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Nachrichten Startschuss für betreutes Wohnen in Elze
Umland Wedemark Nachrichten Startschuss für betreutes Wohnen in Elze
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00:19 25.01.2019
Die Alte Festwiese in Elze - auf diesem Areal hinter Kita und Feuerwehrhaus soll ein Komplex für Betreutes Wohnen entstehen. Quelle: Gabriele Gerner
Mellendorf

Bezahlbarer Wohnraum in der Gemeinde, Wohnen für Senioren, die transparente Vergabe von Kita-Plätzen und eine eigene Auf- und Abfahrt von der A 352 in Bissendorf-Wietze sowie ein Mandatswechsel: Der Wedemärker Rat hat sich in der jüngsten Sitzung am Montagabend mit einer Vielfalt von Themen befasst.

Nadine Becker (SPD), stellvertretende Ortsbürgermeisterin von Hellendorf und seit März 2014 Mitglied im Gemeinderat, ist aus dem Rat ausgeschieden. Ihr Mandat übernimmt nun Florian Wiese (SPD) aus Abbensen.

Der 30-jährige Landwirt Florian Wiese aus Abbensen (SPD) rückt für die ausgeschiedene Nadine Becker (SPD) in den Rat. Quelle: Gabriele Gerner

„Ich bin sehr gespannt auf diese Arbeit“, sagt der neue Ratsherr Wiese. Der 30-jährige Landwirt vertritt seit November 2016 die SPD im Ortsrat Wedemark I (Abbensen, Duden-Rodenbostel, Negenborn).

Transparenz bei Vergabe von Kitaplätzen steigt

Seit Ende des Jahres 2017 arbeitet die Gemeinde mit einer Online-Vergabe für Kita- und Krippenplätze. Doch dies habe trotz erheblicher Vorteile für beide Seiten zu verstärkten Rückfragen der Eltern geführt, berichtete die Erste Gemeinderätin Susanne Schönemeier. Eltern wollten dabei etwa erfahren, welche Kriterien die Vergabe eines Kita- oder Krippenplatzes beeinflussen und wie die Priorisierung vorgenommen werde. Deshalb hatte die Verwaltung die Satzung überarbeitet. „Die Vergabekriterien haben sich nicht geändert, wir machen sie aber jetzt transparent“, sagte Schönemeier dazu. Dazu zählten etwa die Berufstätigkeit der Eltern, die Inanspruchnahme des Geschwisterbonus sowie besondere Härten für Alleinerziehende oder auch Schichtdienst. Dafür werden Punkte vergeben. Wenn etwa zwei Kinder mit der Punktzahl gleichauf sind, entscheidet das Alter des Kindes über die Aufnahme in eine Kita, erläuterte Schönemeier weiter.

Betreutes Wohnen in Elze kann kommen

Als weiterer Punkt auf der Tagesordnung stand der Bebauungsplan für das Gebiet der „Alten Festwiese“ in Elze. Dieser wurde einstimmig vom Rat beschlossen. Damit gab die Politik den Startschuss für den Bau des Komplexes für seniorengerechtes Wohnen. Noch in diesem Jahr soll damit begonnen werden, sagte Bürgermeister Helge Zychlinski. Seinen Angaben zufolge sollen dort im Jahr 2021 die ersten Menschen einziehen. Auf kritische Nachfragen von Bürgern entgegnete Zychlinski, dass Bodenspekulation ausgeschlossen sei – man habe einen klar terminierten Fahrplan im Vertrag ausgehandelt. Es sei damit nicht möglich, das Gebiet spekulativ jahrelang unbebaut zu lassen.

Ist Wohnen an „Alter Festwiese“ zu teuer?

„Beim Verkauf des Geländes hat sich die Gemeinde am Bodenrichtwert für Elze in Höhe von 145 Euro pro Quadratmeter orientiert“, so Zychlinski weiter. Der hohe Mietpreis zwischen 13,90 und 14,90 Euro pro Quadratmeter stand indes bei vielen Wedemärkern in der Bürgerfragestunde stark in der Kritik. Dadurch, dass eine Servicepauschale von 150 Euro hinzukäme, bewege man sich letztendlich zwischen 20,50 und 21,50 Euro pro Quadratmeter, rechnete ein Anwohner vor und bezeichnete das als „Wucher“.

Zychlinski versuchte den hohen Preis mit zusätzlichem Service für die Mieter zu erklären: Eine 24-Stunden-Bereitschaft für die Bewohner, ein Café, große Gemeinschaftsflächen und Flure machten den Charakter des Betreuten Wohnens aus. Das sei ein Mehrwert für die Mieter, meinte er. „Auf die Höhe des Mietzinses haben wir keinen Einfluss.“ Dennoch versicherte der Bürgermeister bei zukünftigen Wohnprojekten stärker auf die soziale Durchmischung zu achten. „Bei weiteren Bauvorhaben möchte ich, dass ein gewisser Anteil auch sozialer Wohnungsbau ist“, sagte Zychlinski und nahm damit Bezug auf das gemischte Baugebiet Diersrahe in Bissendorf.

Mietspiegel ist aktualisiert

Erschwinglicher Wohnraum ist auch das Thema bei dem aktualisierten Mietspiegel, der ebenfalls diskutiert wurde. Seit dem Jahr 2011 dient dieser auch in der Wedemark als Grundlage für Mietverträge und der Ermittlung von Miethöhen. In der Gemeinde werden dabei Immobilien in drei Altersklassen aufgeteilt: Wohnungen aus den Jahren vor 1961, weitere zwischen 1961 und 1994 sowie ab 1995. Zusätzlich fließen Ausstattungsmerkmale in die Berechnung mit ein: dazu zählen etwa isolierte Fenster oder ein Gäste-WC. Eine Fußbodenheizung, eine Terrasse oder Gartenbenutzung steigern zudem den Wert einer Wohnung. Nach dem qualifizierten Mietspiegel darf in der Wedemark eine 48 Quadratmeter große Wohnung aus dem Jahr 1965 mit Balkon nicht mehr als 6,40 Euro und 6,95 Euro pro Quadratmeter kosten.

Keine A 352-Anschlussstelle in Bissendorf-Wietze geplant

Der von FDP/Bündnis C gewünschte Bau einer Auf- und Abfahrt zur A 352 in Bissendorf-Wietze ist vom Tisch. „Sowohl der Fachausschuss als auch der Ortsrat haben die Pläne dazu abgelehnt. Wir haben damit keinen politischen Auftrag, diese Vorschläge weiter zu verfolgen“, sagte Bürgermeister Helge Zychlinski zu der Anfrage der FDP/Bündnis C-Fraktion in der jüngsten Ratssitzung. Deren Gruppensprecher Erik van der Vorm sah die Absage indes „als Ansporn, das Thema weiter zu verfolgen“.

Von Gabriele Gerner

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