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Wedemark Schulzentrum: Lüftungsgeräte werden nachgerüstet
Umland Wedemark

Schulzentrum in der Wedemark: Lüftungsgeräte werden nachgerüstet

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16:55 18.06.2019
In diesem IGS-Klassenraum ist im Zuge des Pilotprojekts bereits ein Lüftungsgerät eingebaut - und läuft. Quelle: Gemeinde Wedemark, Ewald Nagel
Mellendorf

Eltern, Schüler und Lehrer sind froh und erleichtert: In 60 Unterrichtsräumen im Schulzentrum Mellendorf sollen so schnell wie möglich dezentrale Lüftungsgeräte installiert werden. Einstimmig zog die Politik damit jetzt praktische Konsequenzen aus jahrelangen Prüfungen, Messungen, Begehungen und Diskussionen.

Seit Jahren klagen die Nutzer des Schulzentrums, das 2011 ohne Klimaanlage neu errichtet wurde, besonders im Sommer über ein unerträgliches Raumklima. In der gemeinsamen Sitzung der beiden zuständigen Fachausschüsse des Rates – Ausschuss für Bildung, Kinder und Jugend mit Bau-/Planungs- und Umweltausschuss – im Bürgerhaus in Bissendorf berichteten noch einmal Eltern und Schüler über die dauerhaften dramatischen Verhältnisse vor allem in den IGS-Räumen im dritten Stockwerk.

Und so sieht das eingebaute dezentrale Lüftungsgerät aus. Quelle: Gemeinde Wedemark, Ewald Nagel

Eltern müssen Kinder abholen

Der Ratssaal konnte die Besucher nicht mehr fassen, sie standen bis in den Flur. Eltern erzählten während der Fragestunde, wie oft sie ihre Kinder mit Kopfschmerzen und anderen Krankheitssymptomen aus dem Unterricht abholen mussten. Von gesundheitsgefährdenden Bedingungen wurde gesprochen. Schüler selbst berichteten über wiederkehrende Kopfschmerzen und Konzentrationsstörungen. Die vielfach wiederholte Frage: Warum dies alles so lange gedauert habe?

Verwaltung hat viel ausprobiert

Allen Besuchern hatte die Vorsitzende des Bildungsausschusses, Daniela Mühleis, noch vor der Fragestunde positive Gewissheit gegeben. „Die Groko im Rat hat sich entschieden, der Verwaltungsvorlage zuzustimmen“, teilte sie mit. Ein schwarzer Peter für das lange Verfahren über acht Jahre wurde nicht ausgemacht. Mit Mühleis bescheinigten auch Elternvertreter der Gemeindeverwaltung, dass diese es in der Zeit nicht an Untersuchungen, Prüfprojekten, Dokumentationen und qualifiziertem Dialog mit den Schulen habe fehlen lassen.

„Es ist viel ausprobiert worden, viel hat sich lange nicht verbessert, eigentlich erst durch den letzten Schritt“, bestätigte Mühleis. Zuletzt erst vor einer Woche hatten sich Ausschussmitglieder ein Bild vor Ort gemacht: Spätestens nach 20 Minuten im Klassenraum gab es keine ausreichende Luft zum Atmen, sprich: schlechte CO2-Werte. Dass es bis zur Entscheidung so lange gedauert habe, bedauerte die Ausschussvorsitzende. „Es hätte schneller gehen können, es ist schon heftig.“

Für Irritationen unter den betroffenen Lehrkräften hatte im Mai eine Aussage von Erik van der Vorm gesorgt. „Es muss doch möglich sein, ein vernünftiges Lüftungsverhalten an den Tag zu legen“, sagte der FDP-Politiker in einem Bericht dieser Zeitung. „Herr van der Vorm stellt es in seiner Bemerkung so dar, als ob wir alle in diesem Gebäude einfach nur mal die Fenster öffnen und anständig lüften müssten, und schon ergäbe sich ganz automatisch eine Verbesserung des Raumklimas“, heißt es in einer gemeinsamen Stellungnahme der Personalräte der beiden Schulen. Dem sei nicht so. Die Personalräte äußerten den Wunsch, dass die Politiker „im Vorfeld einer wichtigen Entscheidung die von Experten angestellten Studien heranziehen und sich fundiert informieren, damit sie auf dieser Grundlage Entscheidungen im Sinne des Gemeinwohls treffen können“.

Als Elternvertreter im Bildungsausschuss appellierte Klaus Schroth an die Schuleltern, sich im weiteren bei Problemen frühzeitig zu Wort zu melden. Er forderte, dass nun Informations- und Kontrollprozesse geschaffen werden müssten, die das Problem transparent und sachgerecht begleiten.

Ein Gerät wie ein Elektroherd

Die gefundene Lösung: ein System aus dezentralen Lüftungsgeräten mit Wärmerückgewinnung. Die Anlagen werden im hinteren Teil der Klassenräume fest installiert, sorgen für Belüftung und kühlen die Luft über Nacht wieder herunter. Jedes Gerät kostet 20.000 Euro; bei Ausstattung aller 60 Unterrichtsräume liegen die voraussichtlichen Kosten bei 1,44 Millionen Euro. Den Stromverbrauch eines einzelnen Gerätes verglich Susanne Bischoff aus der Hochbauverwaltung der Gemeinde mit dem Anschlusswert eines Elektroherdes. Den Strom soll – so der Verwaltungsvorschlag – die künftige Photovoltaikanlage auf der neuen Schulsporthalle liefern.

Einbau hängt auch an Firmen

Schnellstmöglich solle nachgerüstet werden, bekräftigte Bischoff. Mit den Schulleitungen sei besprochen, dass die Arbeiten auch im laufenden Betrieb vonstatten gehen. Angenommen wird insgesamt ein Zeitraum von drei bis vier Jahren. Es sei jedoch nicht so leicht, die Fachfirmen zu bekommen, erläuterte Bischof. Eine Mutter aus dem Publikum regte unter Beifall an, mehrere Unternehmen gleichzeitig zu beauftragen, um die Sache zu beschleunigen.

Für den Bauausschuss stellte Jochen Pardey in Aussicht, die Politik werde auch eine andere Aufteilung der Kosten auf die Haushalte finden können. „Daran wird es nicht scheitern“, versprach er. Nach dem einhelligen Beschluss der beiden Fachausschüsse hat am Montag auch der Verwaltungsausschuss zugestimmt.

In dem inzwischen neu geplanten Anbau an das Schulzentrum soll von vornherein eine moderne Technik für das Raumklima installiert werden. 

Von Ursula Kallenbach

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