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00:36 18.05.2018
Von Ursula Kallenbach
Mit Andrea Giese (von links), Stefan Birkner und Erik van der Vorm (rechts) tauscht sich Georg Ebeling über sein Unternehmen und Güter auf den Straßen aus. Quelle: Kallenbach
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Gailhof

Für genau einen Hallenanbau ist auf dem Industriegelände in Gailhof für das Unternehmen Ebeling noch Platz. Das Gelände ist jetzt mit der genehmigten Änderung des Flächennutzungsplans aus dem Landschaftsschutz entlassen worden und kann bebaut werden.

„Wir bauen die letzte Halle an, 7500 Quadratmeter in L-Form, mehr gibt das Gelände nicht her“, sagt Geschäftsführer Georg Ebeling. Für sich selbst suche er keine weiteren Entwicklungsmöglichkeiten dort, erläutert der 54-Jährige. „Aber für die nächste Generation wäre es schön“. FDP-Politiker aus Gemeinderat und Landtag hatten das Gespräch mit Ebeling mit der Frage angeregt, wo man dem Unternehmen noch helfen könne. „Hier jetzt nicht. Wir haben alles“, stellte Ebeling fest. Kritische Anmerkungen allerdings machte er zur Verkehrspolitik insgesamt und der vorherrschenden Rolle von rollendem Schwerlastverkehr.

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Massengüter soll die Bahn befördern

„So merkwürdig es sich anhört, aber für mich gehören Massengüter auf die Bahn“, forderte Ebeling. 40 Prozent des Speditions- und Transitverkehrs, der durch die Ortschaften fahre, müsse nicht sein. „Diese Waren sind nicht zeitkritisch – ob sie heute oder morgen ankommen, sie könnten über die Bahn gehen.“ Das müsse in zehn Jahren so sein, dafür müssten alle sorgen; es gebe doch ICE-Linien. Aber Güterstrecken würden nicht gebaut, kritisierte er. Eine Option wäre, so Ebeling, außerdem der Transport per Schiff.

Georg Ebeling selbst hat das Unternehmen in zweiter Generation vom ehemaligen Speditionsbetrieb in ein Logistikunternehmen umgebaut. Erhebliche Erweiterungen waren dem ansässigen Familienunternehmen in der Zeit schon ermöglicht worden. Der Betrieb beschäftigt aktuell 450 Mitarbeiter, davon sind 170 in den Lagern und Hallen tätig. 150 Fahrzeuge sind für Ebeling unterwegs, davon transportieren 40 überwiegend Flugzeugteile nach Island und Zypern. Die ausländischen Niederlassungen habe das Unternehmen alle geschlossen, berichtete Ebeling. 110 der Fahrzeuge seien logistisch unterwegs von Lagern in die Verkaufsmärkte. „Eigentlich fahren wir nur noch Transporte, die die Bahn nicht erledigen kann“, machte der Geschäftsführer deutlich. Das Lagern von Gütern in den großen Hallen und die Konfektionierungsarbeiten seien ein Teil der Logistik.

Ebeling kritisiert schlechte Internetverbindung

Deutliche Kritik übte Ebeling am Stand der Internetversorgung in dem Industriegebiet in Gailhof, an das sich außerdem ein Gewerbegebiet Richtung Hessenweg anschließt. „Die Digitalisierung hier ist katastrophal. Wir kaufen uns die Leitungen zusammen“, berichtete er. Die Versorgung sei völlig unzureichend. Im Gewerbegebiet seien zudem das Unternehmen Kienast mit rund 2000 Mitarbeitern und Lutz-Jesco ansässig.

Ebeling hat sich neu erfunden: von einer Spedition zur Logistik als familiengeführter Betrieb. Das sind die, die viel tragen und gestalten“, betonte Stefan Birkner, Landeschef der FDP, im Gespräch in dem Wedemärker Unternehmen. Entwicklungsmöglichkeiten müssten jeweils in der Kommunalpolitik entschieden werden. Als Richtschnur dafür nannte er: „Da, wo Strukturen sind, muss man hingehen. Logistikflächen sind an Autobahnen richtig. Es macht Sinn, wenn hier weitere Entwicklung gegeben wäre.“

Umgehungsstraße für Mellendorf?

Perspektivisch weiterzuentwickeln, was an die Autobahnen gehört, nannten Andrea Giese und Erik van der Vorm für die Wedemärker FDP-Ratsfraktion als Linie, die sie weiterhin auch im Verkehrskonzept für die Wedemark verfolgen. So biete der Bereich Gailhof noch Spielraum. „Wenn wir über die Celler Straße Richtung Norden gehen, gibt es freie Flächen, Wald, der nicht im Landschaftsschutz steht“, führte van der Vorm an. Mit ihm einig zeigte sich Ebeling zum Thema Umgehungsstraße Mellendorf. Bereits vor langer Zeit kommunalpolitisch angedacht, würden „davon heute alle profitieren“.

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