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Wedemark So funktioniert der „engagierte Ruhestand“: Beamter hilft jetzt der Brelinger Kirche
Umland Wedemark

So funktioniert der „engagierte Ruhestand: Beamter hilft jetzt der Brelinger Kirche in der Wedemark

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17:12 12.09.2019
Thomas Michel (Mitte) erläutert der Vorsitzenden des Kirchenvorstandes, Marion Bernstorf, und Friedhofsgärtner Harald Hornbostel den überarbeiteten Friedhofsplan. Quelle: Friedrich Bernstorf
Brelingen

Thomas Michel wollte in den Vorruhestand eintreten – allerdings abschlagsfrei. Das ist durchaus möglich. Der Beamte muss sich aber über einen Zeitraum von drei Jahren mit 1000 Arbeitsstunden ehrenamtlich für das Allgemeinwohl engagieren. Möglich wird das dank des Modells des „engagierten Ruhestandes“, das es Beamten der Post, Telekom und Postbank erlaubt, ohne Abzüge vorzeitig aus dem Berufsleben auszuscheiden.

Und das absolviert Michel als Beamter im fernmeldetechnischen Dienst aktuell in der Kirchengemeinde Brelingen. Sein erstes Projekt ist er in Absprache mit der Kirchenvorstandsvorsitzenden Marion Bernstorf und Pastorin Debora Becker angegangen. Dabei handelt es sich um die Neuordnung der Friedhofspläne. Dafür hatte er zunächst die zahlreichen handschriftlichen Aufzeichnungen von Karteikarten in den Computer übertragen. „Dabei fiel auf, dass zahlreiche Korrekturen zwischen Plan und Wirklichkeit erforderlich waren“, erläutert der 55-Jährige Michel, der in den vergangenen Wochen häufig auf dem Brelinger Friedhof unterwegs war, um sich vor Ort ein Bild zu machen.

Kenntnisse im Fernmeldewesen nicht mehr gefragt

Für ihn war die abschlagsfreie Vorruhestandsmöglichkeit eine ideale Chance, um aus seinem Beruf auszusteigen. Denn durch die technischen Entwicklungen waren seine Kenntnisse im Fernmeldewesen nicht mehr gefragt – immer öfter wurde er in der Vergangenheit in verschiedene Bereiche verschoben, in denen gerade Not am Mann war. Das bedeute zwar den Fortbestand des Arbeitsplatzes, senke aber die Motivation, wenn die ausgeübte Tätigkeit nicht der eigenen Ausbildung entspricht.

In Brelingen hat sein Engagement bereits für eine Aufwertung gesorgt. „Wir haben jetzt erstmals auch besondere Nutzungen in den Friedhofsplan aufgenommen“, sagt Bernstorf. So sind zum Beispiel große Büsche oder Bäume im Plan festgeschrieben worden. Eine ehemalige Familiengrabstelle mit acht Bestattungsplätzen, die von den Nutzern nach Ablauf der Ruhezeit zurückgegeben wurde, erscheint jetzt im Friedhofsplan als Fläche für einen riesigen Rhododendron, der sich dort im Laufe der Jahre ausgebreitet hat.

Weitere „engagierte“ Ruheständlerin unterstützt das Kochteam

Thomas Michel hat bei seinem ersten Projekt zügig gearbeitet. Daher sind die 1000 Stunden noch lange nicht verbraucht. Pastorin Debora Becker würde den engagierten 55-Jährigen gern auch im Bereich des Pfarrarchivs tätig werden lassen. Auch dort gibt es einiges, das aufgearbeitet werden kann.

Inzwischen ist mit Anja Scheibe eine zweite Kraft im engagierten Vorruhestand in der Kirchengemeinde Brelingen tätig. Scheibe unterstützt ein Kochteam beim Mittagstisch der Kirchengemeinde und will sich in Absprache mit Becker der Einführung eines digitalen Kalenders für alle haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeiter der Kirchengemeinde widmen.

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