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Nachrichten Y-Trasse-Gegner fühlen sich ausgetrickst
Umland Wedemark Nachrichten Y-Trasse-Gegner fühlen sich ausgetrickst
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23:17 06.03.2012
Foto: Gegner der geplanten Y-Trasse protestieren. (Archivfoto)
Gegner der geplanten Y-Trasse protestieren. Quelle: Ursula Kallenbach
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Wedemark

"Wie hier mit Bürgerinteressen umgegangen wird, ist ein Skandal", sagte Christoph Chilla vom Verein Bürger für eine lebenswerte Wedemark (BlW) am Montag. Die BIs hätten in den Jahren des Streitens gegen das Großvorhaben schon viele zweifelhafte Tricks der Befürworter zu Kosten- und Nutzeneinschätzungen erlebt, ergänzte Dieter Töpelmann aus der Wedemärker Initiative. "Aber dies bringt das Fass zum Überlaufen."

Aktueller Anlass für den Zorn der Trassengegner: Während sie sich noch auf eine persönliche Aussage von Bahnchef Rüdiger Grube vom 30. Januar vor den vier Initiativen in Walsrode verlassen, die Y-Trasse sei von der Bahn auf Eis gelegt, verkündet die Bundesregierung im Bundestag am 27. Februar, die Y-Trasse sei für sie ein wichtiges Vorhaben, und ein Planungsstopp sei ihr nicht bekannt.

Den Anstoß im Bundestag hatte eine Kleine Anfrage des niedersächsischen Grünen-Bundestagsabgeordneten Sven-Christian Kindler gegeben.

Laut Bundesregierung werden zur Beschleunigung der Planung weiter 19 Millionen Euro für das Verkehrsgroßprojekt eingesetzt. In den Reihen der BIs wird vermutet, dass damit die Raumordnung der Y-Trasse bis zum Planfeststellungsverfahren vorbereitet wird, während offiziell ihr Bau aus Geldmangel verschoben ist. Wie die Bundesregierung außerdem mitteilte, würden Gemeinden, Anwohner und deren Einwendungen in die "erforderlichen Verfahren mit einbezogen, sowie hierfür konkrete Planungen beginnen".

Bahnchef Grube, Staatssekretär Enak Ferlemann und der niedersächsische Landeschef David McAllister hätten ihnen seit einem Jahr Transparenz, öffentliche Diskussionen und frühzeitige Bürgerbeteiligung zugesagt, führen die BIs nun an. "Das ist ein Kernpunkt, um den ich ständig in den Gesprächen ringe", betonte der Wedemärker BlW-Sprecher. Wer sage, die Y-Trasse sei auf Eis gelegt, und im stillen Kämmerlein heimlich weiterplant, provoziere noch stärkeren Widerstand, meinen die Gegner des Trassenneubaus und Befürworter des Ausbaus vorhandener Strecken. "Wer großspurig Bürgerbeteiligung verspricht wie Ferlemann und nicht einmal einen Brief von uns beantwortet, muss sich nicht wundern, wenn hier jetzt Wutbürger gezüchtet werden", sagte Elke Motzkau als Vorsitzende der BI Bürger für Umwelt (BfU) in Walsrode.

Ursula Kallenbach