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Wedemark Pfad bietet nun barrierefreies Moorerlebnis
Umland Wedemark

Resse: Pfad bietet nun barrierefreies Moorerlebnis 

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12:52 19.05.2019
Rund hundert Interessierte kommen zur offiziellen Eröffnung des Resser Moorerlebnispfades. Quelle: Patricia Chadde
Resse/Neustadt

Resses Ortsbürgermeister Jochen Pardey tänzelt durch das Otternhagener Moor. Natürlich probiert er gleich mal den neu installierten Balancierstamm aus, der zu den neun Stationen des neuen Resser Moor-Erlebnispfades zählt. Auch wenn die Moorfläche unscheinbar wirkt, zählt sie zu den wertvollsten Hochmooren Niedersachsens. Das Otternhagener Moor liegt zwischen Resse und den Neustädter Ortsteilen Scharrel und Otternhagen. Nun ist dort der Startpunkt am Osterberg zum Anziehungspunkt für rund 100 Interessierte geworden. Irene Dahlmann, Referatsleiterin im Niedersächsischen Umweltministerium und Christine Karasch, Umweltdezernentin der Region Hannover durchschnitten gemeinsam mit Wedemarks Gemeindebürgermeister Helge Zychlinski und eben Resses Ortsbürgermeister das symbolische blaue Band, um den Parcours für die Öffentlichkeit freizugeben.

Auf Sehbehinderte, Menschen mit Mobilitätseinschränkung und Besucher mit geringen Deutschkenntnissen ist man bei der Gestaltung erfolgreich eingegangen.

Wer sich für den Lebensraum, der ein feuchtes, nährstoffarmes und zugleich saures Milieu bietet, interessiert, ist im Süden der Wedemark doppelt richtig. Das Moor-Informationszentrum Resse (Mooriz) ist bereits etabliert. Doch der neu geschaffene Holzsteg, Resses Moor-Erlebnispfad, führt mitten durch die Heimat von Libellen, Sonnentau, Faulbaum und Wollscheidegras. Das ambitionierte Bauprojekt der Region Hannover wurde durch das Land Niedersachsen und die Bingo-Umweltstiftung gefördert. „Über die Förderrichtlinie ,Landschaftswerte’ hat das Land Niedersachsen für die Realisierung des Moor-Erlebnispfades Resse rund 325.000 Euro zur Verfügung gestellt. Weitere 50.000 Euro steuerte die BINGO-Umweltstiftung bei. Die Region Hannover leistete einen Anteil in Höhe von 125.000 Euro“, berichtet Regionssprecher Klaus Abelmann.

Moore sind für den Klimaschutz bedeutend

Für Menschen mit Mobilitätseinschränkungen wurde eine besonders barrierearme Wegführung gestaltet, der Übergang vom kalkfreien Schotterweg über Roste zum Holzsteg ist eben. An den Innenseiten des Holzsteg-Geländers sind in Fußhöhe Leisten angebracht, damit Menschen mit geringer Sehkraft sich mittels Taststock orientieren können. Weitere Punkte aus weißen Kacheln fordert Aufmerksamkeit und ergänzen den Service. Dabei schweift die Haupt-Streckenführung immer wieder ab. Parallel zum Holzsteg geht es dann ein bisschen abenteuerlicher zu. Jeder kann ausprobieren, wie tief man wohl im Moor versinkt. Deshalb empfiehlt sich der Test wahlweise barfuß oder in Gummistiefeln.

„Dieser Moor-Erlebnispfad, gebaut von der Region Hannover, ermöglicht informative und erlebnisreiche Begegnungen mit der Pflanzen- und Tierwelt der Moore“, hebt Umweltdezernentin Christine Karasch den Leitgedanken des Projektes hervor. Neben Hörstationen vermitteln Infotafeln Wissenswertes in leicht verständlichem Deutsch, während QR-Codes Smartphone-Nutzern weitere Info-Möglichkeiten bieten.

Als Lebensraum für hochspezialisierte Pflanzen- und Tiergemeinschaften ist das Hochmoor ebenso bedeutend, wie für den Klimaschutz, erläutert Dahlmann. Dabei weist die Station des Handtorfstichs auch auf die wirtschaftliche Bedeutung des Moore hin. Dort wurde Brennmaterial gewonnen. Mancher Resser kann noch aus eigener Erfahrung von der Plackerei berichten. Heute engagieren sich die Resser dagegen ehrenamtlich für den Schutz ihres Hochmoores – doch auch das ist schwere Arbeit.

Von Patricia Chadde

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