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Umland Wedemark Nachrichten Die Läufer sind die eigentlichen Stars
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00:43 11.05.2018
Rainer Lohse wirbt wieder für einen Unicef-Spendenlauf in Langenhagen.
Rainer Lohse wirbt wieder für einen Unicef-Spendenlauf in Langenhagen. Quelle: Sven Warnecke
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Langenhagen/Wedemark

 Nun steht der Termin fest: Am 14. September starten wieder Langenhagener und Wedemärker Kinder beim Unicef-Lauf. Zum nunmehr 16. Mal in der Flughafenstadt, in der die mittlerweile deutschlandweit ausgetragenen Sponsorenläufen dank des Lehrerehepaars Petra und Rainer Lohse 1992 seinen Ursprung nahm. 

Ohne Lohses läuft nichts

Rainer Lohse ist bereits seit Jahren nicht mehr an der IGS Langenhagen. Er ist, genau wie seine Frau Petra im verdienten Ruhestand. Doch die Spendenläufe zugunsten benachteiligter Kinder lässt das Ehepaar nicht los. Neben dem Verkauf von Unicef-Grußkarten mischen sie auch regelmäßig bei dem alle zwei Jahre organisierten sportlichen Wettkampf mit. Mittlerweile auch unterstützt von Lehrer Daniel Möllenbeck, der als IGS-Lehrer das Engagement von Lohse übernommen hat. Nicht zu vergessen Karlheinz Niescken, ebenfalls ehemaliger IGS-Lehrer, der bis heute die Technik steuert, um die erlaufenen Runden im Nachgang auszuwerten.

Seit 1992 hat es 15 Läufe in Langenhagen  gegeben. Dabei sind sage und schreibe 1,16 Millionen Euro zusammengekommen. Das viele Geld wurde von Unicef in Hilfsprojekte für afrikanische Kinder gesteckt. Kein Wunder also, dass die IGS Langenhagen im vergangenen Jahr vom Kinderhilfswerk der  Vereinten Nationen das Qualitätssiegel „Schule aktiv für Unicef“ verliehen bekommen hat.

Grundstein für Unicef-Läufe wurde in der Stadt gelegt

Die nunmehr 16. Auflage ist für Freitag, 14. September, zwischen 10 und 14 Uhr im Stadtpark geplant. „Die ersten drei Mal haben wir die Unicef-Nothilfe am Horn von Afrika und im Krisengebiet von Bosnien unterstützt, danach dann spezielle Projekte“, sagt Lohse rückblickend – und nicht ohne Stolz. Darunter den Bau von Kindertageskrippen für Aidswaisen in Malawi, die Errichtung einer Schule in Miteme in Malawi, den Bau einer Schule in Gambia oder auch die Unterstützung von Sportprojekten in Kenia. Und nicht zuletzt das große Projekt „Wasser für Blantyre“, bei dem in Malawi 25.000 Menschen in einem Slumgebiet an das saubere Wasser der Kernstadt angeschlossen worden sind.

Lohse: Das Geld kommt an

Und ob das Geld ankommt? Davon hat sich Rainer Lohse 2002 selbst überzeugen können. Und nach eigenen Angaben war er nicht nur begeistert, sondern in erster Linie angetan. Gleichwohl ist er mit Unicef-Deutschland nicht immer einverstanden. Denn für die Kinder ist meist nach „vollbrachter Leistung“ auch wichtig, dass ein prominenter Star aus Sport, Kultur und Gesellschaft genau dieses Engagement mit einem Besuch und ein paar warmen Worten honoriert. Geklappt hat das indes nicht immer. Doch das sei letztlich auch egal, betont Lohse. „Der Sache wegen.“ Doch auch für andere Schulen mit ihren nunmehr eigenen Sponsorenläufen hat er nicht nur lobende Worte parat. Die würden nur die eigenen Interessen damit verfolgen, statt an die wirklich benachteiligten Kinder weltweit zu denken, moniert der pensionierte Lehrer.

Ungeachtes dessen soll dieses Mal das in Langenhagen „erlaufene“ Geld nicht nach Afrika, sondern vielmehr in das asiastische Bhutan gehen. Dort gebe es sogenannte Kindermönche und -nonnen, berichtet Lohse im Gespräch mit dieser Zeitung. Seinen Angaben zufolge besuchten dort mehr als 7.000 Kinder Klosterschulen – und die Bedingungen seien katastrophal. Denn statt Bildung hätten sich die dort Verantwortlichen mehr der Spiritualität verschrieben. Doch das verschaffe den Kindern alles andere als eine Perspektive für ihr weiteres Leben, meint er. Vielmehr dienten die Klosterschulen eher als eine Auffangstation für benachteiligte Kinder. Das Leben hinter den Mauern sei aber nur selten kindgerecht. „Englischunterricht gibt es nicht; die hygienischen Verhältnisse sind haarsträubend“, beschreibt Lohse die Erkenntnisse von Unicef.

Lauf soll Kindern in Bhutan helfen

Mit dem diesjährigen Spendenlauf soll sich dort etwas zum Besseren ändern, betont der Organisator. Er hat dabei etwa sauberes Wasser und einfachste sanitäre Einrichtungen im Blick.  Aber er spricht auch von Aufklärung. Um  die dort weitgehend noch praktizierte körperliche Züchtigung von Kindern zu unterbinden und um das Bewusstsein für Kinderschutz sowie Kinderrechte bei den Erwachsenen zu fördern.

Klassensponsoren sind gefragt

Die Vorbereitungen für den Unicef-Lauf im September, – daran sollen alle Langenhagener Schulen und auch viele auswärtige Einrichtungen teilnehmen –laufen schon auf vollen Touren. Laufkarten können bereits im Sekretariat der IGS Langenhagen abgeholt werden, teilweise wurden auch einige verschickt. Zudem würde sich Rainer Lohse noch über weitere Klassensponsoren freuen, die mit einem Geldbetrag die einzelnen Läufer unterstützen. Er ist unter der Telefonnummer (0511) 771999 oder auch unter rainer.lohse@gmx.de zu erreichen. Und der „Aufwand ist überschaubar“, meistens nicht mehr als 250 Euro pro Klasse, betont der ehemalige Lehrer „Wenn jeder 50 Cent oder einen Euro gibt, ist schon sehr viel geholfen. Und wir verteilen die Belastung auf viele Schultern. Ab 25 Euro aufwärts gibt es bereits unaufgefordert eine Spendenquittung“, verspricht Lohse

Von Sven Warnecke