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Wedemark Insolvenzverschleppung: Gericht verurteilt Ex-Chef zu Bewährungsstrafe
Umland Wedemark

Urteil: Ehemaliger Geschäftsführer einer Firma aus der Wedemark muss neun Monate in Haft

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16:35 23.07.2019
Das Amtsgericht Burgwedel hat einen Angeklagten zu einer neunmonatigen Freiheitsstrafe auf Bewährung verurteilt. Quelle: HAZ-Archiv
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Wedemark/Großburgwedel

Der ehemalige Geschäftsführer einer Wedemärker Firma für Gebäudereinigung ist vom Amtsgericht Burgwedel zu einer neunmonatigen Freiheitsstrafe verurteilt worden. Außerdem erteilte Amtsrichter Michael Siebrecht ihm die Auflage eines Bewährungshelfers. Obendrauf kamen im Gerichtssaal 400 Stunden gemeinnützige Arbeit.

Der Angeklagte, der aktuell wegen einer anderen Strafe in der Justizvollzugsanstalt Wolfenbüttel einsitzt und daher in Handschellen den Verhandlungssaal betrat, musste sich wegen des Vorwurfs der vorsätzlichen Insolvenzverschleppung und des Sozialversicherungsbetrugs verantworten.

Insolvenz ein Jahr lang nicht angezeigt

Die in der Wedemark beheimatete Firma erfüllte laut Gutachter bereits im Mai 2016 den Tatbestand der Insolvenz. Doch erst im April 2017 wurde das Insolvenzverfahren eröffnet, was der Angeklagte längst hätte anzeigen müssen. Der heute 36-Jährige erklärte vor Gericht, dass die Auftragslage bei 94 Objekten durchaus hoch war – aber mit zehn Mitarbeitern und ihm als alleinigem Geschäftsführer nicht zu schaffen. Ihm sei alles über den Kopf gewachsen, sagte der Angeklagte.

Daran hatte auch der Gutachter keinen Zweifel: Auf der Strecke geblieben sei offensichtlich alles, was direkt oder auch nur annähernd mit Buchhaltung zu tun hatte. Der 36-Jährige ignorierte laut des Gutachters 45 Mahnungen und hatte 15-mal den Gerichtsvollzieher vor der Tür. Außerdem führte er für seine Mitarbeiter keine Sozialversicherungsabgaben ab. Mitarbeiter mussten teilweise auf ihr Gehalt warten und gewannen Prozesse gegen den Geschäftsführer vor dem Arbeitsgericht.

„Die Buchführung war ein reines Chaos“, sagte der Gutachter, der einst die Unterlagen in den Geschäftsräumen sichergestellt hatte. „Sämtliche Belege wurden ohne System geordnet, es fehlte sehr viel.“ So kommt es auch dazu, dass die 46 Gläubiger zwar zusammen einen Schaden in Höhe von 143.000 Euro meldeten – in den Unterlagen des Wedemärkers sich aber nur 90.000 Euro als Schulden nachwiesen ließen.

„Kriminelle Karriere“ hingelegt

Beim Strafmaß folgte Siebrecht dem Plädoyer der Staatsanwaltschaft. Was dem Angeklagten nicht zuträglich war, war sein seit 2003 prall gefülltes Vorstrafenregister. Er war über die Jahre durch diverse Straftaten – Fahren ohne Fahrerlaubnis, Urkundenfälschung, Körperverletzung, Betrug in mehreren Fällen – bei den Behörden bekannt geworden. Der Angeklagte zeigte sich jedoch einsichtig. Dank der neunmonatigen Bewährungsstrafe steht seinem angekündigten Neuanfang in Schleswig-Holstein nun nichts mehr im Weg: Er plane eine Umschulung zum Kaufmann für Büromanagement, versicherte er vor Gericht.

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