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Umland Wedemark Nachrichten Die Gülle stinkt nun auch den Landwirten
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18:15 03.04.2015
Joachim Deneke-Jöhrens (von links) und Editha Lorberg diskutieren mit Holger Hennies, Cord-Peter von der Wroge, Bezirkslandwirt Volker Lindwedel und Volker Hahn.
Joachim Deneke-Jöhrens (von links) und Editha Lorberg diskutieren mit Holger Hennies, Cord-Peter von der Wroge, Bezirkslandwirt Volker Lindwedel und Volker Hahn. Quelle: Kallenbach
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Wedemark

Vor allem kleinere Betriebe in einer Größenordnung von 70 bis 80 Hektar, wie in der Wedemark üblich, könnten den geforderten Aufwand nicht leisten. Nach der neuen Verordnung sollen Landwirte künftig den Nachweis der Nährmittel- und Düngeplanung nicht mehr für den ganzen Betrieb, sondern für jedes Ackerstück einzeln führen. „Dafür würden unsere Höfe zwei Tage in der Woche nur mit dieser Bürokratie zu tun haben“, sagt Holger Hennies. 300 bis 400 Hektar groß müssten die Betriebe sein, dann könnten sie automatisch über ihre GPS-gesteuerten Maschinen erfassen, wo an welchem Tag wie viel Gülle ausgefahren worden ist. Hennies führt als Vorsitzender in Doppelspitze mit Volker Hahn den Landvolkkreisverband Hannover.

Bei einem Ortstermin bei Landwirt Cord-Peter von der Wroge in Brelingen versicherten sich mehrere Landwirte dazu jetzt der Unterstützung aus der Politik. Die CDU-Landtagsabgeordneten Editha Lorberg (für die Wedemark) und Hans-Joachim Deneke-Jöhrens (für Lehrte, Burgdorf und Uetze) diskutierten mit den Landvolkvertretern über den aktuellen Entwurf. Mit der Verordnung soll erreicht werden, dass der Nitratgehalt in Boden und Grundwasser langfristig in Deutschland reduziert wird; den Maßstab setzt die EU und hat schon ein Nitrat-Vertragsverletzungsverfahren in Gang gebracht.

Im Ziel, so bestätigte Deneke-Jöhrens, seien alle einig. Doch die Verordnung solle Probleme der Nitratbelastung lösen, „die hier gar nicht bestehen“. „Unsere Betriebe werden mitverhaftet für die großen in anderen Regionen Niedersachsens und in Deutschland“, monierte auch Hennies. „Landwirte wollen sich ja nicht aus der Verantwortung ziehen, sondern nur keine übermäßige Bürokratie auferlegt bekommen“, verdeutlichte Lorberg. Auch bisher schon müssen Betriebe jährlich ihre Nährstoff-Düngebilanz für den Boden erledigen, legten die Landwirte dar. Wenn in einem Betrieb im Schnitt von fünf Jahren die Stickstoff-Überschüsse ordnungsgemäß seien, so forderten sie, müsste dieser von der erhöhten Dokumentationspflicht ausgenommen werden.

Auch die CDU-Landespolitiker sind gegen zu viel Bürokratie. „Wir favorisieren eine praktikable Lösung. Die Landwirte sollen nicht gequält werden“, machte Deneke-Jöhrens deutlich.

von Ursula Kallenbach

Ursula Kallenbach 01.04.2015
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