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Nachrichten Leuchtende Fassade für leuchtende Kinderaugen
Umland Wedemark Nachrichten Leuchtende Fassade für leuchtende Kinderaugen
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12:46 15.12.2016
Von Roman Rose
Wilhelm Balkes Haus am Postdamm in Hellendorf ist während der Weihnachtszeit ein Publikumsmagnet. Quelle: Roman Rose
Wedemark

So stürzt sich an einer Hausecke ein Wasserfall aus Hunderten blinkenden Lichtern in die Tiefe, im Vorgarten scheinen reihenweise Rentiere herumzuspringen, einige ziehen Schlitten, ein Stück weiter dampft eine Eisenbahn ihres Wegs, an einer Gaube im Obergeschoss bewegt sich lautlos eine Glocke, Sterne und Weihnachtsbäume leuchten an der Fassade, an der auch ein rüstiger Weihnachtsmann auf einer Leiter kraxelt.

Ein weiterer Riesenweihnachtsmann, behängt mit Lichterketten, schaukelt derweil nebenan gemütlich auf einer Schaukel in einem Carport. Hunderte Kabel schlängeln sich über den Rasen und durch die Beete im großzügigen Vorgarten, versorgen das Spektakel mit Strom. Von 16 bis 22 Uhr schickt eine Zeitschaltuhr den Strom durch die mehrere Stromkreise in den Garten. Drei Wochen hat er für den Aufbau gebraucht. Damit die Arbeit sich lohnt, bleibt alles bis in die erste Januarwoche stehen.

Mittlerweile hat Balke schon viele Leuchtfiguren auf sparsame LED-Technik umgestellt, aber spurlos geht das Vergnügen nicht an seiner Stromrechnung vorbei. Rund 600 Euro, so hat er über die Jahre ermittelt, kostet ihn die Illumination zusätzlich. „Ich mach' es ja für die Kinder“, sagt er und bekommt dabei selbst leuchtende Augen. „Manche haben mich schon gefragt, ob ich der Weihnachtsmann bin.“

Der Nachwuchs ist ein dankbares Publikum, weiß die chauffierenden Eltern in den Postdamm zu dirigieren. Immer wieder fahren langsam Autos aus nah und fern an Balkes Haus vorbei, drinnen Eltern wie Kinder mit großen Augen, sie schauen, zeigen, gestikulieren. Die einen steigen aus, den anderen reicht eine Vorbeifahrt. „Manchmal sind die in Kolonne hier unterwegs“, berichtet Balke. Schon am ersten Tag sei die Straße voll gewesen. „Manche fragen schon im Sommer, wann es wieder losgeht.“ Selbst große Busse hätten sich schon durch den schmalen Postdamm mit den unbefestigten Seitenstreifen gequält – und zurück. Wenden müsse dort keiner, sagt der Hellendorfer, aber dass man nach dem Lichtergenuss mit einem Schwenk wieder auf die Ortsdurchfahrt gelangt, wissen eben nicht alle.

Doch nicht nur Privatleute und Medien wie Presse und ein Rundfunkteam haben sich mit seinem Licherhaus beschäftigt, auch ein Studienprojekt der Uni Hannover mit dem Schwerpunkt Weihnachtsdeko sei dagewesen, berichtet Balke.

Einen besonderen Gag hat er dieses Jahr aus den USA importiert – einen übermannshohen Weihnachtsmann. Dieser fängt auf ein Geräusch wie Rufen oder lautes Klatschen hin an zu singen und sich zu bewegen. Wer ihn sehen will - Balke denkt dabei an kleine Kinder – darf gern durch den Torbogen zur rückwärtigen Eingangsseite kommen, klingeln und dieses kleine Spektakel live genießen.

Fotostrecke Wedemark: Leuchtende Fassade für leuchtende Kinderaugen

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