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17:26 21.05.2015
Von Ursula Kallenbach
Die Grünen wollen die markante Eiche in Bissendorfs Zentrum nicht nur vielleicht erhalten wissen, sondern ganz bestimmt. Quelle: Roman Rose
Wedemark

Das spektakuläre Engagement für die Erhaltung nur dieser einen Eiche auf dem künftigen Baugrundstück Am Markt bei dem Eigentümer, in Verwaltung und Politik sei aktuell ja kaum noch zu toppen, führt der Landschaftsökologe an. Seine Idee wäre stattdessen, so viel Bemühen in wirkungsvollere Bahnen zu lenken, nämlich in ein gemeindeweites zukunftsgerichtetes Baumschutzprojekt. Als Arbeitstitel nennt Neuenschwander es: Stiftung zur Förderung der heimatlichen Identität. Diese Konstruktion solle allen helfen, die Bäumen in der Wedemark Raum geben wollen.

„Es war mehrfach zu lesen, der Investor de Groot sei bereit, 150 000 Euro für den Erhalt der Eiche in seinem geplanten Bauvorhaben zu investieren, obwohl niemand garantieren könne, dass die Eiche langfristig überleben würde“, argumentiert Neuenschwander. Da stelle sich doch die Frage, ob dieses Geld nicht sinnvoller in einer Stiftung angelegt wäre, die sich langfristig und vorsorglich um den Schutz sämtlicher orts- und landschaftsbildprägender Bäume in der Wedemark kümmern könnte. Aufgestockt werden könnte die Stiftung nach der Vorstellung des Initiators durch Nachlässe von Wedemärkern, denen der typische Charakter ihrer Heimatgemeinde am Herzen liege.

Baumschutz darf nach Neuenschwanders Überzeugung nicht mehr Reizwort sein wie schon viele Jahre. „Der Schutz von Bäumen muss ein positives Image entwickeln. Vorschriften machen die Bürger nur erfinderisch, sie zu umgehen.“ Dagegen biete freiwilliges Engagement die Chance zum Prestigegewinn. „Ein schickes Auto kann jeder leasen, aber wer hat die Chance, sich einen ehrwürdigen Baum leisten zu können?“, fragt der Initiator.

Er erinnert daran, dass über Jahre schon etliche ortsbildprägende Eichen in Bissendorf und andernorts gefällt wurden. Inzwischen sei erkannt, dass die Bäume Orten Identität geben. „Es ist an der Zeit, das Thema endlich mit einem vernünftigen richtungweisenden Konzept anzugehen“, stellt Neuenschwander fest. Es dürfe nicht sein, dass genau die Eigentümer, die Eichen auf ihren Grundstücken bisher nicht entfernt haben, mit der dauerhaften Verantwortung und den Kosten alleingelassen würden „und letztlich die Dummen sind“.

Die Liste der Aufgaben für die Stiftung (siehe Kasten) stehe offen für viele weiteren Ideen, sagt der Initiator. Für das Projekt hat er gestern eine neue E-Mail-Adresse eingerichtet: projekt.stiftung.baum.wedemark@gmail.com.

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