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Umland Wedemark Nachrichten Hebelgesetz - das Gesetz kennen Einbrecher
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14:18 18.10.2016
Die Polizei berät im Bürgerhaus, wie sich Privatleute vor Einbrechern schützen können. Quelle: Stephan Hartung
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Bissendorf

Kurz vor Beginn des Informationsabends reichten die Stühle im Bürgerhaus nicht mehr aus, am Ende nahmen 100 Menschen im Saal Platz. "Das ist schon verrückt. Daran sieht man, wie wichtig den Menschen Einbruchschutz ist - gerade in ländlichen Ortschaften und mit Blick auf die dunkle Jahreszeit steigt das Interesse stark an", sagt Michael Nickel. Der Polizeihauptkommissar ist bei der Polizeidirektion Hannover einer der Experten für Technische Prävention und hält oft Vorträge wie in Bissendorf.

Und während der Veranstaltung sowie anschließend gab es immer wieder Fragen aus dem Publikum. Weil 75 Prozent aller Einbrüche mit einem Aufhebeln der Öffnungsseite von Haus oder Wohnung passieren, riet Nickel dazu, hier besonders in den Schutz zu investieren - und das nicht nur durch spezielles Glas, welches erst nach 50 Schlägen mit einer Axt nachgibt. "Sogenannte Pilzknöpfe und weitere Zusatzsicherungen machen dem Einbrecher das Aufhebeln extrem schwer", sagt Nickel - und sorgt für einen Lacher im Publikum. "Dabei ist das Hebelgesetz das einzige Gesetz, an das sich Einbrecher halten." Die Polizei bietet zudem bei jeder Privatperson vor Ort die Möglichkeit einer polizeilichen Beratung an - bis hin zur Umsetzung des Einbruchschutzes durch mit der Polizei kooperierenden Handwerkbetrieben und dem Erhalt der Präventionsplakette "Zuhause sicher" für den heimischen Eingangsbereich.

Andreas Kremrich, Kontakbeamter in der Wedemark, richtete an die Zuhörer zudem ganz grundlegende Ratschläge. "Seien Sie nicht bequem, sondern nehmen Sie sich die zehn Sekunden Zeit, um gekippte Fenster zu schließen und die Haustür von außen abzusperren - auch wenn Sie nur wenige Minuten aus dem Haus sind." Auch Aufmerksamkeit in der Nachbarschaft sei nie verkehrt. "Sprechen Sie die Person an, die Ihnen wiederholt komisch vorkommt. Oder rufen Sie die Polizei, wenn Sie unsicher sind, das kostet Sie nichts."

Das sind die Zahlen für die Wedemark

Im Jahr 2015 gab es in der Wedemark 82 Einbrüche in Häuser oder Wohnungen. "Das klingt dramatisch viel, ist aber im landes- und bundesweiten Vergleich wenig", sagt Kai-Uwe Bebensee, Leiter Kriminal- und Ermittlungsdienst des Polizeikommissariats Mellendorf. Was diese Zahlen laut Bebensee weiter abschwächt: Etwa 45 Prozent der Einbrüche fielen statistisch unter den Tatbestand eines Versuchs. "Entweder fühlten sich die Einbrecher gestört oder sie sind bei ihrem Versuch auf zu viel Widerstand gestoßen", berichtet Bebensee. Für das aktuelle Jahr liegen die Zahlen noch nicht vor. "Aber es ist bereits absehbar, dass wir auf dem Niveau von 2015 liegen", sagt Bebensee. Die Aufklärungsquote bei den Einbrüchen liegt seiner Auskunft nach bei 23 Prozent.

Fotostrecke Wedemark: Hebelgesetz - das Gesetz kennen Einbrecher

Von Stephan Hartung

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