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Nachrichten Hähne dürfen wieder kräftig krähen
Umland Wedemark Nachrichten Hähne dürfen wieder kräftig krähen
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05:07 30.11.2015
Von Ursula Kallenbach
Wilfried Backhaus (von links) ist Vereinsmeister im Zwerghuhnrevier, Marco Ohlhorst bei den Tauben, Eckhard Widdel siegte mit seinem großen Hahn. Quelle: Kallenbach
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Wedemark

Für Geflügelzüchter könnte die Haltung leichter werden - Gekrähe und Gegacker auch in Wohngebieten soll inzwischen wieder rechtssicher gestattet werden. Auf eine Neufassung der Baunutzungsverordnung dürften sich Züchter und die sie vertretenden Rechtsanwälte seit zwei Jahren beziehen, berichtete Züchter Eckhard Widdel aus Klein Plumhof bei der Rasseschau. Als Vereinsmeister für Hühner präsentierte er seinen großen Maran-Hahn in Schwarz-Kupfer. Der krähe gut und habe daher ausnahmsweise einen Namen bekommen - Wolfgang.

Seit vielen Jahren hatten Rassegeflügelzüchter ihre Not mit Beschwerden von Nachbarn; sie fuhren daher in großer Zahl ihre Zucht zurück oder gaben ganz auf. Viele, die früher eher ländlich ihre Stallungen und Außenvolieren betrieben, gerieten mit der zunehmenden Bebauung von Nachbargrundstücken unter Druck. Die Neufassung der Verordnung solle aber gerade dort die Hühnerhaltung in kleineren Einheiten wieder unterstützen, sagt Widdel.

Die 48. Schau der Rassegeflügelzuchtvereinigung (RGZV) Wedemark im Vereinsheim war die erste nach dem Tod des am 1. September verstorbenen Vorsitzenden Jürgen Brunngräber. Er hatte den Verein 1968 gegründet und mehr als 47 Jahre geleitet. Die RGZV gilt mit stetig etwa 110 Mitgliedern, aktiver Jugendarbeit und guten Zuchterfolgen, aber auch mit der langjährigen Organisationsleistung des verstorbenen Vorsitzenden auf vielen Züchter- und Ausstellungsebenen als eine Säule der Rassegeflügelzucht in der Region Hannover. „Es ist uns ein großer Organisator und guter Freund gegangen“, bestätigte der Kreisverbandsvorsitzende Hannovers, Olaf Metzner.

Kommissarisch führt der zweite Vorsitzende, Rolf Nebe aus Mellendorf, die RGZV bis zu den Neuwahlen bei der Mitgliederversammlung im Februar. Er kann sich - und damit der Verein - auf einen breiten Züchter- und Manager-Nachwuchs beim Rassegeflügel stützen. Für die Wahl zum neuen Vorsitzenden stehe er nicht mehr zur Verfügung, kündigte der 75-Jährige an.

Von Ursula Kallenbach

Pfautauben waren sein Faible und Verdienst

Als begeisterter Zuchtspezialist hat Jürgen Brunngräber deutschlandweit eine gefiederte Rasse über Jahrzehnte besonders vorangebracht und international besetzte Ausstellungen auch in Wiechendorf veranstaltet: 1980 waren die Indischen Pfautauben in Deutschland nahezu verschwunden. Er hat sie wieder beheimatet und 1990 in Wiechendorf einen Sonderverein gegründet. Später wurde er zum Ehrenvorsitzenden; 70 Mitglieder hat der Pfautauben-Experte deutschlandweit und aus dem Ausland um sich geschart. Die Vögel benötigen eine jahrelange Zuchtzeit – sie werden teils acht oder neun Jahre alt. Dass Wiechendorf zu einem international besetzten Forum wurde, hat Brunngräber in Bescheidenheit nie als besonderes Verdienst herausgestellt.