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Wedemark Rekord: Mehr als 1300 Zuhörer verfolgen Konzert im Internet
Umland Wedemark

Rekord: Mehr als 1300 Zuhörer verfolgen in der Wedemark aufgezeichnetes Konzert im Livestream

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07:29 24.03.2020
Ungewohnt: Nicoleta Ion und Johannes Schwarz musizieren nicht vor Publikum, sondern vor der Kamera. Quelle: Robert Knörk
Mellendorf

Nicoleta Ion und Johannes Schwarz haben aus der Not eine Tugend gemacht: Die Pianistin und der Bariton haben angesichts der Corona-Krise in Mellendorf zwar vor leeren Rängen musiziert. Gleichwohl folgten den beiden Musikern mehr als 1300 Zuhörer. Denn das Konzert mit dem vielsagenden Titel „Sex and Crime“ war am Sonntag live im Internet zu verfolgen – in HD-Qualität, für ein gestochen scharfes Bild.

Bereits vor einer Woche wurden die vorbestellten Konzertkarten angesichts des grassierenden Coronavirus zurückgenommen. Aus diesem Grund fand die Aufführung mit Liedern von Carl Loewe, Robert Schumann, Franz Liszt und Gustav Mahler im Livestream ohne Publikum statt. Vielmehr spielten die beiden Musiker vor laufender Kamera. Mit Erfolg. Mit mehr als 1300 YouTube-Aufrufen war der Abend ein überraschender Erfolg. Normalerweise sind die Hauskonzerte in Mellendorf mit 60 Plätzen ausverkauft, teilt dazu Nicoleta Ion mit.

Musiker haben anfänglich Zweifel

Das Duo hatte anfangs Zweifel, ob es gelingt, die Kunst, die ja von der persönlichen Begegnung lebt, auch dann zu vermitteln, wenn das „analog“ nicht möglich ist. Schließlich gibt es auch keinen Applaus zwischen den Stücken oder zum Ende des Liederabends. „Es war vorher schon sehr aufregend“, gestand die Pianistin nach dem Konzert auf Anfrage. Schließlich mussten sich die beiden Musiker mehr als sonst auf die Technik verlassen. Zudem wussten sie nicht, wie eine Live-Übertragung bei den Menschen ankommt. Doch schon nach kurzer Zeit wich die Aufregung der Professionalität, berichtete Ion.

Nach der einstündigen Darbietung herrschte dann Freude pur. Denn Ion und Johannes Schwarz erfuhren von der großen Resonanz. 1300 Menschen hatten die Live-Übertragung verfolgt. „Es waren wohl auch viele Leute dabei, die sonst nicht in klassische Konzerte gehen“, bilanzierte sie. Ihr machen zudem auch die vielen positiven Rückmeldungen im Chat Mut. „Man kann zurzeit nicht ins Konzert gehen, aber es gibt viele Künstler, die nun im Netz zu entdecken sind“, wirbt Ion. Sie sieht die Möglichkeit des Livestreams im Internet aktuell als eine Option, den Menschen Unterhaltung zu bieten.

Musiker leben von der persönlichen Begegnung

Doch für Nicoleta Ion und Johannes Schwarz ist das nur ein Notnagel – wenn auch ein spannender. Denn ein Auftritt vor Publikum ist etwas ganz anderes. Schließlich lebten Musiker von der persönlichen Begegnung. Vor Zuschauern ergebe sich musikalisch eine ganz andere Dynamik, sagt die Pianistin.

Beide Musiker schmieden nun aber Pläne für die Zukunft. Chorproben seien aktuell zwar nicht möglich, aber Material könne eingespielt und online geteilt werden, meint Ion „Das Netz ist eine Möglichkeit, für Zusammenhalt zu sorgen“, meint sie. „Wir machen weiter, freuen uns über jede Rückmeldung und erfüllen auch Wünsche.“

Das Konzert der beiden steht weiterhin im Netz und kann unter www.nicoleta-ion.de aufgerufen werden.

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