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Wedemark Nach Feuer: Krippenkinder werden vorübergehend in Gemeinde-Kita betreut
Umland Wedemark

Nach Feuer: Gemeinde Wedemark nimmt Krippenkinder vorübergehend auf

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09:10 26.01.2020
Das ausgebrannte gemeindliche Gebäude liegt zwischen dem neueren Ausbau und der Kirche St. Georg. Quelle: Ursula Kallenbach
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Mellendorf

Endlich auch mal eine gute Nachricht: Die nach dem Feuer in der Nacht zu Dienstag obdachlos gewordenen Kinder konnten zum Teil in kommunalen Einrichtungen unterschlüpfen. Bereits am Morgen nach dem Brand im Gemeindehaus von St. Georg in Mellendorf hatte Wedemarks Bürgermeister Helge Zychlinski der Kirche die volle Unterstützung der Kommune zugesagt. Ein Teil der in der Krippe am Kirchweg betreuten 30 Kinder wird von den Eltern und Familien vorerst zu Hause versorgt.

Ein technischer Defekt in der Elektroinstallation in der Zwischendecke des Gebäudes hatte nach Auskunft der Polizei zu dem Feuer geführt. Das hatten die Untersuchungen der Brandermittler ergeben. Die Fachleute beziffern den Schaden auf etwa 750.000 Euro. Verletzte hatte es nicht gegeben. Auch die fünf Kaninchen und Meerschweinchen der Krippenkinder hatten das Großfeuer unbeschadet überstanden. Sie wurden von den Feuerwehrleuten aus den am Gebäude angrenzenden Ställen herausgeholt und in Sicherheit gebracht. Die Tiere kamen zunächst in der benachbarten Kirche unter.

Kirchengemeinde dankt speziell Feuerwehrleuten für den Einsatz

Das Feuer habe im Dorf große Betroffenheit ausgelöst, berichtet Pastor Michael Brodermanns nach einer Sondersitzung des Kirchenvorstandes am Donnerstagabend. Gleichzeitig spüre die Gemeinde eine Welle der Hilfsbereitschaft und einen großen Zusammenhalt. „Das ermutigt uns sehr“, betont Brodermanns. Ein großer Dank gebühre der Feuerwehr, die mit einem Großaufgebot von 75 Einsatzkräften über Stunden das Übergreifen der Flammen auf die Kirche und den neueren Teil des Gemeindehauses verhindert hatte.

Nur Stunden nach dem Brand begannen Caren Holstein-Lemke, Leiterin der Kita St. Georg, und Lars Arneke, pädagogischer Leiter der Kindertagesstätten in Trägerschaft des Kirchenkreises Burgwedel-Langenhagen, mit der Suche nach einem provisorischen Übergangsquartier. Es galt, immerhin zwei Krippengruppen mit jeweils 15 Kindern unterzubringen. Auch ihnen sei eine große Welle der Hilfsbereitschaft begegnet, berichtet Andrea Hesse, Sprecherin des Kirchenkreises.

Der Kirchweg ist bis auf weiteres für den Verkehr gesperrt. Das ausgebrannte Gebäude der Kirchengemeinde St. Georg Mellendorf ist gleichwohl Anziehungspunkt für viele Mellendorfer, die sich davon betroffen fühlen. Quelle: Ursula Kallenbach

Große Welle der Hilfsbereitschaft

Nun hat eine der beiden Krippengruppen vorübergehend Unterschlupf in der kommunalen Kindertagesstätte Kitamitu in Mellendorf gefunden. „Zu dieser Lösung hat jetzt die Landesschulbehörde als Aufsichtsbehörde ihre vorläufige Zustimmung erteilt“, berichtete Arneke am Freitagmittag.

Die Kleinen werden dort ab nächsten Dienstag betreut – somit ist der vermutlich dringendste Bedarf in den betroffenen Familien gedeckt, heißt es. „Wir bekommen hier sehr schöne Räume und werden ausgesprochen gastfreundlich aufgenommen“, sagt Holstein-Lemke erfreut. Auch für die übrigen 15 Kinder würden intensive Gespräche für eine gute Lösung geführt; sie sei mit den Familien im Gespräch, betont die Kita-Leiterin. Mehrere Eltern hätten darüber hinaus zugesagt, ihre Kinder für eine Übergangszeit zu Hause zu behalten.

Innen alles ausgebrannt – ob das Gebäude der Kirchengemeinde Mellendorf-Hellendorf sich wieder instand setzen lässt, werden die Untersuchungen in den nächsten Wochen ergeben. Quelle: Ursula Kallenbach

Statiker prüfen, ob Brandruine wieder aufgebaut werden kann

„Einig sind sich die Verantwortlichen in Kirchengemeinde, Kirchenkreis und Kirchenkreisamt darin, dass der Wiederaufbau des Gemeindehauses schnell erfolgen soll“, heißt es von Hesse am Freitag weiter. Das zuständige Kirchenkreisamt habe dafür bereits erste Schritte in die Wege geleitet. Dazu listet die Sprecherin etwa Abstimmungsgespräche mit der Versicherung auf, aber auch die Inventarisierung des entstandenen Schadens und die Suche nach einem Architekten. Aktuell beschäftigen sich Statiker mit der Frage, ob die alte Schule aus dem Jahr 1863, von der nur noch die Außenwände stehen, wiederaufgebaut werden kann oder aufgrund der starken Zerstörung vollständig abgerissen werden muss. „In etwa zwei Wochen rechnen wir mit einer Entscheidung“, sagt Brodermanns.

Der neue angrenzende Teil des Gemeindehauses mit dem Familienzentrum emilie wird allerdings für die nächsten sechs Monate nicht nutzbar sein. Doch sowohl das Elterncafé als auch die meisten anderen Gruppen aus dem Haus können ihre Arbeit im benachbarten Pfarrhaus, in den Nachbarkirchengemeinden, im Mehrgenerationenhaus und in der katholischen Kirchengemeinde in Mellendorf fortsetzen, berichtet Hesse. Für die Seniorenkreise konnte bislang allerdings noch keine Lösung gefunden werden.

Gemeindehaus ist gut versichert

Erleichterung herrscht indes bei allen Verantwortlichen, dass das Gemeindehaus gut versichert war: Der Wiederaufbau sei abgedeckt, sagt Brodermanns. Die Versicherung werde teilweise sogar für die Mehrkosten einer etwaigen Anmietung von Räumen für die Krippengruppen aufkommen. Hierüber könne es jedoch erst dann Klarheit geben, wenn eine Lösung für die beiden Gruppen gefunden sei, betont der Pastor.

Er lädt für Sonntag, 26. Januar, zu einer Informationsveranstaltung im Anschluss an den Gottesdienst gegen 11 Uhr ein. Dann wollen Brodermanns und Mitglieder des Kirchenvorstandes über den aktuellen Stand informieren.

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