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Nachrichten Rat lehnt das Naturdenkmal für Eiche ab
Umland Wedemark Nachrichten Rat lehnt das Naturdenkmal für Eiche ab
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16:28 12.05.2015
Von Antje Bismark
Die markante Eiche in Bissendorfs Zentrum wird kein Naturdenkmal. Quelle: Roman Rose
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Wedemark

„Natürlich möchte jeder von uns die Eiche erhalten“, sagte Zychlinski. Dazu gehöre auch der Investor Rainer de Groot, der für die geplanten Geschäfte und Wohnungen in der Ortsmitte auch eine Tiefgarage bauen muss. Kritiker, darunter der Grünen-Ratsherr Wilhelm Lucka und Einwohner Christian Heimberger, fürchten, dass die Erdarbeiten die bereits vorgeschädigten Wurzeln der Eiche noch weiter beeinträchtigen. Die Folge sei ein Absterben des Baumes. Lucka plädierte deshalb dafür, die Eiche als Naturdenkmal auszuweisen, einen sofortigen Baustopp zu verhängen und die Baupläne ändern zu lassen: „Das ist nicht rechtswidrig.“

Zychlinski hingegen begründete seine Entscheidung damit, dass der Investor beim Kauf des Grundstückes keine Rücksicht auf ein Naturdenkmal habe kalkulieren müssen. Natürlich wolle auch de Groot den Baum erhalten. „Dafür nimmt er einen sechsstelligen Betrag in die Hand“, sagte der Bürgermeister und bescheinigte dem Unternehmer aus Wennebostel, dass er den von der Gemeinde und einem Sachverständigen vorzulegenden Maßnahmenkatalog für den Erhalt der Eiche aktiv unterstütze. „Mancher hätte gleich die Säge angesetzt“, sagte Zychlinski. Diese Offenheit dürfe dem Investor nun nicht zum Nachteil gereicht werden. Zugleich fürchte er, dass eine nachträgliche Änderungen der Bedingungen ein schlechtes Signal für den Wirtschaftsstandort Wedemark sei. „Da geht es um unsere Verlässlichkeit.“

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Diese Einschätzung teilte auch Susanne Brakelmann (CDU): „Wir möchten beides, den Erhalt der Eiche und ein aktives Zentrum“, sagte sie und fügte hinzu, die Drucksache der Gemeinde spiegele die Stimmung des Ortsrates wider. „Wir gehen davon aus, dass der Eigentümer ernsthaft bemüht ist, den Baum zu erhalten“, erklärte Jochen Pardey (SPD). Die Verwaltung habe in den vergangenen Monaten alle Anliegen - Umweltschutz, Städtebau und Wirtschaft - abgewogen und nun eine Entscheidung getroffen. „Sie ist ein guter Weg, diese Anliegen in Einklang zu bringen.“

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