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Nachrichten Aus Syrien nach Scherenbostel
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19:50 26.11.2014
Von Roman Rose
Glückliches Ende einer Flucht: Auf dem Sofa bei Familie Ali sitzen Nandy Rodenbostel (von links), Jürgen Auhagen, Helge Zychlinski, Walad Ali mit Tochter Rosil, Meslima Mohammed mit Aysha, Carolin Rodenbostel-Beulshausen, Belit Onay und Cord-Peter Rodenbostel-Beulshausen.
Glückliches Ende einer Flucht: Auf dem Sofa bei Familie Ali sitzen Nandy Rodenbostel (von links), Jürgen Auhagen, Helge Zychlinski, Walad Ali mit Tochter Rosil, Meslima Mohammed mit Aysha, Carolin Rodenbostel-Beulshausen, Belit Onay und Cord-Peter Rodenbostel-Beulshausen. Quelle: Roman Rose
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Scherenbostel

Walad Ali (32) und seine Frau Meslima Mohammed (33) aus Syrien haben es geschafft: Nach einjähriger Flucht über die Türkei und Bulgarien haben sie für sich und ihre drei Kinder in Scherenbostel eine schöne Wohnung bekommen – 74 Quadratmeter groß. Das Asylverfahren läuft, die Familie Rodenbostel-Beulshausen als Vermieter und weitere Wedemärker unterstützen sie.

Bürgermeister Helge Zychlinski hat die Familie deshalb gestern dem Landtagsabgeordneten Belit Onay von den Grünen und den örtlichen Medien als gelungenes Beispiel für ein gedeihliches Miteinander vorgestellt. Er wäre sehr froh, wenn es noch mehr solche Vermieter gäbe, denn täglich kann die Quote erneut heraufgesetzt werden, und die Gemeinde müsste noch mehr Menschen unterbringen.

Die Eltern waren zunächst skeptisch, als Tochter Carolin vorschlug, eine leer stehende Wohnung der Gemeinde für Flüchtlinge anzubieten. Jetzt sind sie froh, geholfen zu haben. Nicht zuletzt ist die Gemeinde ein solventer Mieter. Noch ist die Verständigung schwierig, es geht mit Händen und Füßen, manchmal dolmetschen Verwandte des Flüchtlingspaares, die schon länger in Wennigsen wohnen. Erst wenn die Familie Ali als asylsuchend anerkannt ist, darf sie Deutschkurse besuchen. Heute dolmetscht Onay – die Verständigung läuft auf Türkisch.

„Wir haben die Familie Ali ins Herz geschlossen und viele Nachbarn bieten ihre Hilfe an – es ist eine Bereicherung für alle“, sagt Nandy Rodenbostel. Und sie betont: „Es ist beeindruckend, wie die Gemeinde das organisiert.“ Sie selbst sehe jetzt vieles mit anderen Augen.

Zychlinski gibt die Komplimente an das Team Soziales im Rathaus und an die Wedemärker weiter. „Ohne Nachbarschaftshilfe würde die Gemeinde das nicht schaffen“, sagt er. Für ihn ist klar: Die meisten Flüchtlinge werden bleiben. Onay betont: „Wir brauchen Zuwanderung. Diese Menschen können und wollen arbeiten. Deutschland kann nur profitieren. Wir sollten diese Menschen schnell integrieren.“

Anständiger Wohnraum ist die erste Voraussetzung. Im Rathaus kümmert sich federführend Jürgen Auhagen darum. „Wir haben derzeit kein einziges Problem in der privaten Vermietung“, wirbt er. Weitere Angebote sind unter Telefon (0 51 30) 58 12 10 willkommen.

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