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Wedemark Verkehr auf Ortsdurchfahrt Negenborn: Land plant keine Bauarbeiten
Umland Wedemark

Verkehr auf Ortsdurchfahrt in der Wedemark: Land kommt Forderung der BI Negenborn nicht nach

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12:31 07.02.2020
Die kleinen schwarzen Messgeräte hingen im Herbst an einem Laternenpfosten an der Ecke von Hannoverscher Straße und Klappenbrücke in Negenborn – eine Woche lang hat das Land den Verkehr gezählt. Quelle: Sven Warnecke (Archiv)
Negenborn

Die Zahlen reichen nicht aus: Dies ist das Ergebnis einer Verkehrszählung, die das Land Niedersachsen im Herbst in Negenborn durchgeführt hatte. Das Land werde deshalb im Moment nichts unternehmen, sagte Friedhelm Fischer, Leiter der Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr in Hannover, auf Anfrage. Die Messung gefordert hatte die Bürgerinitiative, die seit zwei Jahren für eine Beruhigung auf der Landesstraße 383 kämpft, die mitten durch den Ort führt.

Die Wedemärker Gemeindeverwaltung spricht angesichts der Haltung des Wirtschafts- und Verkehrsministeriums von einer „Riesenenttäuschung“, wie Sprecher Magnus Wurm auf Nachfrage mitteilte. Eine Woche lang hatte das Land in Negenborn den Verkehr gezählt. Kleine schwarze Kästen hingen dazu an einem Laternenpfosten an der Ecke von Hannoverscher Straße und Klappenbrücke. Die Technik zeichnete sowohl Autos, Lastwagen wie auch Fußgänger auf.

Die kleinen schwarzen Messgeräte hingen im Herbst eine Woche lang an einem Laternenpfosten an der Ecke von Hannoverscher Straße und Klappenbrücke in Negenborn. Quelle: Sven Warnecke (Archiv)

Die meisten Fahrzeuge sind am Mittwoch unterwegs

Durchschnittlich circa 6800 Fahrzeuge in 24 Stunden täglich habe das Land innerhalb dieser Woche gezählt, davon seien 7,1 Prozent Lastwagen gewesen, berichtete Fischer. Am Sonntag war auf der Straße weniger los: Die Videokamera und ein Seitenradar – beides hatte das Ingenieurbüro PGT Umwelt und Verkehr im Auftrag der Behörde installiert – hätten innerhalb von 24 Stunden lediglich circa 3600 Fahrzeuge registriert, sagte der Leiter der Landesstraßenbaubehörde. Am meisten los auf der Strecke sei am Mittwoch gewesen; an dem Tag zählten die Geräte circa 9000 Autos und Lastwagen. Besonders viele Fahrzeuge seien auf der Straße morgens und nachmittags im Berufsverkehr unterwegs. Am Morgen beginnt laut Fischer die Spitzenzeit gegen 7 Uhr. Auch ab 17 Uhr rollen auf der L383 besonders viele Fahrzeuge.

Zu wenig Fußgänger überqueren Straße

Und wie viele Fußgänger haben die Straße an dieser Stelle überquert? An Werktagen seien es in der Spitzenstunde weniger als 20 Menschen gewesen, bilanzierte Fischer. Das reicht seinen Angaben zufolge nicht aus, damit das Land einen Überweg, eine Ampel oder andere Vorhaben an der Stelle einrichtet, um den Verkehr zu beruhigen. Die erforderlichen Zahlen seien in einer Tabelle gestaffelt. Es müssten deutlich mehr als 30 Menschen die Straße innerhalb von 60 Minuten überqueren, damit das Land gegebenenfalls darüber nachdenken könne, dort tätig zu werden, erläuterte Fischer.

Stellt die Gemeinde eine Ampel auf eigene Kosten auf?

Dieses ernüchternde Ergebnis der Verkehrszählung hat das niedersächsische Verkehrs- und Wirtschaftsministerium der Wedemärker Gemeindeverwaltung mitgeteilt. Zudem könne die Kommune eine sogenannte Dunkelampel an der Strecke anordnen – und die Kosten selbst tragen, sagt der Leiter der Landesbehörde zu möglichen Optionen. Eine Dunkelampel ist so lange ausgeschaltet, bis sie von Fußgängern betätigt wird. Für den Bau müsste die Gemeinde alles selbst vorbereiten und ausschreiben.

Verwaltung stimmt sich mit BI ab

Die Verwaltung will sich zunächst mit der Bürgerinitiative über das Thema abstimmen, sagte Gemeindesprecher Magnus Wurm. Erst danach wollen sich die Vertreter aus dem Rathaus in Mellendorf dazu äußern, ob der Bau einer Dunkelampel eine Option sein könnte. Die Beratungen mit der BI sollte es in der vergangenen Woche geben. Die Kommune will, so schreibt es Wurm am Freitag, Minister Bernd Althusmann in Kürze anschreiben und dabei an seine Zusagen erinnern. „Wir erwarten die Anordnung einer Dunkelampel und Tempo 30“, heißt es aus dem Rathaus.

Fischer kündigte an, dass es in diesem Jahr noch eine reguläre Straßenverkehrszählung geben wird. An festgelegten Punkten werden Autos und Lastwagen registriert. Die Auswertung der Zahlen liege jedoch erst 2021 vor. Die Ergebnisse sollen dann mit den jetzt vorliegenden Daten abgeglichen werden, sagte der Behördenleiter und ergänzte: Bei großen Differenzen müsse die Situation noch mal angeschaut werden.

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Von Julia Gödde-Polley

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