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Nachrichten A7-Baustelle: Unfallzahlen auf Umleitungsstrecken gestiegen
Umland Wedemark Nachrichten A7-Baustelle: Unfallzahlen auf Umleitungsstrecken gestiegen
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00:19 24.03.2019
Ab Anfang April wird die A7 erneut zum Nadelöhr. Quelle: Holger Hollemann/dpa (Archiv)
Mellendorf

Die Wedemärker denken ungern daran zurück: Von März bis Dezember gab es im vergangenen Jahr eine Dauerbaustelle auf der Autobahn 7. Das bedeutete viel Verkehr auf den durch die Gemeinde führenden Umleitungsstrecken – und eine Belastung für die Anlieger. Und die Bauarbeiten sind noch nicht vorbei: Am 1. April geht es auf der A7 wieder los. Die Polizei Wedemark hat in dieser Zeit einen rapiden Anstieg der Unfallzahlen registriert.

Im vergangenen Jahr führten die Umleitungen über die L 190 – komplette Wedemärker Nord-Süd-Durchfahrt, die L 310 und die K 107. Diese Straßen waren stark frequentiert, wenn auf der A7 Staus oder Vollsperrungen die Auto- und Lastwagenfahrer dazu veranlassten, die Autobahn zu verlassen. Für diese Straßen, die die Polizei in Mellendorf als Hauptumleitungsstrecken bezeichnet, stehen in der Statistik der Beamten für das Jahr 2018 genau 154 Unfälle. Im Jahr zuvor waren es dort 98. „Die Umleitungsstrecken waren zeitweise stark belastet. Und wo mehr Verkehr ist und sich Rückstaus bilden, steigt die Gefahr von Unfällen“, sagt Peter Trinks, Leiter Einsatz- und Streifendienst bei der Polizei Mellendorf.

Ampeln reduzieren die Unfallzahlen

Der Polizeihauptkommissar hat sogar detaillierte Zahlen ermittelt. 2017 lagen auf den besagten Straßen die Hauptunfallursachen 21 Mal im sogenannten „Einbiegen und Kreuzen“, 30 Mal im „Längsverkehr“. Im vergangenen Jahr stiegen diese Zahlen auf 51 und 87. Einbiegen und Kreuzen betrifft in der Polizeisprache Situationen, wo Autos ihre Wege kreuzen – beispielsweise an Vorfahrtsstraßen. Längsverkehr bedeutet, dass alle Fahrzeuge in der gleichen Richtung unterwegs sind und es Auffahrunfälle gibt.

Um den Verkehr einzubremsen und Kolonnen zu vermeiden, wurden etwa in Gailhof am Abzweig nach Meitze sowie in Elze Ampeln aufgestellt. Mit den Ampeln habe man gute Erfahrungen gemacht, berichtet Trinks. Aus diesem Grund habe die Polizei der Gemeinde Wedemark empfohlen, dies ab April zu wiederholen, sagt der Einsatzleiter. Die weiteren Absprachen erfolgen dann zwischen der Gemeinde und der Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr und der Region Hannover.

Unabhängig von Baustellen und stark frequentierten Umleitungsstrecken: Es kommt wie bisher auf das richtige Verhalten an. „Wir erleben es immer wieder, dass fehlender Abstand und nicht an die jeweilige Verkehrssituation angepasste Geschwindigkeit zu Auffahrunfällen führen“, sagt Trinks und führt als weiteren Grund „Unaufmerksamkeit der Autofahrer“ etwa wegen der Nutzung eines Mobiltelefons während der Fahrt aus. Wer eine Sekunde den Blick auf die Straße verliert, legt bei Tempo 50 schon 13,90 Meter zurück, hat Trinks ausgerechnet. „Und mit 70 außerhalb geschlossener Ortschaften sind es schon 19,44 Meter.“

Bauarbeiter rücken Anfang April wieder an

Und in einigen Wochen dürfte durch die Wedemark wieder mehr Verkehr rollen: Ab 1. April beginnen die Bauarbeiten auf der Autobahn 7 in einem ersten Abschnitt zwischen der Anschlussstelle Schwarmstedt und der Raststätte Allertal in Richtung Norden. Dies bestätigte Gisela Schütt, Leiterin der zuständigen Landesbehörde im Geschäftsbereich Verden, auf Nachfrage. Bereits ab kommender Woche werde in dem betroffenen Autobahnabschnitt eine Stauwarnanlage aufgestellt. Anfang April wird dann die Verkehrsführung geändert. In Richtung Süden folgen dann die Arbeiten zwischen Berkhof und dem Dreieck Hannover-Nord. Doch der Baubeginn ist noch nicht terminiert. „Der Abschnitt ist noch in der Vergabe“, sagt die Behördenleiterin. Zwischen der Vergabe und dem Baubeginn lägen in der Regel nur ein paar Wochen.

Gemeinde fordert dauerhafte Ampel

Die Gemeinde Wedemark fordert indes, Ampeln und Schilder aufzustellen, um die Autofahrer auszubremsen. Doch das wird erst umgesetzt, wenn die Arbeiten in Höhe der Wedemark beginnen. „Wir sind sehr zuversichtlich, dass wir die Lösungen aus dem vergangenen Jahr wieder hinbekommen“, sagt Gemeindesprecher Ewald Nagel auf Anfrage. Die Verwaltung führe regelmäßig Gespräche mit der Landesbehörde und der Region. Zudem hat die Kommune noch einen großen Wunsch: Nach Angaben Nagels habe die Verwaltung an die Region den Wunsch herangetragen, an der Goltermann-Kreuzung nicht nur eine temporäre, sondern eine dauerhafte Ampel zu installieren. Die Gemeinde stehe diesbezüglich im Austausch mit der Region.

FDP-Ratsherr Erik van der Vorm denkt schon jetzt mit Grauen an die Tage, wenn sich demnächst wieder Autos und Lastwagen durch die Ortschaften schieben. Seit Jahren kritisiert er, „dass wir für die Wedemark kein vernünftiges Verkehrskonzept haben. Und jetzt sollen die Radwege ausgebaut werden, da fasse ich mir doch an den Kopf.“ Wichtig sei aus Sicht des Kommunalpolitikers, „dass wir die L 190 ertüchtigen und bessere Abbiegespuren schaffen, damit der Verkehr gut über die Straße fließen kann“. Seinen Angaben zufolge soll das die Landesbehörde 2021 anpacken.

Von Stephan Hartung und Julia Polley

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